Vom Schliersee zur Brecherspitze

Bei dieser Tour erwartet euch ein absolutes Traumpanorama. Vom Gipfel blickt ihr auf drei Seen: Schliersee, Spitzingsee und Tegernsee. Der Aufstieg zur Ankelalm ist relativ einfach. Die einzige Schwierigkeit ist ein sehr schmaler Grat, den ihr beim Abstieg über die Nordflanke zur Freudenreichalm bewältigen müsst. Dafür ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Ein kurzes Stück ist drahtseilgesichert. Wenn ihr euch das nicht zutraut, könnt ihr auf dem Aufstiegsweg wieder absteigen. Eine echte Genusstour in den Schlierseer Bergen.

 

Gesamtlänge: 12,6 Kilometer

Gehdauer: 6 Stunden

Höhenmeter im Aufstieg: 850

Höhenmeter im Abstieg: 860 m

Für heute habe ich mir eine Tour ausgesucht, bei der ich bequem mit der Bahn von München aus anreisen kann. Es ist wieder mal ein traumhafter Tag mit strahlend blauem Himmel und schon die Anfahrt mit dem Zug ist gemütlich. Offensichtlich fahren nicht ganz so viele Menschen an den Schliersee und so ist der Zug nicht so überfüllt, wie auf der Strecke nach Tegernsee oder Lenggries.

 

In Neuhaus wäre ja auch das Freilichtmuseum von Markus Wasmeier. Das muss aber warten. Bergtour und Museum lässt sich zeitlich nicht verbinden. Also pack ich erst mal ne Ladung Sonnencreme auf Kopf und Arme und schon kann es los gehen. Die Tour beginnt mit einem Spaziergang durch Neuhaus. Nette alte Bauernhäuser verstecken sich hier in riesigen Gärten. Das ist sehr idyllisch.

 

Nach ein paar Minuten erreiche ich den Dorfrand. Hier folgt der Weg der Strecke der Neuhauser Bockerlbahn. Im Januar 1919 riss ein Föhnsturm eine Schneise von 5 Kilometer Länge und 3 Kilometer Breite in den Wald südlich des Spitzingsees. Weitere Stürme im März und Juli fegten die Bäume, die noch standen weg. So lagen ca. 300.000 Bäume in unwegsamen Gelände, die schnellstmöglich abtransportiert werden mussten, um die Ausbreitung von Ungeziefer (Borkenkäfer) zu verhindern. Bereits Mitte Februar 1919 lag dann ein Plan zum Bau einer 12 Kilometer langen Bahnstrecke vor. Über diese Bockerlbahn wurde das Holz nach Fischhausen-Neuhaus transportiert. 3 Jahre später war das Holz beseitigt und die Bahn wurde wieder abgebaut. Heute könnt ihr auf der ehemaligen Bahntrasse wandern. An mehreren Stellen gibt es Hinweisschilder, die euch die Geschichte der Bahn erklären.

 

Dem Weg der Bockerlbahn folge ich aber nur eine kurze Strecke, denn kurz darauf kommt die Abzweigung zur Ankelalm. Über eine Forststraße geht es nun gemächlich aufwärts. Der Weg führt durch dichten Wald ist aber so breit, dass die Sonne ihn bescheint. Dennoch bleibt es so angenehm kühl. Zwischendurch komme ich immer wieder an Lichtungen, die Ausblicke auf die umliegenden Berge zulassen. Bis jetzt ist die Tour wirklich ein echter Genuss.

 

Nach etwa 1,5 Stunden öffnet sich der Wald zu einer Alm. Die Wiesen sind saftig grün und nur vereinzelt sind noch Bäume zu sehen. Zu meiner rechten erhebt sich nun eine Felswand. Ab hier wird der Weg sehr sonnig. Zu meinem Glück ist es heute aber nicht allzu heiß. Vereinzelt zeigen sich ein paar Schönwetterwolken am Himmel. Na, so wie der Himmel in Bayern eben sein muss: blau-weiß. Noch ein kurzer Anstieg und ich erreiche die Ankelam.

 

Die Hütte schaut sehr neu aus. Im Netzt habe ich einen Hinweis gefunden, dass die wohl 2018 neu gebaut wurde. Die Hütte ist sehr nett geworden. Es gibt nur wenige Sitzplätze an der Hütte, aber ich finde dann doch einen Tisch im Schatten. So wie es ausschaut gibt es hier nur kleine Jausen. Ich will aber eh nur was trinken und habe noch keinen Hunger. Ich sitze auf der dem Tal abgewandten Seite und schaue auf den Gipfel und die Senke, die er überragt.

 

An der Hütte laufen glückliche Hühner frei herum. Manche haben einen witzigen Kopfschmuck. Zu welchem Friseur die wohl gehen? Waschen, legen, föhnen. Wenn ich das richtig recherchiert habe, heißt die Rasse Druffler Haubenhuhn und ist wohl sehr legefreudig. Die Hühner wissen, dass hier von den Tischen immer wieder mal Brotkrumen fallen und sind sehr zutraulich. Sorry, aber von mir gibt’s grad nix.

 

Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Ein kurzer Anstieg und ich habe die gesamte Senke vor mir und bin erstaunt. Sowas hätte ich hier nicht erwartet. Wunderschön. Zu meiner Linken sehe ich den Gipfel der Brecherspitze. Zu beiden Seiten umschließen langgezogene Bergrücken das Tal. Ich denke hier ist das Wort idyllisch angebracht.

 

Wenige Minuten nach der Hütte biegt der Pfad nach links ab und führt nun etwas steiler den Berg hinauf. Hier sehe ich dann viele Blumen. Und plötzlich stehen diese beiden Kühe neben mir und schauen mich an. Seit ich mich bei meiner letzten Tour eine Kuh fast angegriffen hätte, habe ich noch mehr Respekt vor diesen Tieren. Aber diese beiden bleiben friedlich. Als ich mich dann noch einmal umdrehe, habe ich den ersten Blick auf den Schliersee. Blau schimmert das Wasser im Tal.

 

Ich folge weiter dem Pfad bergaufwärts. Es geht jetzt zwar etwas steiler aufwärts, aber immer noch nicht wirklich anstrengend. Den Gipfel habe ich jetzt ständig im Blick. Aber auch das Tal der Ankelalm und immer wieder den Schliersee. Nach etwa 30 Minuten erreiche ich einen Grat und der gibt den Blick Richtung Osten und Süden frei. In der Ferne kann ich nun den markanten Gipfel des Wendelsteins sehen. Ich muss gestehen, dass ich die Bahn genommen habe um dort hinauf zu kommen.

 

Diese Aussicht muss ich erst einmal etwas genießen. Ist das nicht traumhaft? Das bayrische Oberland liegt zu meinen Füßen. Tief unten im Tal kann ich die Straße zum Spitzingsee sehen. Diese Aussicht könnte ich ja noch eine Weile genießen, aber vom Gipfel wird es bestimmt noch besser. Also folge ich dem Pfad, der mich nun in einen Wald aus Latschenkiefern führt.

 

Auch hier zwischen den Latschen finde ich noch wunderschöne Blüten. Der Blick auf den Schliersee wird mit jedem Meter noch schöner. Ziemlich am Ende des Nordgrats des Gipfels sehe ich dann diese kleine Kapelle. Noch ist sie ziemlich weit weg, aber wenn ich das auf der Karte richtig sehe, werde ich sie nachher noch aus der Nähe sehen.

 

061-gipfelpanorama mit schliersee

Wendelstein

062-gipfelpanorama richtung norden

Sptizingsattel

Ein kurzes Stück unterhalb des Gipfel ist etwas felsig, aber kein Problem. Und dann ist es geschafft. Wie ich bereits geahnt habe ist die Aussicht hier oben wirklich atemberaubend. Im Nordosten liegt der Schliersee, im Süden der Spitzingsee und im Westen kann ich ein Stück des Tegernsees sehen. Hier auf dem Gipfel ist ganz schön was los. Macht sich doch bemerkbar, dass diese Tour so einfach mit der Bahn zu erreichen ist.

 

Ich suche mir erst mal einen Sitzplatz, genieße diese Aussicht und lasse meine Gedanken schweifen. Das ist einfach traumhaft hier oben. Dieser Platz gehört nun definitiv zu meinen Highlights in den Alpen.

Nach einer längeren Pause mache ich mich dann aber wieder auf den Weg. Der Abstieg ist streckenmäßig etwas länger als der Aufstieg, also werde ich noch ein paar Stunden unterwegs sein.

 

Die ersten Meter sind noch problemlos zu gehen. Wie auf der Westseite, über die ich hoch gegangen bin, geht es durch Latschenwald. Die oberste Spitze des Berges ist wie ein Kegel. Aber schon bald erreiche ich den Nordgrat und stelle fest, dass dieser Weg für manche eine Herausforderung darstellen könnte. Ihr müsst hier ein gutes Stück über einen sehr schmalen Grat gehen. Der Pfad ist gut präpariert, aber ich kann mir vorstellen, dass Menschen mit Höhenangst hier ein Problem kriegen. Zu beiden Seiten geht es steil ins Tal.

 

Ein kurzes Stück ist mit einem Drahtseil gesichert. Für mich sind solche Stellen ja das Salz einer Tour. Was ich immer wider faszinierend finde, ist, dass die Menschen am Berg so rücksichtsvoll sind. Als ich an der ausgesetzten Stelle ankomme, bleiben die Wanderer, die mir entgegen kommen stehen und warten bis ich durch bin. Wäre schön, wenn das im Tal auch funktionieren würde mit der Rücksicht.

 

Auf dem eben Weg komme ich schnell voran. Fast zu schnell, denn ich will ja das Panorama möglichst lange genießen. An der Stelle mit der Votivtafel ist ein junger Mann verunglückt. Er wurde an dieser Stelle vom Blitz getroffen. Jeder weiß ja, dass das Wetter hier in den Bergen schnell umschlagen kann. Das ist einer der Gründe, warum ich mich nur bei sicherem Wetter auf Tour begebe. Und ich versuche immer schon früh morgens aufzusteigen. Die Gefahr eines Gewitters steigt am späten Nachmittag rasant an.

 

Kurz nach dem Marterl folgt noch ein kurzer Gegenanstieg. Danach habe ich noch ein letztes Mal diesen tollen Blick hinüber zum Wendelstein. Und einen ersten Blick auf die Freudenreichkapelle. Dass die noch steht! Sie sitzt direkt auf dem Grat und ist hier Wind und Wetter ausgesetzt. An dieser Stelle muss der Wind eigentlich ziemlich heftig sein. Aber scheinbar scheint das Kirchlein solchen Widrigkeiten gut zu widerstehen.

 

Als ich dann endlich vor der Kapelle stehe, stelle ich fest, dass sie fest vertäut ist. Lag ich also richtig mit meiner Annahme, dass es die sonst weg blasen würde. An der Kapelle gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder geht ihr weiter über den Grat zurück zur Ankelalm oder ihr steigt über eine Wiese hinunter zur Freudenreichalm. Ich entscheide mich für letzteres. Das erste Stück ist sehr steil, aber auf dem weichen Wiesenboden lässt sich das gut abfedern.

 

Nach kurzer Zeit bin ich dann aber wieder auf etwas ebenerem Boden unterwegs. Durch saftige Almwiesen führt der Weg an mehreren Hütten vorbei. Langsam krieg ich jetzt auch Hunger und freue mich auf die Freudenreichhütte. Wäre ja interessant zu wissen wo der Name her kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in grauer Vorzeit eine große Freude war, hier oben das Vieh zu hüten.

 

Dann bin ich endlich an der Hütte. Die ist recht einfach, aber schaut aber sehr einladend aus. Unter dem Vordach ist ein Brunnen, auf dem eine Marienstatue thront. In den Hang hineingebaut ist ein Keller, der von außen wie ein weiteres Haus ausschaut. Eine nette junge Frau fragt mich nach meinen Wünschen. Erst mal was kaltes zum Trinken. Zum Essen gibt es eine Bretteljause mit Speck, Käse, Wurst und Gurke. Und richtig leckerem Brot, das selbst gebacken schmeckt. Köstlich.

 

Am Nebentisch sitzen Einheimische und führen angeregte Diskussionen. Man hat von der Hütte zwar keinen spektakulären Panoramablick, aber die Lage ist dafür umso idyllischer. Die Toilette grenzt an den Stall an und gespült wird diese mit Wasser aus Eimern. Ein Wunder, dass die dennoch so sauber ist.

Auch diesen schönen Ort muss ich irgendwann wieder verlassen. Ich habe ja noch ein gutes Stück zu laufen, bevor ich wieder in Neuhaus bin. Ab hier führt der Weg wieder über eine Schotterstraße. Die Wanderung wird nun wieder zum Spaziergang.

 

Zunächst geht es noch über eine Almwiese, aber bald erreiche ich den Wald. Der ist hier zwar noch recht jung. Offensichtlich wurde hier erst vor ein paar Jahren aufgeforstet. Immerhin mit Laubbäumen und nicht mit den sonst üblichen Fichten. Das wird mal ein schöner Wald. Am Wegesrand sehe ich dann wieder seltene Blumen, aber auch schon die ersten reifen Beeren, die so richtig schön rot leuchten.

 

An einer Wegkreuzung sehe ich diese gelben Blumen. Fast als wollten sie mir den Wg weisen. Und kurze Zeit später sehe ich diese Tollkirschen. Irgendwie finde ich die Blüten ja sehr schön. Aber natürlich lasse ich meine Finger von dieser hochgiftigen Pflanze. Das Gift der Beeren verursacht zunächst ein pelziges Gefühl im Mund und später zu Halluzinationen, Herzrasen und Atemlähmung. Also Finger weg!

 

Kurz darauf dann stehe ich vor dieser alten aber sehr kunstvoll gestalteten Säule. Die schaut wirklich alt aus und könnte mal restauriert werden. Ein gewöhnliches Marterl ist das nicht. Leider kann ich aber keinen Hinweis finden was genau die Bedeutung dieses Steins ist.

 

Noch ein paar Minuten später komme ich an dieser Kapelle vorbei. Ist ja immer wieder interessant, was man so an religiösen Monumenten in den Wälder der Alpen findet. Offensichtlich war es früher zuweilen gefährlich in den Wäldern. Allerdings sind das auch schöne Fotomotive.

 

So erreiche ich dann auch schon bald wieder Neuhaus. Noch einmal bewundere ich diese alten Bauernhäuser, die sich im Wald verstecken. Aber so sehr ich die Natur auch liebe, hier zu wohnen wäre mir dann wahrscheinlich doch zu einsam. Vielleicht würde ich meine Touren dann auch nicht mehr so schätzen, wenn ich jeden Morgen von singenden Vögeln geweckt werde.

Ich hoffe ihr habt jetzt auch Lust bekommen auf die Brecherspitze zu gehen. Ich kann es euch nur empfehlen. Lasst mich wissen, wie es euch gefallen hat.

Über das Krottenbachtal zur Tölzer Hütte

Vom Ufer des Sylvenstein-Stausees führt diese Tour zunächst auf recht ebenem Forstweg durch dichten Wald. Danach geht es oberhalb der Krottenbachklamm immer noch angenehm Richtung Delpsee. Der Aufstieg am Ende des Tals zum See ist steil und recht anstrengend. Die Belohnung ist das geniale Karwendel-Panorama von der Tölzer Hütte. Die komplette Tour ist recht lang und so braucht man durchaus eine gute Kondition. Da ich nicht wusste, wie lange ich brauchen werde bin ich dieses Mal mit dem Auto gefahren.

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Über den Fockenstein

,Diese Tour ist zwar etwas länger, aber vom Fockenstein aus habt ihr ein grandioses Panorama. Bis auf das letzte Stück zum Gipfel, wo ihr ein bisschen kraxeln müsst, gibt es keine wirklich schwierigen Passagen und so kann fast jeder diese Tour gehen. Euch erwartet ein traumhaftes Panorama mit Blick über den Tegernsee und in die Zentralalpen. Auch die alles dominierende Zugspitze bekommt ihr zu sehen. Allerdings müsst ihr doch einige Kilometer zurück legen. Das lässt sich vermeiden, wenn ihr vom Gipfel über den Aufstiegsweg wieder ins Tal geht. Wenn ihr die Tour nach meiner Beschreibung macht, ist es sinnvoll mit der Bahn zu reisen.

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Osterwanderung im Tegernseer Land

Der April war ja schon recht warm und so habe ich beschlossen das schöne Wetter am Ostersonntag für eine erste Wanderung zu nutzen. Mir war ja klar, dass nach den heftigen Schneefällen des Winters in höheren Lagen noch sehr viel Schnee liegt, also habe ich mir eine Tour ausgesucht, bei der ich nicht so hoch hinauf steigen muss, um einen tollen Panoramablick zu genießen. Es sollte sich dann aber herausstellen, dass ich doch zu hoch hinaus wollte.

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Über die Rodenecker Alm

Für meinen letzten Urlaubstag in Südtirol habe ich mir eine etwas leichtere  Tour ausgesucht. Nach zwei Tagen mit vielen Höhenmetern wollte ich es gemütlicher angehen. Der Guide, mit dem wir zur Wilden Kreuzspitze wollten, erzählte uns von der Rodenecker Alm. Dort soll es einen schönen Panoramaweg geben. Vom Parkplatz Zumis auf 1725 m geht es ohne große Steigung über die Rodenecker Alm und  ihr genießt traumhafte Aussichten auf die Zillertaler Alpen im Norden und die Dolomiten im Süden. Diese Genusstour empfiehlt sich für alle, die nicht viele Höhenmeter bewältigen wollen, aber dennoch ein außergewöhnliches Naturerlebnis suchen.

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Von der Fane Alm zur Seefeldspitze

Rund um das Valser Tal gibt es einige Gipfel, die alle ein traumhaftes Panorama über die Dolomiten im Süden und die Zillertaler Alpen im Norden bieten. Nachdem es mit der Wilden Kreuzspitze nicht geklappt hat, habe ich am Tag darauf die Seefeldspitze in Angriff genommen. Die Tour startet auch am Parkplatz der Fanealm. Wer es eilig hat nimmt die Abkürzung und geht steil über einen Pfad direkt nach oben. Weniger anstrengend ist es, wenn ihr bis zur Tschirnaunalm dem Schotterweg folgt. Ab der Tschiraunalm ist die Beschilderung nur noch sporadisch vorhanden, aber man kann sich im offenen Gelände gut orientieren und findet den Weg auch ohne Wegweiser. Neugierig geworden? Dann lest hier weiter.

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Zur Wilden Kreuzspitze

Die Wilde Kreuzspitze ist ein 3.134 m hoher Berg am Ende des Valser Tals in Südtirol nahe der Grenze zu Österreich. Bei der Vorbereitung meiner Reise, war diese Tour die einzige, die ich in Wanderführern beschrieben fand. Mich reizte es, mal auf einem 3.000er zu stehen. Der Aufstieg ist nicht allzu anstrengend, aber so ab ca. 2.500 m Höhe kann es sein, dass euch die dünne Luft etwas zusetzt. Richtig steil wird erst das letzte Stück vom Rauhtaljoch zum Gipfel. Leider konnten wir aber nicht aufsteigen, weil das Wetter umschlug und ein heftiger Wind Schneewolken von Österreich herüber trieb. Neugierig geworden? Dann lest hier weiter.

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Gemütliche Wanderung von Vals nach Meransen

Bei dieser Tour müsst Ihr zu Beginn einen Anstieg von etwa 450 Höhenmetern entlang einer Skipiste überwinden. Der ist teilweise etwas steil, aber durchaus zu bewältigen. Sobald Ihr aber die Bergstation des Skilifts auf der Tanne erreicht habt, geht es über Forstwege gemütlich talwärts. Im ersten Teil der Strecke habt Ihr wunderschöne Ausblicke Richtung Jochtal und zum Gänsebichl. Von Meransen aus blickt Ihr dann in die Dolomiten mit der Geislergruppe und das Pustertal. Eine ideale Tour, wenn Ihr es mal etwas ruhiger angehen wollt. Auf tolle Panoramen müsst Ihr dennoch nicht verzichten.

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Valler Tal in Südtirol

Bei der Vorbereitung dieser Reise habe ich mich zunächst für das Hotel Falkensteiner Hof in Vals entscheiden, weil es einen sehr großen Wellnessbereich besitzt, den ich dann auch ausgiebig genutzt habe. Im zweiten Schritt habe ich dann nach Wandermöglichkeiten gesucht. Das war etwas schwieriger. Offensichtlich ist diese Gegend nicht so angesagt wie andere Teile der Dolomiten. Das Wandergebiet Gitschberg/Jochtal liegt an der Grenze zwischen der Eisack-Region und dem Pustertal. In den Wanderführern, die ich durchgeblättert habe, gab es nur einen einzigen Tourenvorschlag in der Gegend zur Wilden Kreuzspitze. Vor Ort habe ich ein sehr abwechslungsreiches Wandergebiet erkundet, in dem es viele unterschiedliche Touren gibt. Mir hat es sehr gut gefallen und ich würde sofort wieder hinfahren.

Vals in Südtirol

Das kleine Dorf liegt auf 1.350 m Höhe im Valler Tal inmitten von saftig grünen Wiesen. Rund um das Tal erheben sich hohe Berge wie der Gurnatsch oder auch Gaisjoch mit 2.641, die Seefeldspitze (2.715 m) und als Krönung die Wilde Kreuzspitze mit 3.132 m. Die Berge sind Teil der Pfunderer Berge, die im Norden an Österreich grenzen und zu den Zillertaer Alpen gerechnet werden. Vom Dorf aus habt Ihr in Richtung Süden einen tollen Blick auf die Geislergruppe und andere Dolomitengipfel.

Im Dorf gibt es eine handvoll Hotels und drei Geschäfte. Ansonsten ist hier aber nichts los. Da die Hotels alle die sogenannte 3/4 Pension (Frühstück, Abendessen und nachmittags Kaffee und Kuchen oder Suppe) anbieten, hätte es eine Wirtschaft aber auch schwer. Ich habe mir extra für diese Reise eine neue Kamera gekauft, die mir aber leider bei meinem ersten Rundgang herunter gefallen ist und am Tag darauf komplett den Geist aufgegeben hat.

Vals ist ein Ortsteil von Mühlbach am Eingang des Pustertals. Von Mühlbach führt eine Straße durch den Wald den Berg hinauf ins Valler Tal und auch in den anderen Ortsteil Meransen, über den ich in einem anderen Post schreiben werde. Wer also Ruhe und Entspannung in einer spektakulären Umgebung sucht ist hier bestens aufgehoben.

Hotel Falkensteiner Hof

Anfang Oktober kann man ja nicht davon ausgehen, dass das Wetter immer top ist und so habe ich bei der Wahl meines Hotels darauf geachtet, dass es einen großen Wellnessbereich gibt, in dem man einen Regentag verbringen kann. Der Falkensteiner Hof bietet das. Auf über 1.000 m² findet Ihr hier 4 verschiedene Saunen, ein Dampfbad, einen Whirlpool und einen hellen Ruhebereich. Das ist Alles noch sehr neu und wirklich toll gestaltet. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob es sein muss, dass mir die inzwischen verstorbene Seniorchefin der Falkensteiner Hotels im Whirlpool auf meinen Körper schaut. Ein Stock über dem Wellnessbereich befindet sich ein Hallenbad und ein Spa. Dort habe ich mir eine Südtiroler Holzstabmassage gegönnt. Eine echte Wohltat, bei der man einmal so richtig durchgewalkt wird. Und mit €65,- für 50 Minuten nicht überteuert.

Die Zimmer wurden erst vor Kurzem renoviert und sind mit viel Holz und sehr gemütlich eingerichtet. Bei meiner Ankunft lag auch ein Bademantel bereit und an der Garderobe hing eine Tasche mit einem Saunatuch. Das ist sehr praktisch, wenn man sich etwas Wellness gönnen will. Ich hatte ein Einzelzimmer, das etwas kleiner war als die anderen Zimmer, mir aber vollauf genügte. Der Schrank bot genügend Staufläche.

Ich habe leider keine Bilder vom Inneren des Hotels. Dazu hätte ich irgendwann mitten in der Nacht durchs Haus gehen müssen. Während der Herbstferien und mit dem 03.10. an einem Mittwoch war das Hotel komplett ausgebucht.

Die Einrichtung ist eine Mischung aus moderner Eleganz und ein bisschen Südtirol. Für meinen  Geschmack hätte es gerne etwas rustikaler sein dürfen. So ist das zwar sehr schön, aber irgendwie auch austauschbar.

Zum Frühstück gab es ein sehr gut bestücktes Frühstücksbuffet mit Wurst, Käse, großer Brotauswahl, Marmeladen und einer Kochstation, an der Eierspeisen und Pfannkuchen frisch zubereitet wurden. Genau richtig um sich für eine große Tour zu stärken.

Abends gab es täglich wechselnde Themenmenüs. Mal Italienisch, mal Fisch, und an einem Abend auch Südtiroler Spezialitäten. Begonnen wurde immer mit einem abwechslungsreichen Vorspeisenbuffet, danach gab es mindestens eine zweite Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Bei der Menüwahl konnte man auch immer ein vegetarisches Gericht wählen. Die Portionen waren nicht zu groß, sodass man satt wurde ohne übervoll zu sein. Wer nicht satt wurde, konnte sich auch jeden Abend noch am Käsebuffet und am Obstbuffet bedienen. Das Essen war wirklich sehr gut.

Wanderung ins Jochtal

Für meine  ersten Tag war schlechtes Wetter angekündigt. Als ich aber morgens aufgestanden bin, war es noch sehr schön. Also habe ich nach dem Frühstück nochmal an der Rezeption nachgefragt, was die meinen. Im Hotel arbeitet ein Mann, der auch als Bergführer ausgebildet ist. Der müsste mir doch sagen können, wie er die Lage einschätzt. Seiner Meinung nach sollte sich das Wetter noch ein bisschen halten. Also bin ich zu meiner ersten Tour aufgebrochen.

Vom Hotel aus sind es nur ca. 10 Minuten zu Fuß bis zur Talstation der Jochtalbahn. Im Hotelpreis inkludiert ist die Almencard Plus. Die berechtigt Euch zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und sowohl der Jochtal- als auch der Gitschbergbahn. Das spart dann doch wieder einiges an Geld. Die öffentlichen Verkehrsmittel habe ich nicht genutzt, in der Nebensasion fahren die nicht so oft und vor allem fuhren die nie dahin, wo ich gerade hin wollte.

020-valler tal und seefeldspitze

Das Wetter ist optimal zum Wandern und so nehme ich an der Talstation nicht die Bahn, sondern folge den Wegweisern Richtung Jochtal. Zunächst geht es noch ein Stück über ein geteertes Sträßchen bergaufwärts. Die Sicht ins Valler Tal ist beeindruckend. Weiter hinten im Tal sehe ich den Gipfel der Seefeldspitze. Mir gefällt es ganz gut hier.

Nach kurzer Zeit kommt dann eine Abzweigung, an der ich auf einen schmalen Waldpfad verwiesen werde. Dieser steigt gemächlich in Serpentinen durch den Wald nach oben. Zwischen den Bäumen erhasche ich immer wieder Ausblicke auf das gegenüberliegende Gaisjoch und das Tal. Gemütlich wandere ich weiter bergaufwärts. Hier im Wald ist es recht frisch und so bin ich froh, dass ich heute eine Jacke mitgenommen habe. Blumen gibt es so spät im Jahr keine mehr, dafür entdecke ich erste Herbstfarben.

Eine halbe Stunde später endet der Pfad dann auf der Skipiste. Da es keine Schilder gibt, gehe ich davon aus, dass ich dieser folgen muss. Ich sollte laut meiner Karte bald zur Nockalmhütte kommen. Während ich über die Piste gehe, kommt plötzlich ein frischer Wind auf. Es geht nun  pfeilgerade den Berg hoch. Das ist dann aber auch schon der anstrengendste Teil dieser Wanderung.

Der Wind wird immer heftiger und die Sonne hat sich inzwischen hinter dicken Wolken versteckt. Plötzlich fliegt mir ein Hüpfball entgegen. Der kann ja nur von der Hütte kommen. Ich hebe ihn auf nehme ihn mit. Tatsächlich sehe ich dann kurz darauf auch die Nockalmhütte. Auch wenn ich erst eine Stunde unterwegs bin, beschließe ich eine kurze Rast einzulegen. Ich bin der einzige Gast in der Hütte und die Wirtin freut sich, dass ich ihr den Ball zurück gebracht habe.

Wir kommen ins Gespräch. Durch die 3/4 Pension, die die Hotels im Tal anbieten, kommen wohl immer weniger Gäste, die auch etwas essen wollen. Außerdem meint sie, dass es wegen der Bahn nur noch wenige gibt, die den Berg hoch wandern. Die Hütte ist sehr nett und offensichtlich erst vor Kurzem neu gemacht worden. Geöffnet ist von Mitte Mai bis Ende Oktober und dann wieder von Dezember bis Ostern. Im Winter ist wohl mehr los, weil die Hütte direkt an der Piste liegt. In der Hoffnung, dass das Wetter noch eine Weile hält, breche ich dann aber wieder auf. Mein Getränk bekomme ich geschenkt, weil ich ja den Ball zurück gebracht habe.

Beim Verlassen der Hütte sehe ich dann auch warum das Jochtal heißt. Bis jetzt bin ich ja nur einen Berg hoch gelaufen und habe nichts von einem Tal gesehen. Hier auf 1766 m beginnt dann aber ein Tal. Schön wie sich das Laub der Heidelbeersträucher hier verfärbt hat. In der Sonne würde das bestimmt richtig leuchten. Der Wind pfeift weiter durch das Tal und es ist inzwischen recht frisch geworden. Inzwischen bin ich aber näher an der Bergstation der Jochtalbahn, als an der Talstation und so beschließe ich zumindest bis zur Bergbahn zu gehen.

Der Pfad verläuft recht eben durch das Tal. Erst am Ende des Tals kommt ein kurzer Anstieg. Auch wenn das Wetter immer schlechter wird, genieße ich dennoch diese erste Tour. Ich habe ja noch die ganze Woche vor mir und werde noch die ein oder andere Tour machen können. Und die Wettervorhersage für den Rest der Woche ist eigentlich sehr gut.

So erreiche ich dann bald das Valler Jöchl auf 1937 m. Von hier gäbe es einen schönen Höhenweg, der über die Bergkuppen des Valler Tals führt. Das wären aber ein paar Stunden und so wie es ausschaut gibt es auf diesem Weg keine Hütte. Der Wind pfeift hier noch stärker und inzwischen fallen auch die ersten Tropfen, also gehe ich dann doch in Richtung Bergbahn und werde mir dort überlegen, ob ich noch weiter gehen möchte oder doch wieder ins Tal fahre.

Auf dem kurzen Stück vom Valler Jöchl bis zur Bergstation sind nur 70 Höhenmeter zu überwinden. Der Pfad führt nur langsam steigend am Berghang entlang. In der kurzen Zeit, die ich für die Strecke benötige, fängt es dann aber an heftiger zu regnen und der Wind jagt die Tropfen waagrecht über den Gipfel. Da ich ja wie gesagt noch ein paar Tage in der Gegend bin, beschließe ich mit der Bahn ins Tal zu fahren und mich in der Hotelsauna aufzuwärmen und einen entspannten Nachmittag zu verbringen. Bis ich von der Talstation zurück im Hotel bin, bin ich komplett durchnässt und freue mich so richtig auf die heiße Sauna.

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Mühlbach in Südtirol

Am späten Nachmittag bin ich dann wieder aufgewärmt und fühle mich frisch und erholt. Auf meinem Zimmer habe ich einen Kühlschrank, aber der ist leer. Also beschließe ich vor dem Abendessen noch einen Abstecher nach Mühlbach zu machen und ein paar Getränke zu kaufen.

Mühlbach liegt am Eingang des Pustertals auf 750 m. Viel zu sehen gibt es hier eigentlich nicht. Das größte Gebäude ist der Ansitz Freyenthurn, eine Art Schloss, in dem sich die Klosterschule Herz-Jesu-Institut befindet.

Inzwischen hat es wieder aufgehört zu regnen, ist aber sehr kühl geworden. So mache ich noch einen kleinen Rundgang durch den Ort bevor ich meine Einkäufe erledige. Es ist sehr ruhig auf den Straßen, was wohl am Wetter liegt. Und die Sommersaison neigt sich ja auch dem Ende zu, daher sind auch keine Besucher unterwegs. Nach 30 Minuten habe ich genug gesehen und mache meine Einkäufe. So geht mein erster Tag in Südtirol zu Ende. Er war nicht ganz wie geplant, aber immerhin sehr erholsam. Und ich habe ja noch ein paar Tage um die eine oder andere Tour zu gehen. Da freue ich mich schon drauf.

Seen und Gipfel mit Blick auf die Zugspitze

Diese Tour gehört zu meinen persönlichen Top Ten. Verwunschene Bergseen, in denen sich die umliegenden Gipfel spiegeln, spektakuläre Aussichten und auch noch nicht allzu fordernd. Eine Traumtour, die nicht viel Kondition erfordert, aber wirklich abwechslungsreich ist. Sensationell auch die Lage der Coburger Hütte oberhalb des Drachensees. Und die meiste Zeit habt Ihr die Südseite der Zugspitze im Blick. Wenn Ihr die Bilder seht, werdet Ihr bestimmt gleich los wandern wollen. Also worauf wartet Ihr?

Ehrwald in Tirol

Dieser scheinbar nicht enden wollende Sommer beschert uns auch im September noch traumhafte Tage und so beschließe ich mal wieder zu einer Wanderung aufzubrechen. Noch sind Ferien und weil ich den Verkehr rund um Garmisch fürchte, nehme ich auch heute den Zug und fahre nach Ehrwald in Tirol.

Das Städtchen liegt am Fuß der Südseite der Zugspitze auf 994 m in einem ehemals sumpfigen Becken. Leermoos und Biberwier liegen in derselben Talsohle. Vom Ort fahren zwei Bergbahnen, die Euch auf die Berge bringen. Zum einen die Zugspitzbahn und dann noch die Ehrwalder Almbahn. Vom Bahnhof Ehrwald fährt ein Bus rund um das Tal. Bei der Ankunft seid Ihr so in ca. 10 Minuten an der Ehrwalder Almbahn. Bei der Rückfahrt müsst Ihr entweder die ganze Tour über Leermoos und Biberwier machen, oder aber Ihr steigt am Ehrwalder Kirchplatz aus und lauft noch ca. 10-15 Minuten zum Bahnhof. Ich habe auf der Rückfahrt die Runde gedreht. Die Fahrzeiten des Busses sind so getaktet, dass Ihr genau zur Abfahrt des Zuges am Bahnhof in Ehrwald seid. Wenn unterwegs aber Stau ist, kann das schon mal schief gehen.

Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten fahre ich heute mit der Bahn auf den Berg. Andernfalls kämen noch einmal ca. 500 Höhenmeter im Auf- und Abstieg hinzu und das könnte zeitlich eng werden mit der Bahnanbindung. Während der Auffahrt sehe ich zu meiner Rechten schon die Gipfel des Hohen Lehner und der Tajaköpfe. Dort werde ich heute unterwegs sein. Ich habe mal wieder Glück und das Wetter ist traumhaft.

Zum Seebener See

An der Alm geht es auch gleich los. Ein gut ausgebauter Forstweg führt mich unterhalb der Zugspitze mit leichter Steigung weiter ins Tal. Auf den Wiesen grasen schottische Highland Rinder. Die Landschaft ist beeindruckend. Vor allem das Massiv  des Wettersteingebirges mit der Zugspitze schaut auch von der Südseite überwältigend aus. Hinter dem Gasthof Alpenglühen macht der Weg eine breite Kehre und steigt langsam nach oben. Ich bin nun umgeben von dichtem Wald und es ist angenehm kühl. Es sind auch wieder ganz schön viele Menschen unterwegs. Auch viele Mountainbiker. Aber der breite Weg lässt Platz für jeden.

Nach einer Weile geht es dann noch einmal ein Stück bergab bis zur Abzweigung zum Igelsee. Den werde ich heute nicht sehen, aber dafür komme ich an drei anderen Seen vorbei, die traumhaft liegen. Über den Bäumen tauchen immer wieder die umliegenden Gipfel auf.  Ich werde auf dieser Tour keinen davon besteigen. Die Tajaköpfe würden zwar auf dem Weg liegen, aber ich fürchte, dass das zeitlich nicht zu schaffen ist. Außerdem kommt man nur über einen Klettersteig zum Vorderen Tajakopf.

Nach einer Weile wird der Wald wieder lichter und zu meiner Linken blicke ich auf die Seebenwände, eine riesige Felswand, die Lust auf Klettern macht. Zu meiner rechten taucht immer wieder das Massiv der Zugspitze auf. An der Ehrwalder Alm habe ich gesehen, dass es von dort einen Weg auf den Gipfel gibt, der in „nur“ 6 Stunden zu bewältigen ist. Der kommt auf die Bucket List. Runter kann man dann ja mit der Bahn fahren. Der Weg steigt nur sehr gemächlich an und so fühlt sich das bis jetzt noch eher wie ein Spaziergang an. Da ich aber insgesamt 885 m überwinden muss, wird es wohl noch steiler werden. Im Wald treffe ich immer wieder auf Schafe, die hier grasen. Da ich keine Zäune gesehen habe, frage ich mich, wie die Bauern die wieder einfangen im Herbst.

Es ist traumhaft schön hier. Lichter Wald wechselt sich mit grünen Almwiesen ab. An einer Abzweigung verlasse ich den Forstweg und gehe nun auf einem weichen Waldpfad. Ihr könnt auch auf dem Forstweg bleiben der bringt Euch auch zur Seebener Alm. Mir ist der Pfad lieber.

Schon bald erreiche ich die Seebener Alm. Wenn Ihr von der Talstation los geht, kommt Ihr hier auf den weiteren Weg. Hier gäbe es die erste Möglichkeit für eine Hüttenpause. Aber da die Alm noch im Schatten liegt und es hier recht kühl ist, gehe ich erst mal weiter. Außerdem wäre es nach ca. 1 Stunde noch zu früh schon eine längere Pause einzulegen. Und immer wieder der Blick auf die Zugspitze gegenüber. Aber auch Blicke ins Leermooser Becken mit dem Daniel im Hintergrund.

Hinter der Alm kommt dann der erste richtige Anstieg. Zwischen der Ehrwalder Alm und der Seebener Alm habe ich gerade mal ca. 70 Höhenmeter überwunden. Da muss es also irgendwann mal hoch gehen. Die Forststraße geht zuweilen steil, meistens aber in Kehren am Berg entlang. Nach etwa 20 Minuten stehe ich dann vor dem See. Vor mir erheben sich die Gipfel der Tajaköpfe, des Drachenkopfs und des Hohen Lehner über dem See und spiegeln sich im Wasser. Ein geniales Naturschauspiel. Und das mehr oder weniger direkt vor meiner Haustür.

Während ich am See entlang gehe, bin ich immer wieder überwältigt von diesen Spiegelungen. Sagt selbst, ist das nicht der Wahnsinn? Sowas habe ich noch nicht gesehen. Blauer Himmel, blaues Wasser und dazwischen grüne Wälder und beeindruckende Gipfel. Hier hätte man die Almhütte bauen sollen und nicht weiter unten.

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Seebensee

Als ich fast am Ende des Sees angelangt bin sehe ich dann wie die Zugspitze sich im Wasser spiegelt. Ein majestätischer Anblick. Den muss ich ein paar Minuten genießen.

Vom See geht es noch ein Stück ziemlich eben über eine Wiese zum Ende des Tals. Dort kommt dann der nächste Anstieg, der wieder etwas steiler wird. In Serpentinen windet sich der Pfad immer weiter nach oben. Langsam wird es auch wieder recht warm in der Sonne. Aber am Ende dieses Anstiegs wartet mit der Coburger Hütte ja eine Belohnung. Ich bin erstaunt wie viele Wanderer hier noch unterwegs sind. Andererseits ist das bis hierher ein relativ leichter Weg, den man auch mit weniger Kondition gut gehen kann.

Während des Anstiegs zur Hütte geht der Blick immer wieder zurück ins Tal zum See und zur Zugspitze. Hinter der Hütte erhebt sich eine Felswand in den blauen Himmel. Auf den Seiten wird der Weg flankiert von den Tajaköpfen. Immer wieder muss ich kurz anhalten um diese Schönheit zu bewundern. Und auch hier im Latschenwald treffe ich wieder auf Schafe. Auf der Wiese im Tal kämen die ja leichter an Futter.

Und dann ist es geschafft. Ich stehe an der Coburger Hütte. Und habe einen atemberaubenden Blick. Jetzt ist erstmal Zeit für eine etwas längere Rast. Die Speisekarte bietet typisch Tiroler Köstlichkeiten, aber auch Spaghetti Bolognese. Die ess ich dann wieder zu Hause. Hier gibt es erst mal Kasknödel mit Salat. Lecker. Hier könnte ich es länger aushalten. Ein Traum.

Gleich hinter der Hütte folgt das nächste Highlight. In einer tiefen Mulde liegt der kleine Drachensee. Auch hier wieder türkisblaues Wasser, in dem sich die umliegenden Gipfel spiegeln. Ist das nicht einfach traumhaft. Ihr seht, ich war wirklich überwältigt von der Landschaft während dieser Tour. Ich glaube ich habe die Worte fantastisch, überwältigend und traumhaft noch nie so oft verwendet wie in der Beschreibung dieser Tour. Also überlegt nicht lange und schaut Euch das selbst an. Und danach schickt mir Eure Attribute, die Ihr dieser Wanderung zuordnen würdet.

Nach meiner Rast muss ich zunächst einen kleinen Abstieg fast bis zum See machen. Dabei entdecke ich dann tatsächlich zwei Leute, die im See baden. Mir wäre das Wasser ja zu kalt. Aber eine kostenlose Erfrischung ist das auf alle Fälle. Vom See aus geht es dann wieder steil bergauf bis zu einer Mulde, auf der mal wieder Schafe grasen. Und einige Wanderer haben hier ihre künstliche Ader entdeckt und mit den Steinen kleine Kunstwerke im Gras geschaffen. Schaut witzig aus.

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Nach der Diashow vom Drachensee mit seinen tollen Spiegelungen hier noch weitere Bilder vom Aufstieg zum Tajatörl.

Nach Durchquerung dieser Grasmulde wird es dann richtig steinig und Ihr braucht Trittsicherheit. Über Felsen und Geröll geht es steil nach oben. So nah an den Felswänden der Gipfel wirken diese noch dramatischer als aus der Ferne. Inzwischen tauchen auch wieder harmlose weiße Wolken am Himmel auf, die aber als Farbtupfer am Himmel willkommen sind. Der letzte Anstieg von der Hütte zum Tajatörl ist das anstrengendste Stück der heutigen Tour. Aber nicht so, dass man komplett aus der Puste kommt.

Und dann habe ich es geschafft. Ich stehe mitten im Geröll am Tajatörl auf 2259 m. Zum Gipfel der Tajaköpfe wären es von hier noch einmal etwa 150 – 200 Höhenmeter. Die Gehzeit ist mit ca. 30 Minuten pro Strecke angegeben. Aber heute habe ich keine Lust mehr noch höher hinauf zu steigen. Am Törl sitzen zwei Frauen, die auf ihre Männer warten, die nicht ohne den Gipfel zurück ins Tal wollten. Hier im Geröll wächst gar nichts mehr und man kriegt so ein bisschen das Gefühl in einer Wüste zu stehen. Und die Aussicht ist der Hammer.

Auf der Westseite sieht man zum Drachenkopf und auf den Weg, über den ich gerade aufgestiegen bin. Im Osten schweift der Blick über ein schier endloses Geröllfeld, durch das ich gleich absteigen werde und weit in die Mieminger Berge mit dem Igelskopf. Was da vor mir liegt nennt sich das Brendlkar, das wohl bei Skitourengehern sehr beliebt ist. Ich kann nicht über Schnee abfahren, sondern darf mich hier durch das Geröll quälen.

Teilweise ist in dem Geröll ein Pfad zu erkennen und ich komme auf diesen Strecken gut vorwärts. An manchen Stellen gibt es aber keinen erkennbaren Pfad. Das Geröll ist ja immer in Bewegung, sodass es keinen Sinn machen würde einen richtigen Pfad anzulegen. Mein Tipp für solche Felder: Haut Eure Hacken richtig in den Schotter. Das gibt Euch etwas mehr halt und Ihr rutscht nicht ganz so wild. Auf diese Weise kommt Ihr ganz gut durch dieses unwegsame Gebiet.

Die Strecke durch dieses Geröll zieht sich ein bisschen. Aber das schaut schlimmer aus, als es ist. Man kommt da ganz gut durch. Und während Ihr hier langsam absteigt, habt Ihr noch Zeit die faszinierende Bergwelt um Euch herum zu bewundern. Offensichtlich bin ich aber der Einzige, der diesen Weg geht. Die anderen Wanderer sind wohl zur Coburger Hütte zurück und haben denselben Weg genommen, über den sie aufgestiegen sind.

Irgendwann habe ich es dann geschafft und bin wieder auf festem Wiesenboden unterwegs. Nachdem ich die Zugspitze nun eine Weile nicht mehr im Blickfeld hatte, taucht Sie nach einer Kehre wieder am Horizont auf. Gemütlich schlendere ich nun Richtung Tal.

Nach einer Weile erreiche ich den dritten See während dieser Tour. Der ist recht klein und daher funktioniert das mit den Spiegelungen nicht so toll, wie an den anderen beiden. Am Wegesrand sehe ich dann auch wieder Almrosen, deren Laub sich schon herbstlich verfärbt hat. Schaut fast so schön aus, wie wenn sie blühen. Der Pfad führt nun wieder direkt auf die Zugspitze zu.

Irgendwann macht der Weg einen Schwenk nach links und führt an den Fuß einer Felswand. Hier kommt noch ein kurzes aber fieses Stück Geröll. Also Hacken rein und ein bisschen runter rutschen. Dann seid Ihr da schnell drüber. Dahinter kommt dann ein angenehmer Waldpfad.

In diesem Wald sehe ich noch ein paar Schafe und frage mich noch mal wie die Besitzer die wieder finden. Die Ausblicke auf die Zugspitze werden nun noch von schönen weißen Wolken gekrönt. Der Wald ist mal dicht, mal sehr locker und in der Nachmittagssonne ist es angenehm warm. Ich genieße die Ruhe. Mit der ist es dann allerdings vorbei, als ich wieder auf den Weg treffe, den ich heute Morgen zur Seebenalm gegangen bin.

Kurze Zeit später bin ich dann auch wieder an der Ehrwalder Alm und sehe noch ein paar ungewöhnliche Rinder. Die zwei Kälber ließen sich absolut nicht stören von den Menschen. Sind die nicht süß, wie sie da so zusammengerollt auf der Wiese liegen?

Bevor ich aber ins Tal fahre gönne ich mir noch eine Brotzeit auf der Alm und genieße noch einmal den Blick auf die umliegenden Berge. Was für ein perfekter Tag. An der Talstation stelle ich dann fest, dass der Bus die große Schleife durchs Tal fährt, bevor er zum Bahnhof kommt. Ein Check der Uhrzeit verrät mir aber, dass ich das zeitlich schaffen sollte und so nehme ich das noch mit. Quasi als Sightseeingtour.

Ich hoffe der Post hat Lust auf die Tour gemacht. Lasst mich wissen, wie es Euch gefallen hat. Auch nachdem Ihr die Tour selbst gegangen seid.