Diese Tour verlangt etwas Kondition, da einige Höhenmeter zu überwinden sind. Dafür bietet sie euch permanent traumhafte Panoramaaussichten über das ganze Ehrwalder Becken und die Zugspitze. Die Wege sind gut gehbar und außer dem letzten Stück auf den Gipfel des Ups gibt es keine schwierigen Stellen. Der Übergang vom Ups zum Daniel ist ein schmaler Grat, daher solltet ihr für dieses Stück schwindelfrei sein. Diese Tour landet auf meiner Top Ten Liste.

001-Leermoos bahnhof

Höhenmeter im Auf- und Abstieg: 1.330 m

Gehdauer: 6,5 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Die große Sommerhitze war etwas abgekühlt und das Wetter sollte auch recht gut werden. Also machte ich mich mal wieder auf in die geliebten Berge. Diese Tour hatte ich schon lange auf meiner Liste, mich dann aber immer wieder für eine andere entschieden. Im Nachhinein kann ich nicht verstehen warum. Denn diese geniale Aussicht übertrifft Vieles, was ich bisher gesehen habe.

Nach Leermoos kommt ihr sehr gut mit dem Zug und die Tour startet auch direkt am Bahnhof. Allerdings kam ich an diesem Morgen nicht schnell genug in die Gänge und habe dann das Auto genommen und am Bahnhof in Leermoos geparkt.

Der Wanderweg liegt auf der anderen Seite der Schienen. Eine offizielle Überführung gibt es nicht, also steige ich direkt drüber. Und schon vom Bahnhof aus habe ich dieses Wahnsinnspanorama. Auf der einen Seite die Zugspitze, daneben die Ehrwalder Alm und Sonnenspitze und hinter mir der Grubigstein. Es ist noch recht frisch am Morgen und der Himmel zieht sich immer mehr zu. Das wird wohl eher nix mit Sonne heute. Dennoch freue ich mich auf eine anspruchsvolle Tour.

Schon kurz hinter dem Bahnhof kommt der erste Wegweiser zu den beiden Gipfeln. Ein kurzer Anstieg bringt mich zu einer Bank. Hier verlasse ich die Schotterstraße und folge dem Pfad in den Wald. Im Süden blitzt das Blau des Himmels durch die Wolken. Ob die Sonne doch noch raus kommt? Einerseits wäre das ja toll, aber auf der anderen Seite sind die Temperaturen gerade sehr angenehm.

Der Pfad verläuft quer zum Berg und steigt gemächlich an. Im Wald sehe ich die ersten Pilze. Die Luft riecht so richtig würzig und ich genieße die Ruhe. Schon bald erreiche ich eine Lichtung auf der Schafe grasen. Bisher habe ich nur zwei andere Wanderer gesehen, die sich auf die gleiche Tour begeben.

Wenige Minuten später stehe ich wieder auf einem Forstweg. Das muss die Zufahrtsstraße zur Tuftlalm sein. Hier fehlt dann leider eine deutliche Beschilderung. Aber in der Kehre, in der ich stehe sehe ich einen Durchlass, der wieder in den Wald führt. Das muss ja dann wohl der Weg sein.

Also schnell noch ein paar Fotos vom Panorama geschossen und weiter geht’s. Nach wenigen Metern erreiche ich wieder einen Wanderpfad. Und  nun folgt das anstregendste Stück des Aufstiegs. Der Pfad führt kerzengerade den steilen Hang hinauf. Ich hoffe, dass das nicht bis zum Gipfel so weitergeht. Das wär echt hart und würde meine Kraft übersteigen. Aber ich habe Glück und nach etwa 45 Minuten komme ich wieder auf die Forststraße.  Und da steht ein Wegweiser zurück nach Leermoos. Auf dem Schild, das in die Richtung weist, aus der ich kam steht, dass das ein schweres Stück zu gehen ist. Aha! Das hätte man ja am Einstieg vermerken können und Alternativen aufzeigen. Aber wie heißt es so schön: Was uns nicht tötet, macht uns nur härter.

Hier ist aber dann wenigstens der Weg zum Gipfel wieder ordentlich ausgewiesen. Noch einmal führt der Pfad mich in den Wald. Aber nicht mehr lange, denn schon kurze Zeit später stehe ich wieder auf einer Almwiese. Von hier habe ich dann den ersten Blick auf beide Gipfel, die ich heute erklimmen will. Da liegt noch ein gutes Stück Weg vor mir. Aber immerhin habe ich so das Ziel vor Augen, das hilft sich zu motivieren, wenn man zwischendurch mal einen Hänger hat.

Nachdem ich die Wiese überquert habe, führt der Pfad wieder in den Wald. Noch einmal folgt ein kurzer etwas steilerer Anstieg. Nur wenige Minuten später stehe ich dann an einer Abzweigung. Der Weg rechts führt direkt zur Aussichtsplattform, die man hier an der Tuftlalm erbaut hat. Diese Felsüberhänge schauen interessant aus. Und hier stehen einige Stauden Rittersporn in voller Blüte.  Aber auch hier gilt: Nur anschauen und nicht anfasen.Die Pflanze ist giftig.

Ich nehme aber den direkten Weg zur Almhütte und habe kurze Zeit später dann diesen tollen Blick auf die Hütte und die zwei Gipfel. Von der Hütte kommt man natürlich auch zur Aussichtsplattform. Der Platz dafür ist wirklich gut gewählt. Seht selbst.

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Ehrwalder Becken Panorama

Dieser Blick ist der Hammer. Ich stehe auf der Plattform und bin begeistert. Allein dafür hat es sich doch gelohnt aufzustehen. Ist das nicht schön?

Irgendwann muss ich mich dann aber doch von der Aussicht lösen und gehe zur Hütte. Für den Moment lasse ich sie aber links liegen, ich komme ja auf dem Rückweg wieder hier vorbei.

Die Alm sieht sehr einladend aus. Auf einem Schild steht der Hinweis, dass der Wirt heute Hähnchen grillt. Hört sich lecker an. Mal schaun, ob ich nachher noch eines kriege. Hier an der Alm sehe ich zum ersten Mal heute mehr Menschen. Aber es ist ja auch noch recht früh. Später wird hier bestimmt mehr los sein. Hinter der Hütte am Berg steht eine kleine Kapelle. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Ein Weg führt zum Gipfel des Ups. Diese Strecke soll aber auf dem letzten Stück über Geröll führen. Daher entscheide ich mich für die Richtung zum Daniel.

Von der Hütte führt der Weg wieder in den Wald. Der Pfad steigt gemächlich  in Serpentinen Richtung Gipfel an. Zwischendurch bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf das Ehrwalder Becken.  Da der Himmel sich immer mehr zuzieht, bleiben die Temperaturen sehr angenehm. Für meine Fotos wäre aber etwas Sonne schon besser. Man kann halt nicht Alles haben.

Während ich mal wieder dieses Wahnsinnspanorama bestaune, muss ich an eine Tour aus dem letzten Jahr denken. Damals bin ich auf die neben der Zugspitze liegend Ehrwalder Alm gefahren und von dort zum Seeben- und Drachensee.

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Ehrwalder Becken

Diese unbeschreibliche Bergwelt fasziniert mich immer wieder. Ist schon beeindruckend was die Natur hier geschaffen hat. Inzwischen ist der dichte Wald in einen Latschenwald übergegangen und ich habe wieder das volle Panorama vor meinen Augen. Und die beiden Gipfel, die ich heute „erstürmen“ werde. Das Ziel scheint nahe.

Von Zeit zu Zeit muss ich auch über kurze Geröllfelder. Das ist nicht weiter tragisch, da der Pfad, der sie durchquert fest getreten ist. Hier blühen noch viele Blumen. Dass hier sogar die Alpenrosen noch blühen überrascht mich aber doch. Eigentlich ist die Zeit ihrer Blüte Anfang Juli. Zum Zeitpunkt meiner Tour ist es aber schon Mitte August.

Der Weg führt noch eine Weile durch Latschenwald, aber nun werden die gerölligen Stellen häufiger. Da ich nun schon ziemlich nahe am Gipfel bin, ist das aber nicht verwunderlich. So unvergänglich sind dann auch diese Felsen nicht. Ich erreiche mal wieder eine Kreuzung. Linker Hand geht es über einen kurzen Klettersteig zum Gipfel des Ups. Da da aber gerade einige Menschen sind, gehe ich zuerst nach rechts zum Gipfel des Daniel.

Das letzte Stück zum Gipfel des Daniel ist etwas ausgesetzt. Mit etwas Trittsicherheit und ohne Höhenangst, ist das aber sehr gut zu bewältigen. Der Pfad ist fest und gut begehbar. Und dann habe ich es mal wieder geschafft. Ich stehe auf dem Gipfel und bin mal wieder sprachlos. Dieses Panorama ist der Hammer.

Schade, dass der Himmel nun komplett dicht ist. Bei Sonnenschein und klarer Sicht muss man von hier noch viel weiter sehen. Aber auch so ist der Anblick einzigartig. Während ich so da sitze und die Aussicht genieße, frage ich mich, warum ich diese Tour nicht schon früher gemacht habe.

Um den Gipfel kreisen ein paar Krähen. Die wissen genau, dass die Menschen ihnen nichts tun. Im Gegenteil. Die verlieren bei ihrer Jausen köstliche Krümel, die man nur aufpicken muss.

Hier könnte ich noch länger bleiben und das Panorama genießen.

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Ist das nicht der Hammer?

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Auch der Blick nach Osten Richtung Garmisch und zum Ammergauer Gebirge ist beeindruckend.

Auf dem Rückweg zum Ups stelle ich dann fest, warum der Berg so heißt. Ups, geht es da auf allen Seiten steil runter.

Auf dem Gipfel des Ups gibt es kein Kreuz. Eine Metallstange könnte der Rest eines Kreuzes sein, oder aber ein geknickter Wegweiser. Vom Ups führt ja ein anderer Weg zurück zur Tuftlalm. Aber wie bereits erwähnt soll der über größere Geröllfelder führen. also nehme ich den Aufstiegsweg für den Abstieg.

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Blick nach Westen vom Ups

Hier am Gipfel waren jetzt ein paar mehr Menschen unterwegs. Aber immer noch sehr überschaubar. Also noch einmal tief die frische Bergluft einsaugen und ein letztes Mal den Blick genießen. Und dann schweren Herzens auf den Abstieg.

Der Vorteil beim Abstieg ist, dass man hier nicht immer stehen bleiben und sich umdrehen muss, um das Panorama zu genießen. Man hat es die ganze Zeit vor Augen. So genieße ich den Abstieg in vollen Zügen und erreiche bald wieder die Tuftlalm. Hier gönne ich mir noch eine längere Pause. Statt dem Hähnchen bestelle ich dann aber doch lieber die Kaspressknödel. Die waren sehr lecker.

Bevor ich dann endgültig ins Tal zurück gehe, genieße ich noch ein letztes Mal die Aussicht. Hier komme ich bestimmt mal wieder her.  Dieses Mal nehme ich den Weg unterhalb der Plattform und sehe dabei diese interessanten Felsüberhänge mit diesen ungewöhnlichen Farben.

Beim Abstieg ins Tal, finde ich dann auch den Wegweiser zum „einfachen“ Weg nach Leermoos und komme an der Stelle, an der ich durch den Durchlass gegangen bin wieder auf die Forststraße. Ich hätte der beim Aufstieg nur ein paar Meter folgen müssen um den Wegweiser zu finden.

So geht mal wieder ein traumhafter Tag in den Bergen zu Ende. Auf dem Rückweg muss ich dann noch feststellen, dass es keine gute Idee war mit dem Auto zu fahren. Ich hab genau den Zeitpunkt erwischt, als die letzten Bahnen von der Alp- und Zugspitze ins Tal kamen. Für die 24 Kilometer von Leermoos nach Garmisch habe ich fast eine Stunde gebraucht. Das nächste Mal nehm ich dann wieder den Zug.

Ich hoffe euch begeistert diese Tour so sehr wie mich. Wenn ihr sie auch mal gehen wollt und Fragen dazu habt fragt gerne nach.

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