Vom Rißtal führt diese Tour zunächst zur Plumsjochhütte. Von dort aus bieten sich euch verschiedene Möglichkeiten. Je nach Kondition und Zeit könnt ihr zur Bettlerkarspitze aufsteigen und dann wieder zur Hagelhütte oder aber über die Mondscheinspitze und das Pletzachtal nach Pertisau. Ich bin, nachdem ich schon gegen Mittag an der Gernalm war, noch einmal auf den Berg und über die Gütenbergalm nach Pertisau. Für die Anfahrt könnt ihr den Bergsteigerbus ab Lenggries nutzen und mit dem Bus vom Achensee nach Tegernsee zurück fahren. Es erwarten euch traumhafte Karwendelpanoramen und sehr gute Einkehrmöglichkeiten.

Höhenmeter:

  • Aufstieg Hagelhütte – Plumsjoch: ca. 600 m
  • Abstieg: Plumsjoch – Gernalm: ca. 500 m
  • Aufstieg Gernalm – Gütenberg: ca. 500 m
  • Abstieg Gütenberg – Pertisau: ca. 700 m

Gehzeit: 6 Stunden

Auch Mitte September war das Wetter noch fantastisch. Die große Hitze hatte sich abgeschwächt und so waren die Temperaturen ideal zum Wandern. Also nix wie raus in die Natur und mit dem Zug am frühen Morgen von München nach Lenggries. Dort wartet der Wanderbus schon um zur Engalm zu fahren. An der vorletzten Station, der Hagelhütte steige ich aus.

Es ist noch recht frisch, dafür habe ich mal wieder Kaiserwetter. Hier gibt es ein paar Hütten, die aber wohl nicht mehr als Almhütten genutzt werden. Auf der einen Seite thront die Roßkopfspitze und auf der anderen etwas in der Ferne die Bettlerkarspitze. Schon hier habt ihr mehrere Möglichkeiten um aufzusteigen. Über die Hasentalalm zum Kompar oder der Mondscheinspitze (die ist aber nur für Geübte) oder aber über die Plumsalm zur Plumsjochhütte.

Ich entscheide mich für letzteres. Zunächst geht es noch ein kurzes Stück ziemlich flach in den Wald. Aber schon nach kurzer Zeit kommt eine Abzweigung nach rechts und der Pfad führt nun in Serpentinen am Hang nach oben.  Über dem Wald steigt Nebel auf und sorgt für eine mystische Atmosphäre.

Immer wieder habe ich einen tollen Blick auf die gegenüberliegende Roßkopfspitze und den tiefblauen Himmel. Jedes Mal aufs Neue fasziniert mich diese Landschaft. Auch heute bin ich wieder ziemlich alleine unterwegs. An der Hagelhütte habe ich noch ein paar Menschen gesehen, aber die sind wohl auf anderen Touren unterwegs.

Nach etwa einer halben Stunde erreiche ich dann einen Forstweg. Später finde ich dann heraus, dass hier der Wanderweg dem Bike Trail Tirol folgt. Auf dem sind dann wieder mehr Menschen unterwegs. Zum Glück ist der aber breit genug für Biker und Hiker. Allerdings wird die Wanderung auf diesem Weg eher ein gemütlicher Spaziergang.

Der Weg steigt nur langsam an und zieht sich. Zu meiner Linken geht es steil nach unten ins Tal. Allerdings hat man nur selten einen guten Blick nach unten. Dafür gibt es am Wegesrand immer wieder schöne Blumen zu sehen und auch die ersten Bäume mit Herbstlaub. Hinter einer Kurve sehe ich dann zum ersten Mal den Gipfel der Bettlerkarspitze.

Das letzte Stück zur Plumsalm ist etwas steiler, aber die langgezogenen Serpentinen sorgen dafür, dass es nicht zu anstrengend wird. Ab hier verläuft der Weg in der Sonne. Das ist ganz angenehm, da es heute nicht so heiß ist. Immer wieder blicke ich zurück in die Richtung aus der ich gekommen bin. Die Rüderkar- und Roßkopfspitze bieten eine  grandiosen Anblick.

Nachdem ich die Steigung hinter mir gelassen habe, geht es wieder flacher weiter. Kurze Zeit später komme ich zu einer Abzweigung. Ich könnte weiter über den Bike Trail gehen, entscheide mich aber für den angenehmeren Wanderpfad durch den Wald. Der gehört dann wieder den Wanderern alleine. Kurz darauf sehe ich in der Ferne auch schon die Plumsjochütte.

Der Pfad schlängelt sich an einer kleinen Schlucht entlang. Und jetzt kann ich auch wieder in die „Tiefe“ schauen, wo sich ein kleiner Bach seinen Weg über die Felsen bahnt. Von Zeit zu Zeit blicke ich zurück und sehe die beeindruckenden Gipfel der Roßkopf- und Rüderkarspitze. Einfach atemberaubend.

043-karwendelpanorama

Ich habe ja inzwischen schon sehr viel Bergpanoramen gesehen, bin aber jedes Mal auf’s Neue überwältigt. Sagt selbst, ist das nicht einfach nur schön?

Auch der Pfad, auf dem ich jetzt gehe, verläuft recht eben. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich schon fast 600 Höhenmeter überwunden habe. Die Plumsjochhütte kommt jetzt immer öfter in mein Blickfeld und ich muss mir wohl überlegen, wie ich danach weiter gehe.

Nach etwa einer halben Stunde verlasse ich den Wald und eine letzte kurze Steigung liegt vor mir, bevor ich mein Etappenziel erreicht habe. Hier sind auch noch ein paar wenige Kühe auf der Alm. Offensichtlich wurde der Großteil schon ins Tal gebracht. Ich freue mich jetzt erst mal auf ein kaltes Getränk.

Bevor es was zu trinken gibt, muss ich aber noch das traumhafte Panorama genießen. Lustig sind die ganzen aussortierten Wanderschuhe auf dem Dach der Hütte. Die sind mit alle mit Pflanzen, die man aus diversen Steingärten kennt bepflanzt. Es ist später Vormittag und ich habe noch keinen Hunger, wobei die Plumsjochhütte einen sehr gepflegten Eindruck macht. Am Nebentisch sitzen zwei Radler, die erstmal die Spielkarten auspacken. Hier könnte ich es ja noch länger aushalten.

Da ich mir aber nicht sicher bin, wie lange ich noch gehen muss, mache ich mich wieder auf den Weg. Ein letzter Blick auf die Berge im Rißtal und schon geht es weiter. Hier auf dem Sattel müsst ihr euch entscheiden wie ihr weiter gehen wollt. Zur Bettlerkarspitze und wieder zur Plumsjochhütte und dann zur Hagelhütte oder über die Mondscheinspitze nach Pertisau. Ich nehme erst mal den direkten Weg und beginne mit dem Abstieg ins Tal.

Zu Beginn fällt der Weg noch gemächlich und die Aussicht Richtung Achensee ist nicht minder spektakulär. Aber schon kurze Zeit später wird der Pfad ziemlich steil und geröllig. Ich bin froh, dass ich den Aufstieg aus dem Rißtal gemacht habe. Hier hoch zu gehen ist eine Tortur, vor allem auch weil man die ganze Zeit in der prallen Sonne geht.

Das Panorama auf dieser Seite des Jochs ist nicht ganz so spektakulär wie im Rißtal, aber immer noch sehr beeindruckend. Interessanterweise kommen mir auf dieser Seite des Bergs mehr Menschen entgegen. Das könnte wohl damit zusammen hängen, dass von Pertisau mit dem Auto zur Gernalm fahren kann und dort den Aufstieg beginnen. Andererseits gibt es auch bei den Hagelhütten ein paar Parkplätze. Und Mautpflichtig sind beide Zufahrtstraßen.

Bis zur Gernalm brauche ich nicht mal eine Stunde. Aus der Entfernung schaut die Alm zwar sehr einladend aus, aber irgendwie ist mir das im Moment zu viel Rummel. Ich könnte hier eine Rast einlegen und dann in ca. 1 Stunde nach Pertisau laufen. Es ist aber gerade mal Mittag und ich brauche noch eine Herausforderung. Also biege ich rechts ab und steige zum Gütenberg auf.

Der Weg führt wieder in den Wald und zunächst zu einem einladenden Tümpel. Eine kleine Erfrischung wäre jetzt sehr willkommen. Mehr als Füße kurz reinhängen ist aber nicht. Habe leider kein Handtuch dabei. Der Pfad schlängelt sich in Serpentinen den Berg hoch. Auf dieser Strecke sind wieder so gut wie keine Menschen unterwegs. Ist wohl nicht spektakulär genug.

Jedes Mall wenn ich auf einer Lichtung stehe und hinüber zur Mondscheinspitze schaue, denke ich mir, dass ich diesen Weg hätte gehen sollen. Warum bin ich es eigentlich nicht? Von dem Hinweis, dass eine Tour nur für Geübte ist, habe ich mich bis jetzt nie abhalten lassen. Nun gut, dann muss ich eben nächstes Jahr noch mal kommen.

Auf dem Weg sehe ich dann noch ein paar Enzianblüten und diesen interessanten Schwammpilz. Schaut fast aus wie die Schwämme, die man im Mittelmeer finden kann. Etwa 1,5 Stunden später stehe ich dann kurz unter der Spitze des Gütenbergs und schaue auf die gleichnamige Alm. Und der Anblick ist wieder traumhaft. Nach inzwischen 1100 bewältigten Höhenmetern bin ich dann auch zufrieden mit meiner Leistung.

Kurze Zeit später stehe ich dann an der Gütenbergalm. An dieser Hütte ist ganz gut was los, aber hier sitzen fast nur Einheimische. Das gefällt mir. Zu Essen gibt es nur ein Jausenbrett, aber sowohl der Käse als auch der Speck auf meinem Brett schmecken sensationell. Da mir auch der Ausblick sehr gut gefällt, verweile ich hier etwas länger.

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Ich bin mir aber nicht sicher, wie oft der Bus von Achensee nach Tegernsee fährt, also eise ich mich dann doch los und mache mich auf den Abstieg. Nach kurzer Zeit blicke ich dann auch in das Falzthurntal mit seinem wunderschönen Panorama. So langsam bin ich dann wieder versöhnt mit meiner Tourenwahl. Das leckere Jausenbrettl und diese Aussicht hatten da ihren Anteil dran.

Für den Abstieg habt ihr wieder zwei Möglichkeiten. Entweder über die Feilalm und einen Forstweg. Oder aber die kürzere Variante über einen schmalen Pfad, der unterhalb der Feilalm entlang führt. So erreiche ich dann relativ schnell wieder den Talboden an einem Parkplatz kurz hinter der Abzweigung ins Falzthurntal.

Ab hier führt der Weg dann entlang einer geteerten Straße Richtung Pertisau. Den See sehe ich zwar nicht, dafür aber blicke ich auf das gegenüberliegende Rofangebirge.

100-panorama tristenautal

Auch hier an der Straße ist natürlich wieder mehr los. Schade, dass der Wanderweg so direkt neben der Straße lang führt. Aber nach Pertisau ist es nun ja nicht mehr weit. Die ersten Häuser kann ich schon sehen. So endet die Tour mit einem Spaziergang durch Pertisau.

Denke ich zumindest. Es ist 16 Uhr als ich in Pertisau am See ankomme. Als erstes suche ich jetzt mal die Bushaltestelle um zu sehen, wann der Bus fährt. Die Haltestelle befindet sich in der Nähe des Anlegers für die Ausflugsboote. Eigentlich dachte ich, dass die Busse öfter fahren. Das ist aber nicht der Fall. Der Bergsteigerbus fährt nämlich nur einmal am Tag zurück nach Tegernsee. Ab Pertisau um 17 Uhr. Also habe ich noch eine Stunde Zeit.

Ich könnte mich jetzt in ein Café oder einen Biergarten setzen und warten. Aber da kommt mir noch eine bessere Idee. Mal schauen, wann das nächste Schiff nach Achensee fährt. Die Fahrt mit dem Bus um die Südspitze dauert recht lang und führt über eine Umgehungsstraße. Da wär doch so eine Bootsfahrt viel spektakulärer und ein krönender Abschluss der Tour. Ich habe Glück. Das nächste Boot fährt in wenigen Minuten und ist noch vor dem Bergsteigerbus in Achensee.

111-achensee panorama

Also kaufe ich mir ein Ticket und besteige kurz darauf das Schiff der Achenseeschifffahrt. So kann ich das wunderbare Bergpanorama rund um den See in vollen Zügen genießen. An Bord gibt es ein Café also kann ich mir dabei auch eine Erfrischung gönnen.

Als ich gemerkt habe, dass ich so lange auf den Bus warten muss und dadurch recht spät nach Hause komme, war ich ein bisschen verärgert. Aber diese Bootstour hat mich dann doch wieder etwas versöhnt. Beim nächsten Mal packe ich Badesachen mit in den Rucksack, dann kann ich nach der Wanderung noch ein bisschen im See schwimmen. An der Haltestelle Scholastika verlasse ich das Schiff. Mir bleibt noch eine halbe Stunde Zeit bevor der Bus planmäßig abfährt. Also setze ich mich hier ans Ufer und gönne mir noch eine Erfrischung. Das hat so ein bisschen was von Gardasee. Die Platanen, die Berge, die Sonne. Schön!

Leider hat dann der Bergsteigerbus ordentlich Verspätung und an der Haltestelle gibt es nicht mal eine Bank, auf die man sich setzen könnte. Also stehe ich hier an der Hauptverkehrsstraße und versuch es mit Trampen. Funktioniert nur nicht. Am Ende kommt der Bus doch noch rechtzeitig in Tegernsee an, sodass ich direkt in meinen Zug nach Hause umsteigen kann.

Fazit: Ich werde diese Tour noch einmal machen, dann aber über die Mondscheinspitze gehen. Und dann bin ich ja auch darauf vorbereitet, dass es später wird bis ich nach Hause komme.

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