Genusswochenende im Breisgau

Große Reisen waren im Corona-Sommer nicht möglich, aber ein bisschen Abwechslung sollte es dann doch sein. Warum also nicht in Deutschland etwas Neues entdecken? Staufen im Breisgau ist eine schöne, kleine Stadt am Rand des Schwarzwalds. Bei vielen bekannt sein dürften die Schladerer Schnäpse, die von dort kommen. Die sehr gepflegte Altstadt erinnert ein bisschen an Freiburg in klein und bietet dem Besucher eine Auswahl an netten Geschäften und Restaurants. Von hier ist man schnell im Elsass oder aber in einem der schönsten Schwarzwaldtäler, dem Münstertal.
Staufen im Breisgau, Blick auf den Burgberg

Im Sommer 2019 haben wir Stockholm besucht und waren begeistert. Als wir dort einen der Läden besuchten, in denen man Alkohol kaufen kann, entdeckten wir einen Wein vom Weingut Löffler. Das fand ich kurios, vor Allem nachdem ich feststellte, dass es sogar Weingut Wolfgang Löffler heißt. Dem musst ich natürlich nach unserer Rückkehr nach Deutschland auf den Grund gehen. Im Internet war das Weingut schnell gefunden und so bestellte ich eines der angebotenen Probierpakete. Ich wollte ja wissen, was da in meinem Namen produziert wird.

Blanc de Noir, Weingut Löffler

Was mir kurze Zeit später geliefert wurde, überzeugt mich tatsächlich. Gerade der Blanc de Noir könnte sich zu meinem neuen Lieblingsgetränk entwickeln. Im Hebst 2019 war das Weingut auf einer Weinmesse hier in München vertreten, und da wollte ich dann auch die Leute dahinter kennen lernen. Und gleich noch mehr Wein probieren. Auch die anderen Weine des Weinguts überzeugten mich und so kaufte ich gleich noch ein paar Flaschen. Als wir dann für diesen Sommer ein Ziel für einen Wochenendausflug suchten, kam uns die Idee das Weingut zu besuchen.

Staufen im Breisgau

Also suchten wir uns ein Hotel und buchten einen Mietwagen. Für ein schönes Sommerwochenende sollte es ein Cabrio sein. Schließlich sollte es ja ein Genusswochenende werden. Schnell rückte der Tag näher und wir machten uns frühmorgens von München aus auf den Weg.

Wir schaffen es sogar ganz ohne Stau durch zu kommen und so erreichen wir schon am frühen Nachmittag das Hotel Goethe, eine Dependance des Hotels Löwen. Das Hotel ist klein und modern gestaltet. Der erste Eindruck ist also schon mal sehr gut. Da das Frühstücksbuffet coronabedingt nicht angeboten werden kann, müssen wir uns beim Check-In schon überlegen, was wir frühstücken wollen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, geht es erst mal zu einem kleinen Bummel.

Uns fällt auf, dass einige der Häuser Risse haben. Diese sind wohl auf Geothermiebohrungen zurück zu führen. Im Jahr 2007 hat der Stadtrat beschlossen das Rathaus mit Erdwärme zu heizen. Eigentlich eine gute Idee, aber hier ging der Schuss nach hinten los und viele Häuser in der wunderschönen Altstadt bekamen Risse. Einige Gebäude mussten wohl sogar eingerissen werden. Dennoch ist das ein sehr charmantes Städtchen. Wir schauen schon mal, wo man später essen gehen könnte.

Am Hotel Löwen fällt uns eine Inschrift auf. Hier kam wohl ein gewisser Herr Goethe auf die Geschichte mit dem Doktor Faustus, der seine Seele an den Leibhaftigen verkauft hat. Nun den Faust kennt ja jeder zumindest dem Namen nach. Mir war aber nicht bewusst, dass das hier gespielt haben soll. Lebendige Literaturgeschichte. Der erste Spaziergang ist nur kurz, weil wir beschließen unser Hauptziel dieser Reise noch zu besuchen. In der Tourist-Info holen wir uns einen Stadtplan und lassen uns den Weg zum Weingut Löffler beschreiben.

Abendspaziergang in die Strauße

Der Weg führt an einer Hauptstraße entlang. Aber da wir ja den Wein probieren wollen, haben wir beschlossen das Auto stehen zu lassen. Zu unserer Linken blicken wir Richtung Schwarzwald. Die Hügel sind bedeckt mit Weinbergen und die Felder, die im Flachland liegen sind verwildert. Ich vermute, dass man die nicht bestellt um das Unkraut als Gründüngung zu nutzen. Gute Idee.

Nach etwa 45 Minuten erreichen wird dann auch das Weingut Löffler. Im Innenhof stehen Bierbänke mit rot-weißen Tischdecken. Schaut sehr einladend aus. Somit hat sich die Frage erledigt, wo wir heute unser Abendessen einnehmen. In der Straußenwirtschaft gibt es nämlich neben dem hauseigenen Wein auch leckeres Essen. Und da das Wetter einigermaßen passt, setzen wir uns an einen der Tische. Da die Weine im Glas ausgeschenkt werden, können wir uns durch das Angebot probieren. So wird das ein sehr netter Abend, der fast schon zu schnell vergeht.

Der Hof ist gut gefüllt. Scheinbar kennt man das Weingut und die Strauße unter den Einheimischen. Die Stimmung ist prima. Der Chef persönlich bedient und hat dann auch die passenden Weintipps. Wie die anderen, die hier arbeiten auch. Hier könnte ich es noch länger aushalten. Aber so langsam wird es dunkel und der Fußweg entlang der Straße ist nicht beleuchtet. Also fragen wir noch nach, wie lange am nächsten Tag geöffnet ist, da wir ja auch Wein kaufen wollen.

Auf dem Heimweg bekommen wir dann noch einen superkitschigen, aber traumhaft schönen Untergang zu sehen. Wer muss da noch in die Südsee? Langsam senkt sich die Sonne hinter die Vogesen auf der anderen Rheinseite. Wären wir in der Stadt essen gegangen, hätten wir das verpasst.

Ein Ausflug ins Elsass

Das war doch schon mal ein schöner Tag. Müde fallen wir in unser Bett. Am nächsten Morgen wachen wir mit Blick auf die Burg auf. Das hat auch was. Wenn man sonst immer auf eine Fabrik blickt, ist das ein echtes Urlaubsgefühl. Nach dem Frühstück fahren wir dann erst mal Wein kaufen. Die Löfflers haben eine so große Auswahl, dass die Wahl schwer fällt. Jeder Wein schmeckt sensationell. Ich hab mein Lieblingsweingut gefunden.

Danach geht es weiter ins Elsass. Dort wollen wir in einem Supermarkt Dinge kaufen, die man bei uns nicht kriegt, die uns aber in unseren 4 Jahren Paris ans Herz gewachsen sind. Als wir damit fertig sind, ist es gerade mal 13 Uhr und wir überlegen, was wir mit dem Tag noch anfangen könnten. Colmar haben wir ja schon gesehen. Das Wetter ist sehr schön und wir haben ja ein Cabrio, also beschließen wir eine Spazierfahrt mit offenem Verdeck zu machen. Unser Ziel ist die Haut Koenigsburg.

Die Auffahrt vom Tal bis zur Burg führt durch Weinberge und dichten Wald. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir dann oben an und sind zunächst überrascht, wie viele Menschen hier trotz der Corona Beschränkungen unterwegs sind. Da wir uns so spontan entschlossen haben, hierher zu fahren, haben wir auch keine Tickets für die Besichtigung. Jetzt wo wir vor der Burg stehen, bedauern wir dies. Dann müssen wir wohl mal wieder kommen. Wir genießen den Ausblick eine Weile und gehen dann wieder zum Auto.

Am Fuß der Burg stoßen wir auf die „Route de Vin d’Alsace“ eine Panoramastraße, die durch die Weinberge des Elsass führt. Auf der werden wir zurück nach Colmar fahren. Aber erst noch ein paar Bilder von der Burg und den Weinstöcken machen. Die Route ist gut ausgeschildert und so fahren wir gemütlich durch die Weinberge. Traumhaft schön! Es passt mal wieder Alles. Naja, vielleicht wär ich lieber mit dem Fahrrad unterwegs. Dann wäre der Genuss noch größer.

Auf der Straße ist erfreulicherweise nicht viel los und so können wir immer wieder mal kurze Fotostopps einlegen. Es gibt aber auch unendlich viele tolle Motive hier. Die liebliche Landschaft ist eine willkommene Abwechslung zu den mächtigen Alpengipfeln, wo ich sonst immer unterwegs bin. Weinberge soweit das Auge reicht und dahinter die Berge der Vogesen. Die perfekte Umgebung für einen Genussurlaub.

Immer wieder ziehen auch dunklere Wolken über das Land, aber es bleibt trocken. So ist die Gefahr, dass wir uns einen Sonnenbrand holen recht gering. Nach etwa eine Stunde Fahrt erreichen wir Riquewihr. Das ist recht bekannt und soll einer dieser besonders malerischen Orte im Elsass sein. Als erstes fällt uns der Storch auf dem Dach der Feuerwehr auf. Er ist sowas wie der Wappenvogel des Elsass. Lange Zeit wurden es aber immer weniger. Umso schöner ist es, hier mal einen in Natur zu sehen.

Hier ist es dann etwas schwieriger einen Parkplatz zu finden. Es sind doch einige Menschen unterwegs. Nachdem das Auto geparkt ist, gehen wir ein paar Minuten bis zur Fußgängerzone. Die ist wirklich so elsässisch wie man sich das vorstellt. Wunderschöne, bunte Fachwerkhäuser säumen die Straße. Wir sind begeistert. Zwischen den obligatorischen Souvenirgeschäften, die typisch Elsässisches verkaufen, befinden sich auch einige Cafés und Weinstuben. Wir bummeln gemütlich durch die Stadt und begutachten auch die Auslagen einiger der Geschäfte. So eine Tarteform aus dem typischen Steingut, hätte ja was. Aber wir haben ja schon mehrere in verschiedenen Größen. Am Ende sind dann aber ein paar Gläser leckerer Terrinen drin.

Auf dem Rückweg zum Auto sehen wir dann noch einen Storch, der sein Nest mitten in der Altstadt gebaut hat. Diese Region werden wir bestimmt mal etwas ausführlicher besuchen. Aber inzwischen ist es später Nachmittag und wir fahren zurück nach Staufen. Wir wollen dort zu Abend essen, weil wir ja ein Glas wein zum Essen trinken wollen. Danach wollen wir dann nicht mehr fahren.

Gemütlicher Abend in einem schönen Garten

Ganz in der Nähe unseres Hotels haben wir einen schönen Garten entdeckt. Dieser gehört zum Weingut Peter Landmann. Dort wollen wir unser Wochenende ausklingen lassen. Wir sitzen gemütlich in der Abendsonne und gönnen uns Flammekuche. So müsste es immer sein. Auch hier gibt es leckere Weine, aber die von den Löfflers finden wir noch einen Ticken besser.

Staufen im Breisgau

Man kann also auch in Coronazeiten ein paar nette und entspannte Tage verbringen. Das sollten wir öfters machen. Es gibt auch vor unserer Haustür sehr viele wunderschöne Dinge entdecken. Ich hoffe, dass euch dieser Beitrag als Inspiration dient.

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