Bei dieser Tour müsst Ihr zu Beginn einen Anstieg von etwa 450 Höhenmetern entlang einer Skipiste überwinden. Der ist teilweise etwas steil, aber durchaus zu bewältigen. Sobald Ihr aber die Bergstation des Skilifts auf der Tanne erreicht habt, geht es über Forstwege gemütlich talwärts. Im ersten Teil der Strecke habt Ihr wunderschöne Ausblicke Richtung Jochtal und zum Gänsebichl. Von Meransen aus blickt Ihr dann in die Dolomiten mit der Geislergruppe und das Pustertal. Eine ideale Tour, wenn Ihr es mal etwas ruhiger angehen wollt. Auf tolle Panoramen müsst Ihr dennoch nicht verzichten.

 

Mein zweiter Tag in Vals beginnt wieder mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Der Sturm und Regen des Vortags sind weggeblasen. Allerdings sind die Gipfel, die das Tal umrunden, schneebedeckt. Für den heutigen Tag habe ich mir eine leichtere Tour ausgesucht. Erstens habe ich um 18 Uhr einen Termin zur Massage und zweitens plane ich für den folgenden Tag meinen ersten 3000-er zu besteigen. Da will ich meine Kräfte etwas schonen, weil ich nicht weiß, was mich auf der morgigen Tour erwartet.

An der Lucknerhütte

Blick ins Valser Tal

Nach dem Frühstück mache ich mich also auf den Weg. Gegenüber der Jochtalbahn gibt es einen einen Skilift, der im Winter auf die Tanne hochfährt. Jetzt im Sommer ist er nicht in Betrieb. Über eine Wiese gelange ich sehr schnell zur Lucknerhütte. Die liegt so früh am Morgen noch verlassen da. Hinter der Hütte steigt ein Forstweg steil den Berg hinauf. Der Weg liegt im Schatten und es ist noch sehr frisch, um nicht zu sagen, kalt.

 

Ich komme recht schnell außer Atem, was meiner Einschätzung nach an den niedrigen Temperaturen liegt. Da dauert es etwas länger bis man warm wird. Dennoch genieße ich die herrliche Luft und den Ausblick auf die umliegenden Berge. Da ich, wie gesagt, an einer Skipiste entlang gehe, habe ich ständig eine gute Sicht auf das Tal.

Die Anstrengung lohnt sich aber. Mit jedem Schritt, den ich Richtung Gipfel gehe, wird die Sicht auf die schneebedeckten Gipfel gegenüber spektakulärer. Auch das Jochtal durch das ich gestern gewandert bin ist nun wieder gut zu sehen. Da ich die ganze Zeit im Schatten laufe, wird es nur langsam etwas wärmer.

Nach etwa einer Stunde erreiche ich dann den Bergrücken der Tanne. Hier endet auch der Skilift. Ein Wegweiser sagt mir, dass es bis zum Gipfel des Gaisjochs nur noch 2,5 Stunden sind. Ich überlege kurz, ob ich nicht doch auf den Gipfel gehen soll. Aber ich habe ja um 18 Uhr einen Termin und das könnte knapp werden. Also genieße ich zunächst noch einmal den Ausblick ins Valser Tal, bevor ich auf der anderen Seite des Bergrückens über das Altfaßtal blicke.

Der Blick nach Süden in Richtung der Dolomiten ist ein bisschen eingeschränkt, da hohe Bäume die Sicht versperren. Nach einer kurzen Rast mach ich mich also an den Abstieg. Über einen flach abfallenden Forstweg geht es langsam Richtung Tal. Ab hier wird die Wanderung zum Spaziergang. Die Beschilderung ist hier nicht eindeutig, aber es gibt nicht viele Möglichkeiten und so finde ich den Weg auch ohne Beschilderung.

Schnell ist die Anstrengung des Aufstiegs vergessen und ich gehe gemütlich durch den Wald. Es sind kaum Menschen unterwegs. Ich vermute, dass viele Wanderer sich sonnigere Wege gesucht haben. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es noch sehr früh ist. Nach kurzer Zeit erreiche ich dann das Altfaßtal. In diesem Tal gibt es einige Touren. Von hier kommt man aber auch zur Seefeldspitze, die auch noch auf meinem Programm steht, aber über einen anderen Aufstieg.

Ich gehe aber weiter Richtung Parkplatz Altfaßtal. Dort soll der Zugang zum Leitensteig sein, der mich wieder nach Vals bringen würde. Allerdings würde ich dann nichts von Meransen sehen. Am Parkplatz angekommen, suche ich aber vergeblich nach dem Einstieg dieses Weges. Also gehe ich weiter und verlasse bald den Wald und habe einen Blick auf Meransen, das auf einem Hochplateau liegt.

Und vor allem habe ich jetzt einen spektakulären Blick auf die südlich gelegenen Gipfel der Dolomiten. Sehr beeindruckend. Endlich kann ich auch wieder die wärmende Sonne genießen. Das tut sehr gut.

Meransen ist nicht wirklich ein Dorf, sondern eine Ansammlung mehrerer Siedlungen, die sich auf eine Terrasse unterhalb des Gitschberges verteilen. Durch diese Lage ist es hier sonniger und wärmer als in Vals. Vals liegt im Tal und wenn der Wind aus nördlichen Richtungen weht, wird es schnell kühl. Außerdem wird es in Vals früher dunkel, da die Sonne schon früh hinter den Bergen verschwindet.

Vom Parkplatz Altfaßtal komme ich zunächst in den Ortsteil Außereggen. Hier steht das Hotel Bergidyll Tratterhof. Das mit dem Idyll stimmt. Das Hotel schaut sehr einladend aus. Und der Ausblick vom Hotel ist der Hammer. Idyllisch eben.

Weiter geht es entlang einer geteerten Straße. Gott sei Dank ist hier kaum Verkehr. Ich genieße die Sonne und vor allem die spektakuläre Aussicht auf die Gipfel der Dolomiten.

Diese wunderschöne Holzhütte sehe ich am Straßenrand. Die erfüllt so alle Klischees der Alpen. Aber drin wohnen wollte ich nicht unbedingt. Durch die kleinen Fenster kann nicht viel Licht ins Innere gelangen. Weiter geht es entlang von Almwiesen. Einen Ortskern habe ich immer noch nicht gefunden. Das Dorf ist aber sehr schön gelegen. Das Hochplateau bekommt sehr viel Sonne ab.

Nach einer Weile kommt dann doch ein kleines Zentrum mit Kirche und ein paar Restaurants. Auf der Terrasse eines Cafés mit fantastischer Aussicht gönne ich mir einen Apfelstrudel. Der ist super lecker. Ein Stück weiter dann die Kirche und hinter der Kirche ein Aussichtspunkt. Von dort hat man einen Blick auf den Gitschberg im Norden des Dorfes, das Pustertal und die Dolomiten. Die Natur kann so schön sein.

Den Zugang zum Leitensteig habe ich immer noch nicht gefunden. Also gehe ich wieder ein Stück bergan. Nach ein paar Minuten kommt dann ein Schild, das zu einem Talweg nach Vals verweist. Na dann nehme ich halt den. Irgendwie muss ich ja wieder zurück kommen. Der Einstieg in diesen Talweg schaut aus, als ob er eine Sackgasse wäre. Führt mitten ins Gebüsch. Mal sehen, wo mich dieser Pfad hinführt.

Er führt mich in einen dichten Tannenwald. Das Gebüsch am Eingang habe ich schnell hinter mir gelassen. Im Wald sehe ich dann diese beiden Pilze. Die schauen aus wie Fliegenpilze, die am Absterben sind. Man kann die weißen Pünktchen noch erkennen. Kurze Zeit später komme ich an umgestürzten Strommasten vorbei und wundere mich noch warum man die nicht wieder aufgestellt hat. Das Kabel liegt hier offen auf dem Weg. Ganz schön gefährlich. Ein paar Meter weiter finde ich die Antwort. Hier muss vor Kurzem ein großes Stück des Hangs abgerutscht sein. Dabei wurden die ganzen Strommasten umgerissen. Am Rand dieses Geröllfeldes sehe ich dann diese Lupine, die so spät im Jahr noch blüht.

Beim Badwirt erreiche ich dann das Tal. Mitten im Tal steht hier ein offensichtlich verlassener Hof. Idyllisch gelegen, aber nicht wirklich schön. Ich muss nun ein Stück an der Straße nach Vals entlang gehen und komme dabei noch beim Oberegger vorbei. Auf diesem Hof gibt es einen Käseladen, der seinen selbst hergestellten Ziegenkäse verkauft. Hört sich interessant an. Ist halt leider schlecht nach Hause zu transportieren. Ich befürchte, dass mein Mietwagen danach noch Wochen die Aromen der Leckereien verströmen würde.

Nach einer Kurve führt dann wieder ein Feldweg in den Wald und ich bin weg von der Straße. Von hier kann ich in der Ferne dann auch wieder den Ortskern sehen. Ist aber noch ein Stück bis ich wieder im Hotel bin. Am Weg sehe ich eine große Werbetafel, die auf ein Chaletdorf hinweist. Das schaut auf den Bildern sehr exklusiv, aber auch gemütlich aus.

Mitten im Wald wurden hier 9 Chalets gebaut, die man mieten kann. Die Hütten sind recht groß und nachdem ich nun die Homepage besucht habe, konnte ich mich davon überzeugen. Teilweise haben die Hütten eine eigene Sauna und Whirlpool. Luxus pur für Ruhesuchende. Das hat aber auch seinen Preis.

Der Weg führt entlang des Valser Bachs durch schattigen Wald. Hier ist es dann auch wieder recht frisch. Es gibt einen Pfad, der direkt am Bach entlang führt. Der ist schön weich und bringt Euch später auch wieder auf den Weg nach Vals zurück. Gemütlich steigt dieser Weg ins Tal. Von Zeit zu Zeit kommen immer wieder Lichtungen, von denen Ihr einen Blick auf Vals habt. So habt Ihr das Ziel immer wieder vor Augen.

Nach etwa einer halben Stunde führt Euch der Weg dann über die Almwiesen zurück zur Straße, die Ihr dann knapp unterhalb des Dorfes erreicht. Die letzten Meter geht es dann etwas steiler an der Straße entlang zurück ins Dorf. Hier ist aber nicht allzuviel Verkehr und es gibt einen breiten Bürgersteig. So neigt sich also meine erste Wanderung hier im Valser Tal dem Ende entgegen.

Auch wenn es in weiten Teilen eher ein Spaziergang war, so hat es sich doch gelohnt. Wunderbare frische Bergluft, und in Meransen traumhafte Dolomiten-Panoramen.

Nicht zu vergessen der leckere Apfelstrudel. Der war echt köstlich.

Bis zu meiner Südtiroler Holzstabmassage habe ich noch Zeit und beschließe, diese im Wellnessbereich zu verbringen. Bei der Massage wird man mit kurzen Stäben aus Zirbenholz richtig durchgewalkt. Dadurch wirkt sie bis in die unteren Muskelschichten. Blockaden und Verspannungen werden gelöst und Selbstheilungskräfte aktiviert.

Ich fühlte mich danach wie neu geboren. Das muss ich mir öfters gönnen.

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