Ich liebe ja den Sommer und die Hitze und so habe ich dieses Jahr einen wundervollen Urlaub zu Hause. Und rund um München gibt es so viele tolle Dinge zu sehen und erleben. Warum nur hab ich das bis jetzt immer ein bisschen vernachlässigt?

Nach meiner Wanderung zum Hochgern, wollte ich gerne noch eine Bergtour in meinem Urlaub unterbringen. Als aber das Thermometer ständig über 35° zeigte, habe ich auf einen kühleren Tag gewartet. Vorgestern waren es noch 34°, aber gestern dann nur noch 20°. Also perfektes Wanderwetter.

Spitzingsee

Rotwand wanderung 048

So ging es erstmal mit dem Auto zum Spitzingsee. Da ich dieses mal von einem nicht ganz so konditionierten Freund begleitet wurde, haben wir uns eine etwas einfachere Tour ausgesucht.

Unser heutiges Ziel war das Rotwandhaus auf 1765m Höhe.

Rotwand wanderung 130

Es gibt zwei Wege, die auf diese Hütte führen. Der, den wir genommen haben ist landschaftlich reizvoller, aber auch länger und das letzte Stück steigt ziemlich steil an.

 

Gemütlich warm laufen im Tal der Valepp

Zunächst liefen wir von der Kirche in Spitzingsee (1080m) in das Tal der Valepp. Das angenehme daran ist, dass man hier zunächst gemächlich bergabwärts läuft. Andererseits dachten wir uns ja schon bei dem „Spaziergang“ zum Aufwärmen, dass wir ja eigentlich auf den Berg hinauf wollen und somit jeder Meter, den wir hinab steigen, auch wieder hinauf gegangen werden muss. Durch das grüne Tal schlängelt sich ganz gemütlich die Rote Valepp.

Die Straße ist asphaltiert und theoretisch hätte man dieses erste Stück auch mit einem Bus fahren können. Aber das kann ja wirklich jeder. Wir machen sowas nicht. 🙂

Das Tal wird zunächst weiter und man kann erste Ausblicke auf die umgebenden Berge genießen. Beim Blecksteinhaus biegt man dann von der asphaltierten Straße ab und läuft weiter auf einem gut präparierten Waldweg. Wahrscheinlich weil es etwas kühler und bewölkt war, waren wir mal wieder die einzigen Wanderer. In der Beschreibung der Tour stand nämlich, dass sie sehr beliebt ist und es durchaus sein kann, dass man auf viele Menschen trifft. An einem Wochentag ist dann natürlich noch mal weniger los. Für mich persönlich ist das aber auch ganz gut so.

Ab hier geht es nach oben

Nach ca. 40 Minuten erreichten wir dann die Waitzinger Alm auf 942m.

Rotwand wanderung 065

So, das war es dann mit dem gemütlich bergabwärts laufen und wir bogen links ab um eine erste Steigung hinter uns zu bringen. Der Weg sollte uns durch ein Tal führen, das Pfanngraben heißt. Einen ersten Eindruck warum, bekamen wir schon bald.

Der gut in Schuss gehaltene Pfad führte von nun an leicht ansteigend entlang einer Schlucht, durch die ein Bach floss, dessen Wasser immer sich wieder in kleinen Wasserfällen in ebenso kleine Becken ergoss. Daher wohl auch der Name Pfanngraben.

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Beeindruckende Ausblicke im Pfanngraben

Wahrscheinlich wäre das ein guter Ort für Canyoning. Wir begnügten uns mit Wandern und dem Bestaunen der Natur. Am Wegesrand wuchsen viele Walderdbeeren und die ein oder andere davon wanderte auch in unsere Münder. Diese wilden Beeren haben ein Aroma, das man bei den gezüchteten Sorten aus dem Supermarkt und selbst bei den frisch vom Acker gepflückten niemals finden wird.

Rotwand wanderung 076

Nach 2,5 Stunden hatten wir laut den Schildern so etwa die Hälfte des Aufstiegs geschafft. Aber warum bitte sollen wir denn zum Elendsattel?

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Langsam wurde der Weg dann doch etwas steiler, aber immer noch nicht wirklich dramatisch. Am Wegesrand entdeckten wir bezaubernde Blumen und auch Kleingetier, das den Nektar genoss.

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Und irgendwann landeten wir dann auf der Kümpflalm. Von hier gab es dann wieder spektakuläre Blicke auf die umliegenden Berge, die wir während des Aufstiegs durch den Pfanngraben nicht hatten.

 

Über Almwiesen zum Etappenziel

Auch hier ging es zunächst noch gemächlich den Berg hinauf. In der Ferne hörten wir die Kuhglocken bimmeln, der Geruch war leider viel näher und penetranter.

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Und ich hab dann auch mal wieder den von mir so geliebten Almrausch gefunden.

Rotwand wanderung 116

Doch schon bald kam dann das dicke Ende der Tour. Wir mussten noch einen ziemlich steilen Hang bezwingen. Wofür wir dann auch noch mal fast eine Stunde gebraucht haben.

Aber so langsam hatten wir dann unser Ziel vor Augen. Als wir dann auf dem Grat ankamen, hatten wir einen Ausblick auf die Strecke, die die „unsportlichen“ nehmen. Von Spitzingsee aus kann man nämlich mit der Taubensteinbahn auf eben diesen Gipfel fahren und dann gemütlich in ca. 45 Minuten zur Hütten laufen.

Das Rotwandhaus

Aber wir haben uns unsere Stärkung auf der Hütte wirklich verdient. Und diese Stärkung hat nun wirklich gut geschmeckt. Das Angebot ist sehr vielseitig, fast schon wie in einem Gasthof im Tal. Die Zutaten kommen alle von einem Bauernhof im nahe gelegenen Brixental in Tirol. Und das schmeckt man. Hier wird mit Liebe gekocht, und dabei zuschauen kann man auch. Wir teilen uns eine Portion Kasspatzn und danach noch einen Kaiserschmarrn. Und dazu gibt es Holundersaftschorle. Wenn man so schwer für ein Essen arbeitet, schmeckt es gleich nochmal so gut. Und Kalorien zählen lass ich am Berg immer sein. Die Preise sind etwas hoch für eine Berghütte, aber wie gesagt das hier hat durchaus Gasthausniveau. Nach einer Stunde auf der Hütte wagen wir uns an den Abstieg. Ein letzter Blick auf die Hütte.

Der Abstieg führt über den Weg, auf dem die Hütte und die anderen Almen an der Strecke versorgt werden. Somit erwartet uns ein gemütlicher Weg, der gut zu laufen ist. Diese Hütte ist das ganze Jahr über bewirtschaftet und im Winter kann man von der Hütte aus auf einer 4,4km langen Strecke ins Tal rodeln. Das muss ich glaub ich mal ausprobieren.

Wer hochläuft muss auch wieder runter

Noch ein letztes Mal genießen wir die spektakuläre Aussicht auf die umliegenden Berge, bevor wir dann in den Wald eintauchen und stattdessen immer wieder wunderschöne Blumen sehen. Auch wilde Erdbeeren und Himbeeren gibt es zu Hauff am Wegesrand.

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Nachdem diese Strecke kürzer ist und es abwärts geht sind wir nach ca. 1,5 Stunden wieder im Tal.

An der Straße im rechten Bild unten, schloss sich dann der Kreis. Wieder in Spitzing angekommen waren wir dann zwar etwas erschöpft, aber durchaus noch einigermaßen fit. Hier noch ein paar Eindrücke aus Spitzing. Die Lüftlmalerei war an einem recht neu erbauten Haus. Schön, dass alte Traditionen hier weiterleben.

 

 

Auf dem Weg zum Parkplatz kamen wir plötzlich zu einem großen Menschenauflauf. Nachdem wir fast den ganzen Tag keine Menschen gesehen haben, war das etwas verwunderlich. Aber schnell haben wir den Grund dafür gefunden. An der Kirchenmauer saß dieser neugierige Kerl.

Rotwand wanderung 160

Füchse sind ja eigentlich als sehr scheu bekannt, daher waren alle anwesenden Menschen sehr vorsichtig und haben einen großen Bogen um ihn gemacht.

So endete ein wunderschöner Tag mit einem außergewöhnlichen Erlebnis.

Hat Euch diese Tour gefallen? Habt Ihr jetzt auch Lust bekommen?

2 Gedanken zu “Wanderung zur Rotwand

  1. Lieber Wolfgang, danke für den interessanten und schön bebilderten Bericht. Ich kenne die Tour und konnte sie gut nacherleben. Wenn Du die Fotos in der vollen Breite des Themes anbieten würdest, müsste man nicht soviel klicken und könnte die Fotostrecke flüssiger wahrnehmen. Herzliche Grüße, Josef

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    • Hallo Josef,
      freut mich, dass Dir mein Berichte gefallen, und Du meinen Blog folgst..

      Danke für den Hinweis mit den Bildern. Ich hatte auf das Gesamtbild geachtet und wollte deswegen die Bilder nicht ganz so groß machen. Aber Du hast natürlich recht, man muss so schon recht viel klicken. Ich werde mir das bei Gelegenheit nochmal anschauen.

      Liebe Grüße,
      Wolfgang

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