Zur Wilden Kreuzspitze

Die Wilde Kreuzspitze ist ein 3.134 m hoher Berg am Ende des Valser Tals in Südtirol nahe der Grenze zu Österreich. Bei der Vorbereitung meiner Reise, war diese Tour die einzige, die ich in Wanderführern beschrieben fand. Mich reizte es, mal auf einem 3.000er zu stehen. Der Aufstieg ist nicht allzu anstrengend, aber so ab ca. 2.500 m Höhe kann es sein, dass euch die dünne Luft etwas zusetzt. Richtig steil wird erst das letzte Stück vom Rauhtaljoch zum Gipfel. Leider konnten wir aber nicht aufsteigen, weil das Wetter umschlug und ein heftiger Wind Schneewolken von Österreich herüber trieb. Neugierig geworden? Dann lest hier weiter.

Weiterlesen

Valler Tal in Südtirol

Bei der Vorbereitung dieser Reise habe ich mich zunächst für das Hotel Falkensteiner Hof in Vals entscheiden, weil es einen sehr großen Wellnessbereich besitzt, den ich dann auch ausgiebig genutzt habe. Im zweiten Schritt habe ich dann nach Wandermöglichkeiten gesucht. Das war etwas schwieriger. Offensichtlich ist diese Gegend nicht so angesagt wie andere Teile der Dolomiten. Das Wandergebiet Gitschberg/Jochtal liegt an der Grenze zwischen der Eisack-Region und dem Pustertal. In den Wanderführern, die ich durchgeblättert habe, gab es nur einen einzigen Tourenvorschlag in der Gegend zur Wilden Kreuzspitze. Vor Ort habe ich ein sehr abwechslungsreiches Wandergebiet erkundet, in dem es viele unterschiedliche Touren gibt. Mir hat es sehr gut gefallen und ich würde sofort wieder hinfahren.

Vals in Südtirol

Das kleine Dorf liegt auf 1.350 m Höhe im Valler Tal inmitten von saftig grünen Wiesen. Rund um das Tal erheben sich hohe Berge wie der Gurnatsch oder auch Gaisjoch mit 2.641, die Seefeldspitze (2.715 m) und als Krönung die Wilde Kreuzspitze mit 3.132 m. Die Berge sind Teil der Pfunderer Berge, die im Norden an Österreich grenzen und zu den Zillertaer Alpen gerechnet werden. Vom Dorf aus habt Ihr in Richtung Süden einen tollen Blick auf die Geislergruppe und andere Dolomitengipfel.

Im Dorf gibt es eine handvoll Hotels und drei Geschäfte. Ansonsten ist hier aber nichts los. Da die Hotels alle die sogenannte 3/4 Pension (Frühstück, Abendessen und nachmittags Kaffee und Kuchen oder Suppe) anbieten, hätte es eine Wirtschaft aber auch schwer. Ich habe mir extra für diese Reise eine neue Kamera gekauft, die mir aber leider bei meinem ersten Rundgang herunter gefallen ist und am Tag darauf komplett den Geist aufgegeben hat.

Vals ist ein Ortsteil von Mühlbach am Eingang des Pustertals. Von Mühlbach führt eine Straße durch den Wald den Berg hinauf ins Valler Tal und auch in den anderen Ortsteil Meransen, über den ich in einem anderen Post schreiben werde. Wer also Ruhe und Entspannung in einer spektakulären Umgebung sucht ist hier bestens aufgehoben.

Hotel Falkensteiner Hof

Anfang Oktober kann man ja nicht davon ausgehen, dass das Wetter immer top ist und so habe ich bei der Wahl meines Hotels darauf geachtet, dass es einen großen Wellnessbereich gibt, in dem man einen Regentag verbringen kann. Der Falkensteiner Hof bietet das. Auf über 1.000 m² findet Ihr hier 4 verschiedene Saunen, ein Dampfbad, einen Whirlpool und einen hellen Ruhebereich. Das ist Alles noch sehr neu und wirklich toll gestaltet. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob es sein muss, dass mir die inzwischen verstorbene Seniorchefin der Falkensteiner Hotels im Whirlpool auf meinen Körper schaut. Ein Stock über dem Wellnessbereich befindet sich ein Hallenbad und ein Spa. Dort habe ich mir eine Südtiroler Holzstabmassage gegönnt. Eine echte Wohltat, bei der man einmal so richtig durchgewalkt wird. Und mit €65,- für 50 Minuten nicht überteuert.

Die Zimmer wurden erst vor Kurzem renoviert und sind mit viel Holz und sehr gemütlich eingerichtet. Bei meiner Ankunft lag auch ein Bademantel bereit und an der Garderobe hing eine Tasche mit einem Saunatuch. Das ist sehr praktisch, wenn man sich etwas Wellness gönnen will. Ich hatte ein Einzelzimmer, das etwas kleiner war als die anderen Zimmer, mir aber vollauf genügte. Der Schrank bot genügend Staufläche.

Ich habe leider keine Bilder vom Inneren des Hotels. Dazu hätte ich irgendwann mitten in der Nacht durchs Haus gehen müssen. Während der Herbstferien und mit dem 03.10. an einem Mittwoch war das Hotel komplett ausgebucht.

Die Einrichtung ist eine Mischung aus moderner Eleganz und ein bisschen Südtirol. Für meinen  Geschmack hätte es gerne etwas rustikaler sein dürfen. So ist das zwar sehr schön, aber irgendwie auch austauschbar.

Zum Frühstück gab es ein sehr gut bestücktes Frühstücksbuffet mit Wurst, Käse, großer Brotauswahl, Marmeladen und einer Kochstation, an der Eierspeisen und Pfannkuchen frisch zubereitet wurden. Genau richtig um sich für eine große Tour zu stärken.

Abends gab es täglich wechselnde Themenmenüs. Mal Italienisch, mal Fisch, und an einem Abend auch Südtiroler Spezialitäten. Begonnen wurde immer mit einem abwechslungsreichen Vorspeisenbuffet, danach gab es mindestens eine zweite Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Bei der Menüwahl konnte man auch immer ein vegetarisches Gericht wählen. Die Portionen waren nicht zu groß, sodass man satt wurde ohne übervoll zu sein. Wer nicht satt wurde, konnte sich auch jeden Abend noch am Käsebuffet und am Obstbuffet bedienen. Das Essen war wirklich sehr gut.

Wanderung ins Jochtal

Für meine  ersten Tag war schlechtes Wetter angekündigt. Als ich aber morgens aufgestanden bin, war es noch sehr schön. Also habe ich nach dem Frühstück nochmal an der Rezeption nachgefragt, was die meinen. Im Hotel arbeitet ein Mann, der auch als Bergführer ausgebildet ist. Der müsste mir doch sagen können, wie er die Lage einschätzt. Seiner Meinung nach sollte sich das Wetter noch ein bisschen halten. Also bin ich zu meiner ersten Tour aufgebrochen.

Vom Hotel aus sind es nur ca. 10 Minuten zu Fuß bis zur Talstation der Jochtalbahn. Im Hotelpreis inkludiert ist die Almencard Plus. Die berechtigt Euch zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und sowohl der Jochtal- als auch der Gitschbergbahn. Das spart dann doch wieder einiges an Geld. Die öffentlichen Verkehrsmittel habe ich nicht genutzt, in der Nebensasion fahren die nicht so oft und vor allem fuhren die nie dahin, wo ich gerade hin wollte.

020-valler tal und seefeldspitze

Das Wetter ist optimal zum Wandern und so nehme ich an der Talstation nicht die Bahn, sondern folge den Wegweisern Richtung Jochtal. Zunächst geht es noch ein Stück über ein geteertes Sträßchen bergaufwärts. Die Sicht ins Valler Tal ist beeindruckend. Weiter hinten im Tal sehe ich den Gipfel der Seefeldspitze. Mir gefällt es ganz gut hier.

Nach kurzer Zeit kommt dann eine Abzweigung, an der ich auf einen schmalen Waldpfad verwiesen werde. Dieser steigt gemächlich in Serpentinen durch den Wald nach oben. Zwischen den Bäumen erhasche ich immer wieder Ausblicke auf das gegenüberliegende Gaisjoch und das Tal. Gemütlich wandere ich weiter bergaufwärts. Hier im Wald ist es recht frisch und so bin ich froh, dass ich heute eine Jacke mitgenommen habe. Blumen gibt es so spät im Jahr keine mehr, dafür entdecke ich erste Herbstfarben.

Eine halbe Stunde später endet der Pfad dann auf der Skipiste. Da es keine Schilder gibt, gehe ich davon aus, dass ich dieser folgen muss. Ich sollte laut meiner Karte bald zur Nockalmhütte kommen. Während ich über die Piste gehe, kommt plötzlich ein frischer Wind auf. Es geht nun  pfeilgerade den Berg hoch. Das ist dann aber auch schon der anstrengendste Teil dieser Wanderung.

Der Wind wird immer heftiger und die Sonne hat sich inzwischen hinter dicken Wolken versteckt. Plötzlich fliegt mir ein Hüpfball entgegen. Der kann ja nur von der Hütte kommen. Ich hebe ihn auf nehme ihn mit. Tatsächlich sehe ich dann kurz darauf auch die Nockalmhütte. Auch wenn ich erst eine Stunde unterwegs bin, beschließe ich eine kurze Rast einzulegen. Ich bin der einzige Gast in der Hütte und die Wirtin freut sich, dass ich ihr den Ball zurück gebracht habe.

Wir kommen ins Gespräch. Durch die 3/4 Pension, die die Hotels im Tal anbieten, kommen wohl immer weniger Gäste, die auch etwas essen wollen. Außerdem meint sie, dass es wegen der Bahn nur noch wenige gibt, die den Berg hoch wandern. Die Hütte ist sehr nett und offensichtlich erst vor Kurzem neu gemacht worden. Geöffnet ist von Mitte Mai bis Ende Oktober und dann wieder von Dezember bis Ostern. Im Winter ist wohl mehr los, weil die Hütte direkt an der Piste liegt. In der Hoffnung, dass das Wetter noch eine Weile hält, breche ich dann aber wieder auf. Mein Getränk bekomme ich geschenkt, weil ich ja den Ball zurück gebracht habe.

Beim Verlassen der Hütte sehe ich dann auch warum das Jochtal heißt. Bis jetzt bin ich ja nur einen Berg hoch gelaufen und habe nichts von einem Tal gesehen. Hier auf 1766 m beginnt dann aber ein Tal. Schön wie sich das Laub der Heidelbeersträucher hier verfärbt hat. In der Sonne würde das bestimmt richtig leuchten. Der Wind pfeift weiter durch das Tal und es ist inzwischen recht frisch geworden. Inzwischen bin ich aber näher an der Bergstation der Jochtalbahn, als an der Talstation und so beschließe ich zumindest bis zur Bergbahn zu gehen.

Der Pfad verläuft recht eben durch das Tal. Erst am Ende des Tals kommt ein kurzer Anstieg. Auch wenn das Wetter immer schlechter wird, genieße ich dennoch diese erste Tour. Ich habe ja noch die ganze Woche vor mir und werde noch die ein oder andere Tour machen können. Und die Wettervorhersage für den Rest der Woche ist eigentlich sehr gut.

So erreiche ich dann bald das Valler Jöchl auf 1937 m. Von hier gäbe es einen schönen Höhenweg, der über die Bergkuppen des Valler Tals führt. Das wären aber ein paar Stunden und so wie es ausschaut gibt es auf diesem Weg keine Hütte. Der Wind pfeift hier noch stärker und inzwischen fallen auch die ersten Tropfen, also gehe ich dann doch in Richtung Bergbahn und werde mir dort überlegen, ob ich noch weiter gehen möchte oder doch wieder ins Tal fahre.

Auf dem kurzen Stück vom Valler Jöchl bis zur Bergstation sind nur 70 Höhenmeter zu überwinden. Der Pfad führt nur langsam steigend am Berghang entlang. In der kurzen Zeit, die ich für die Strecke benötige, fängt es dann aber an heftiger zu regnen und der Wind jagt die Tropfen waagrecht über den Gipfel. Da ich ja wie gesagt noch ein paar Tage in der Gegend bin, beschließe ich mit der Bahn ins Tal zu fahren und mich in der Hotelsauna aufzuwärmen und einen entspannten Nachmittag zu verbringen. Bis ich von der Talstation zurück im Hotel bin, bin ich komplett durchnässt und freue mich so richtig auf die heiße Sauna.

048-mühlbach

Mühlbach in Südtirol

Am späten Nachmittag bin ich dann wieder aufgewärmt und fühle mich frisch und erholt. Auf meinem Zimmer habe ich einen Kühlschrank, aber der ist leer. Also beschließe ich vor dem Abendessen noch einen Abstecher nach Mühlbach zu machen und ein paar Getränke zu kaufen.

Mühlbach liegt am Eingang des Pustertals auf 750 m. Viel zu sehen gibt es hier eigentlich nicht. Das größte Gebäude ist der Ansitz Freyenthurn, eine Art Schloss, in dem sich die Klosterschule Herz-Jesu-Institut befindet.

Inzwischen hat es wieder aufgehört zu regnen, ist aber sehr kühl geworden. So mache ich noch einen kleinen Rundgang durch den Ort bevor ich meine Einkäufe erledige. Es ist sehr ruhig auf den Straßen, was wohl am Wetter liegt. Und die Sommersaison neigt sich ja auch dem Ende zu, daher sind auch keine Besucher unterwegs. Nach 30 Minuten habe ich genug gesehen und mache meine Einkäufe. So geht mein erster Tag in Südtirol zu Ende. Er war nicht ganz wie geplant, aber immerhin sehr erholsam. Und ich habe ja noch ein paar Tage um die eine oder andere Tour zu gehen. Da freue ich mich schon drauf.

Kuhflucht Wasserfälle und Hoher Fricken

Wenn Ihr einen spektakulären Wasserfall sehen möchtet, seid Ihr bei dieser Tour richtig. Die Kuhfluchtwasserfälle gehören zu den höchsten Deutschlands und gerade im Frühjahr, wenn es kurz vorher viel geregnet hat sind sie spektakulär. Bis zu den Wasserfällen ist die Tour relativ einfach zu gehen, danach führt der Weg recht steil zum Gipfel des Hohen Fricken. Unterwegs genießt Ihr atemberaubende Ausblicke auf das Kloster Ettal, das Kramer- und das Wettersteinmassiv. Ich hatte geplant über den Hohen Fricken zum Esterberg zu wandern, musste die Tour dann aber wegen schlechtem Wetter 300 m unter dem Gipfel abbrechen.

Weiterlesen

Felbertauernstrasse

Eine landschaftlich sehr reizvolle Fahrt durch ein einzigartiges Bergpanorama. Da diese Straße keine Autobahn ist, könnt Ihr hier die Strecke genießen und immer wieder Fotostopps einlegen.  Und es gibt an der Strecke wirklich viele Orte, an denen man anhalten möchte.  Die Landschaft ist wirklich einzigartig. Nehmt Euch als Zeit für die Strecke. Der Weg ist hier das Ziel.

Weiterlesen

Zur Milstätter Hütte

Bei dieser Tour gibt es keinen Gipfel zu erklimmen, dafür werdet Ihr aber mit einer Hütte belohnt, die zu meinen Lieblingshütten zählt. Da Ihr meistens parallel zum Berg geht, sind die 1.100 Höhenmeter ohne große Anstrengung zu absolvieren. Auch diese Tour bietet Euch tolle Panoramaausblicke über den Milstätter See und die Berge der Umgebung.

Weiterlesen

Wanderung auf den Mirnock

Dieser Berg trägt den Namen Weltenberg. Ihr findet an diesem Berg besondere Kraftfelder, die schon die Kelten nutzten. Ansonsten erwartet Euch eine traumhafte, wenn auch etwas anstrengende Tour, auf der Ihr immer wieder mit genialen Panoramaausblicken unter anderem über den ganzen Milstätter See belohnt werdet. Auf dieser Wanderung gibt es keine Hütten zum Einkehren, Ihr müsst Euch also genügend Proviant mitbringen.

Weiterlesen

Staff und Goldeck ; two panoramic summits

During this hike you will enjoy breathtaking panoramic views of the Karavanke and Julian Alps as well as the „Hohe Tauern“ all the way to the „Großglockner“. Since this tour starts at around 6.200 ft. you won’t have to climb too much difference in altitude.

Weiterlesen

Staff und Goldeck – zwei Panoramagipfel

Bei dieser Tour erwarten Euch atemberaubende Panoramaausblicke in die Karawanken, die Julischen Alpen, aber auch in die Hohen Tauern bis hin zum Großglockner. Da Ihr auf fast 1.900 Metern startet, sind auch nicht so viele Höhenmeter zu bewältigen.

Die Goldeck Panoramastraße

Mein erster Urlaubstag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und ich freue mich schon auf meine Wanderung. Im Internet hatte ich eine Tour gefunden, die über 4 Gipfel führen sollte. Als ich aber meinen Freunden davon erzählt habe, meinten Sie, dass ich mich erst mal mit zwei begnügen sollte. Alle 4 Gipfel zu laufen, wäre dann doch etwas zu viel. Im Nachhinein muss ich sagen, dass man die 4 Gipfel bei guter Kondition und mit viel Zeit wohl schaffen kann. Die zwei, die ich gemacht habe, waren schon ausreichend.

Zunächst muss ich noch zu meinem Startpunkt fahren. In Zlan beginnt die Goldeck Panoramastraße, die das erste Highlight des Tages wird. Um die Straße nutzen zu dürfen, müsst Ihr eine Maut zahlen. Aber die 14,00 € sind es wirklich wert. Wenn Ihr länger in Kärnten seid, solltet Ihr darüber nachdenken Euch die Kärnten Card zu kaufen. Mit der habt Ihr freien Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten und spart Euch auch die Mautgebühren. Es gibt hier in der Region einige Mautstraßen, die es sich wirklich zu erkunden lohnt. Da habt Ihr das Geld für die Karte schnell wieder reingeholt.

Ihr könnt allerdings auch von Spittal aus mit der Bahn auf’s Goldeck fahren und von der Bergstation aus los wandern.

Die Straße endet am Parkplatz Seetal auf 1.883 m knapp unter dem Gipfel des Goldecks. Warum der Seetal heißt erschließt sich mir nicht, da weit und breit kein See in Sicht ist. Dafür aber ein traumhafter Panoramablick in die Karawanken und Julischen Alpen.

Und an diesem Tag gibt es ein Feuerwerk an Orange- und Gelbtönen von den herbstlich verfärbten Lärchenwäldern dazu. Allein dieses Leuchten macht die Tour zu einem ganz besonderen Erlebnis. So intensiv habe ich das noch nie gesehen.

Der Aufstieg zum Staff

Am Parkplatz (1.883 m) gibt es ein Gasthaus, das aber derzeit geschlossen ist. Der Bau ist auch eher  ein Schandfleck hier inmitten dieser atemberaubenden Natur. Typisch 1980-er Jahre. Groß und nicht wirklich schön. Gegenüber wurde gerade eine neue Hütte gebaut, die wohl ab nächstes Jahr in Betrieb sein wird. Wie Ihr oben seht, hat man bei der Planung dieser Hütte dran gedacht, dass sie sich gut in die Natur einfügen soll.

Nach kurzer Suche finde ich dann auch den ersten Wegweiser zu meinem ersten Gipfel, dem Staff (2.217 m). Auf dem Schild steht, dass die Tour 4 Stunden dauern soll. Hab ich mir da doch etwas zu großes vorgenommen? Ich kann Euch beruhigen, denn ich habe dann nur 2,5 Stunden bis zum Gipfel gebraucht.

Also marschiere ich los. Zunächst geht es fast eben zur Kapelleralm. Am Eingang zum Weidegebiet finde ich das Schild oben. Da wird mal auf witzige Wiese erklärt, was Hunde doch für Schaden anrichten können. Der Weg führt über eine Forststraße, die auch als Zufahrt zu den Almhütten genutzt wird. Das Vieh ist aber Mitte Oktober schon wieder im Tal. Wie ich feststellte, hatte ich sowieso Glück. Das war der letzte Tag, an dem die Bergbahn gefahren ist, und auch die Hütten machen dann erst mal zu.

So früh am Morgen ist es noch ruhig an der Kapelleralm. Ich werde den ganzen Tag über nicht viele Menschen treffen. Aber ganz alleine habe ich den Berg natürlich nicht für mich an einem so wunderschönen Sonntag. Es sind hauptsächlich die Einheimischen, die das gute Wetter nutzen und auf den Berg gehen.

Der Gipfel des Staff

Und dann habe ich den ersten Blick auf den kompletten Gipfel des Staff. Ganz schön beeidruckend. Und diese Farben des Herbstwaldes. Das ist schon spektakulär. Ich kann mich gar nicht satt sehen daran.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Weg führt mich weiter zur Gusenalm, die auf 1.740 m liegt. Das heißt also 140 Höhenmeter runter, bevor es dann wieder bergauf geht. Aber es sind dann ja nur 470 m bis zum Gipfel des Staff. Da hab ich schon Schlimmeres überstanden. Auch an der Gusenalm ist es am Morgen noch ruhig. Wobei ich von Weitem sehe, wie jemand Alles für den Betrieb herrichtet. Ich komme ja später wieder hier vorbei, dann mache ich auch eine Rast. Die Hütte gefällt mir nämlich. Schaut so schön urig aus.

An der Gusenalm geht es noch ein Stück weiter bergab und in einen kühlen Wald. Aber es gibt auch immer wieder Lichtungen, die tolle Ausblicke bieten. Plötzlich hört der Weg auf und ich kann keinen Wegweiser finden. Habe ich mich etwa verlaufen und die Abzweigung zum Gipfel verpasst? Meine Freunde haben mir eine Wanderkarte mitgegeben und eigentlich bin ich bis hierher richtig gelaufen. Also gehe ich wieder ein Stück zurück und suche nach der Abzweigung. Und tatsächlich bin ich, abgelenkt von der tollen Umgebung, dran vorbei gelaufen.

Ich verlasse den Forstweg und gehe nun auf einem weichen Waldpfad weiter. Dieser steigt gemächlich an der Nordflanke des Berges an. So wird der Anstieg ein Spaziergang und strengt nicht wirklich an. Da ich auch die meiste Zeit im Schatten laufe, komme ich nicht mal ins Schwitzen. Ich muss trotzdem ständig stehen bleiben und diese bunten Bäume bewundern.

Langsam gewinne ich an Höhe und die Aussicht wird wieder spektakulärer. Nun kann ich über das Goldeck hinaus bis zum Reißeck sehen. Die Eckwand wäre übrigens einer der 4 Gipfel gewesen, die in der Tour, die ich machen wollte beschrieben war. Vom Staff aus gibt es einen Höhenweg, den man zur Eckwand und zum Latschur laufen kann. Dann kommt man über die Siflitzhütte wieder zurück zur Gusenalm. Beim nächsten Mal dann.

Der Wald wird bald lichter und ich stehe am Fuß der Nordwand des Staff. Faszinierend wie die Lärchen sich an die Felswand klammern und wirklich jede Nische nutzen. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich an diesen herbstlich gefärbten Bäumen nicht satt sehen konnte? 🙂

Besonders faszinierend fand ich dann diese Bäume, die von der hinter dem Berg aufsteigenden Sonne so angestrahlt wurden. Das hat so was filigranes. Der Weg wurde dann etwas steiler, aber immer noch nicht wirklich anstrengend. Und so erreiche ich schon bald eine Mulde zwischen dem Staff und der Eckwand.

Nun ist es nicht mehr sehr weit bis zum Gipfel. Der Blick nach Norden in die Tauern und Nockberge wird auch immer grandioser. Gemütlich gehe ich weiter. Es ist wirklich sehr schön hier oben. Nur selten höre oder sehe ich Menschen. Etwas weiter unten im Wald hörte ich in der Ferne einen Hund bellen. Den werde ich später mitsamt seinem Herrchen noch treffen. Am Ende der Mulde zeigt ein Wegweiser auf ein kurzes Stück Felswand, das ein bisschen schwieriger zu gehen, oder besser gesagt zu kraxeln ist.

Die Markierungen führen durch diese Felswand, die nicht gesichert ist. Aber keine Angst, es gibt immer Stellen, an denen man Halt findet und so hoch ist es nicht. Ich brauche nur ein paar Minuten bis ich durch bin. Wem das nicht behagt, der kann einen kleinen Umweg gehen und über eine Wiese zum Eckwandsattel laufen, von wo es dann auf dem Grat weitergeht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und dann stehe ich auf dem Sattel. Links geht es weiter zum Gipfel des Staff und rechts würde der Weg zur 4-Gipfel Tour abgehen. Auf dem Blick in die Hohen Tauern seht Ihr einen kleinen weißen Punkt. Das ist der Großglockner. Diese Sicht ist echt atemberaubend. Wie weit man hier sieht! Aber ich bin ja noch nicht ganz auf dem Gipfel. Ab hier solltet Ihr schwindelfrei sein und trittsicher. Denn das letzte Stück zum Gipfel führt über einen schmalen Grat.

Kurz vor dem Gipfel sehe ich durch diese Felsspalte auf die Gusenalm. Und dann ist es geschafft. Ich habe den Staff bezwungen und stehe nun auf 2.217 m mit einer atemberaubenden Aussicht und einem tiefblauen Himmel. Das ist immer wieder ein erhebendes Gefühl. Und bei diesem Panorama rund herum, noch viel mehr. Und von wegen man braucht 4 Stunden bis hierauf! Ich war nach 2,5 Stunden schon auf dem Gipfel.

Über den Eckwandsattel zur Gusenalm

So lange ich noch am Gipfel bin, nehme ich mir die Zeit für ein kleine Jause.  Dabei kann ich das Panorama noch ein bisschen genießen. Irgendwann muss ich dann doch wieder aufbrechen. Ich habe ja noch ein Stück zu gehen und will ja noch einen zweiten Gipfel erklimmen. Vom Gipfel abwärts folge ich zunächst dem Weg, auf dem ich gekommen bin. Bis ich zu dem Wegweiser Richtung Eckwandsattel komme.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich folge also dem Weg über den Grat, der zur Eckwand führt. Das muss nun der 4-Gipfelweg sein. Und voller Erstaunen entdecke ich dann noch diesen Enzian. Das hätte ich zu dieser Jahreszeit nicht mehr erwartet. Laut meinen Freunden war das aber keine verspätete Blüte, sondern eine verfrühte.

Beim nächsten Wegweiser überlege ich kurz, ob ich vielleicht doch den etwas längeren Weg gehen soll. Aber erstens fühle ich mich doch schon etwas erschöpft, zweitens habe ich ja mit dem Goldeck noch einen Gipfel vor mir (den könnte man natürlich auch weglassen) und drittens will ich ja an den nächsten beiden Tagen noch andere Touren gehen. Ich denke mal, dass das nicht mein letzter Besuch in Kärnten sein wird.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Also gehe ich zurück zu der Mulde, aus der ich vorhin zum Staff hochgeklettert bin. Das wäre dann der Weg, den Ihr gehen müsst, wenn Ihr nicht durch den Felsen kraxeln wollt. Der Pfad führt zwar mehr oder weniger gerade über die Wiese hinab, ist aber wirklich gut zu gehen und der Untergrund ist schön weich. So wirklich steil ist der Abstieg über diesen Weg auch nicht.

Und wieder erreiche ich diesen bunten, herbstlichen Lärchenwald und habe das Gefühl, dass die Farben in der Nachmittagssonne noch intensiver leuchten. Und ich mochte bis dato den Herbst nicht so sehr, weil danach der Winter kommt, und weil er oft so regnerisch und kühl ist. Aber bei dem Wetter? Einfach nur genial!

Bald darauf stehe ich also wieder an der Gusenalm. Hier ist jetzt auch richtig was los. Der Wirt ist super nett, und schnell fühlt man sich hier wie unter Freunden. Wer ankommt grüßt die ganze Mannschaft und wer geht verabschiedet sich von allen. Das ist eines der Dinge, die mir beim Bergwandern so gefallen. Am Berg duzt man sich, hier sind Beruf und Stand völlig egal. Plötzlich unterhält man sich angeregt mit Leuten, die man im Tal niemals treffen würde. Wär ja irgendwie eine gute Idee, wenn man dieses Feeling mit ins Tal nehmen könnte. Aber da muss ich mich an die eigene Nase fassen und gestehen, dass ich das auch nicht mache.

Etwas wehmütig blicke ich also zurück auf den Gipfel des Staff und genieße mein alkoholfreies Weißbier. Als ich nach einem zweiten frage, werde ich enttäuscht. Auch diese Hütte hat heute den letzten Tag geöffnet. Aber es gibt noch ein alkoholfreies Helles. Geht auch. Auch hier auf der Hütte könnte ich gerne noch lange sitzen bleiben, aber ich habe ja noch einen letzten Anstieg zu bewältigen.

Theoretisch könnte ich ja auf dem Weg, den ich heute morgen gekommen bin, zurück zum Auto wandern. Ich entscheide mich aber für den Waldpfad, der oberhalb der Forststraße verläuft. Und entdecke hier noch ein paar Kuriositäten, wie die bizarr geformte Baumwurzel oben. Schaut irgendwie aus, wie ein Vogel aus der Dino-Zeit.  Der Pfad führt dann aber nicht direkt auf das Goldeck, sondern zunächst wieder zur Kapelleralm. Auch hier ist jetzt am Nachmittag sehr viel los.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von der Kapelleralm geht es dann aber recht steil und gerade noch einmal 300 m nach oben zum Seetalnock. Das fühlt sich dann irgendwie als anstrengendster Teil der ganzen Tour an. Aber das Panorama entschädigt definitiv dafür. Auch wenn ich den ganzen Tag schon solch spektakuläre Ausblicke genießen konnte.

Zum Goldeck gibt es eine schöne Sage. Alle zehn Jahre errichten weiße Frauen, die Saligen, ein Schloss irgendwo am Goldeck. Der Berg hat seinen Namen, weil in seinem inneren armdicke Goldadern verlaufen. Aber nur die Saligen wissen, wo diese verlaufen. Und wer ihr Schloss findet, darf sich soviel Gold mitnehmen wie er tragen kann. Eines Tages findet ein Hirte zum Schloss und eine alte Frau verspricht ihm eben so viel Gold, wie er tragen kann. Der Hirte ist aber etwas zu pflichtbewusst und will erst seine Herde einpferchen. Als er wieder zu der Stelle kommt, an der er das Schloss gesehen hatte, war es verschwunden. Pflichtbewusstsein zahlt sich leider nicht immer aus.

So erreiche ich also die Nordseite des Goldecks. Von hier habe ich einen Blick über das Drautal und die gegenüberliegenden Nockberge bis zum über 2.600 m hohen, schneebedeckten Reißeck. Inzwischen ist es später Nachmittag geworden und als ich zur Bergstation der Goldeckbahn komme, ist die letzte Gondel schon im Tal. Im Winter könnt Ihr hier am Goldeck auch Ski fahren.  Er wird auch der Sportberg genannt und Ihr habt hier noch viele weitere Möglichkeiten Euch aktiv zu betätigen. Besonders reizen würde mich ja die Sonnenaufgangsfahrt, die die Bergbahn anbietet. Ein Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Das muss ja nun wirklich die Krönung sein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich muss zugeben, dass ich dann die letzten Meter zum Gipfel doch nicht mehr hochgegangen bin. Die Tour in der dünnen Bergluft hat mich dann doch ein kleines bisschen mehr angestrengt, als ich mir selbst eingestehen wollte. Über eine gut befestigte Schotterstraße gehe ich also zurück zum Parkplatz, der inzwischen wieder fast leer ist. Was war das für ein tolle Tour, aber jetzt freue ich mich auf ein Stück vom weltbesten Apfelstrudel bei meinen Freunden.

Ich hoffe Euch hat mein Post auch dieses Mal wieder gefallen und Lust auf die Berge gemacht. Wie immer würde ich mich über Kommentare von Euch freuen.

 

 

Blick auf den Wilden Kaiser

Von Kufstein ins Kaisertal

Heute möchte ich Euch von einer landschaftlich sehr reizvollen Tour erzählen, die -abgesehen vom Aufstieg- nicht sehr anstrengend ist. Das Kaisertal liegt zwischen dem Zahmen Kaiser im Norden und dem Wilden Kaiser im Süden. Wer nicht ganz so hoch hinaus will, kann den Aufstieg auf die Naunspitze auch weglassen.

Weiterlesen

Garmisch-Partenkirchen: Wanderung über den Kramer

Heute stelle ich euch eine Tour vor, die in manchen Abschnitten etwas anstrengender ist. Belohnt werdet Ihr immer wieder mit tollen Aussichten auf das Zugspitzmassiv. In meinem Führer war sie in entgegengesetzter Richtung ausgeschrieben, aber da ich zum Abschluss auf der St. Martinshütte einen dieser leckeren Blaubeerpfannkuchen essen wollte, hab ich die Tour in anderer Richtung gemacht. Je nachdem, ob Ihr lieber einen anstrengenden Aufstieg oder Abstieg haben wollt, könnt Ihr die Richtung wählen.

Weiterlesen