Die polynesische Kultur der hawaiianischen Ureinwohner hat mich vom ersten Augenblick an fasziniert und gefangen genommen. Sie ist so anders als unsere europäischen Wurzeln, hat aber doch auch wieder viele Gemeinsamkeiten mit den Kulturen unserer vor-römischen Geschichte. Sie basiert auf dem Versuch im Einklang mit der Natur zu leben und könnte uns heute wieder vieles lehren, da die Klima-Erwärmung und ihre Folgen in aller Munde sind.

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Für den nun folgenden Bericht habe ich fleißig im Internet recherchiert und bin vor allem bei Wikipedia fündig geworden. Mein Ziel ist es hier eine Übersicht in meinen eigenen Worten zu geben und dabei aber auf gesicherte Wahrheiten zurückzugreifen. Wenn man die Kultur Hawaiis näher betrachtet, stellt man sehr schnell fest, dass es viele Gemeinsamkeiten mit den anderen polynesischen Inseln gibt, was als Beweis dafür gilt, dass die Ureinwohner eben aus dieser Region stammen müssen.

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Religion:

Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, kannten die Hawaiianer keine Schrift. Es gibt auf den Inseln an vielen Stellen Orte mit Petroglyphen, aber das meiste was man weiß, wurde mündlich überliefert. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass eine der beliebtesten Zeitvertreibe der Hawaiianer das „Talk Story“ ist. Man sitzt gemütlich beisammen und erzählt sich Geschichten und Legenden aus der Vergangenheit. Einige dieser Legenden werde ich später noch niederschreiben. Ich finde die nämlich sehr bildhaft und poetisch.

Aber zunächst einmal eine Beschreibung der verschiedenen Götter, denen die Hawaiianer huldigten.

Es gibt vier männliche Hauptgötter. Zunächst einmal Lono, ein Fruchtbarkeitsgott, der auch für die Musik zuständig war. Ihm zu Ehren wurde jedes Jahr das Makahiki Fest gefeiert. Während diesem Fest betrat Captain Cook zum ersten Mal hawaiianischen Boden. Der Legende nach stieg Lono über einen Regenbogen zur Erde herab, um dann Laka zu ehelichen. Eine weitere Legende besagt, dass er den Hawaiianern auf der Insel Moloka’i den Hula schenkte. Ku war der Mann der Göttin Hina. Als Paar vereinigten diese beiden einen Gegensatz in sich. Er war der einzige Gott, dem auch Menschenopfer dargebracht wurden. Kane (was im hawaiianischen auch das Wort für Mann ist) war der Schöpfer von Himmel und Erde. Er besaß eine Muschelschale, die zu einem Boot wurde, sobald er sie auf’s Wasser setzte. Kanaloa ist der Gott des Meeres.

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EIn Banyan Tree, traditioneller Treffpunkt der Hawaiianer

Die vier weiblichen Göttinnen sind zum einen Hina, die Frau von Ku, die sowas wie die Ur-Mutter ist. Sie verkörpert alle Eigenschaften der Frau. Laka , die Frau von Lono, steht für Schönheit und Tanz und somit für das Sinnliche in unserem Leben. Pele wird heute als die wichtigste Göttin auf den Inseln geführt. Sie ist die Göttin des Feuers und der Vulkane. Eigentlich ist sie ja ganz lieb, aber wenn man sie ärgert, lässt sie die Erde beben und Vulkane Feuer spucken. Der Legende nach lebte sie auf dem Haleakala auf Maui, wurde dann aber von dort vertrieben und lebt nun auf dem Mauna Loa auf Big Island. Irgendjemand muss sie ziemlich verärgert haben, denn Sie spuckt nun schon seit 1983 ununterbrochen Feuer am Kilauea. Sie ist die Tochter von Hina. Und dann gibt es da noch die böse Kapo, eine Schwester von Pele. Diese gefürchtete Hexe fängt Männer und ist nicht gerade nett zu Ihnen.

Ein wichtiger Bestandteil des Glaubens ist das Mana. Es bezeichnet zunächst einmal Macht, steht aber auch für eine starke Energie, die Kraft und Selbstvertrauen gibt. Dieses Mana erhält man von Gegenständen aber auch von den eigenen Vorfahren. Eine Legende besagt, dass ein Körper, je größer er ist auch umso mehr Mana aufnehmen kann. Daher galt es als sinnvoll sehr dick zu sein. Da auch der Schatten eines Menschen diese Energie aufnehmen kann, wurde ein Kapu (Tabu) erlassen, das den einfachen Menschen verbat, auf den Schatten eines Ali’i (Adligen) zu treten. Wer dies nicht berücksichtigte, musste damit rechnen zum Tode verurteilt zu werden.

Das Wort Kapu hat es ja bis in unsere Sprache geschafft. Es bezeichnet ein sehr striktes Verbot. Kapu’s wurden von den Königen ausgesprochen und konnten nur von ihnen auch wieder aufgehoben werden. Eines dieser Verbote untersagte zum Beispiel Frauen und Männern gemeinsame Mahlzeiten. Außer man war mit dem Kanu auf hoher See unterwegs. Außerdem durften Frauen bestimmte Dinge wie Schwein, Schildkröte, Bananen oder Kokosnüsse nicht essen. Wer ein Tabu gebrochen hatte, bekam aber oft noch eine zweite Chance.

Auf Big Island gibt es den Pu’uhonua O Honaunau Historical ParkHawai 122

Dort ist eine alte hawaiianische Tempelanlage und Siedlung originalgetreu aufgebaut worden. Verurteilte Tabubrecher wurden auf der, der Anlage gegenüberliegenden Seite der Bucht ausgesetzt und konnten sich „frei schwimmen“. Dabei wurden sie von Kriegern verfolgt, die besonders gut schwimmen konnten. Wer lebend auf der anderen Seite der Bucht ankam, wurde begnadigt. Ich bin bestimmt kein Esoteriker, aber als ich das erste Mal frühmorgens an diesen „Place of Refuge“ kam, spürte ich eine besondere spirituelle Kraft, die von diesem Platz ausging. Hier fließt sehr viel Mana. Nachts trifft man hier angeblich immer wieder auf die „Night Marchers“. Das sind die Geister verstorbener Krieger, die nachts an besonderen Plätzen marschieren. Der Legende nach sind diese Geister harmlos, aber man sollte sich ihnen keinesfalls in den Weg stellen. Eine Bekannte von mir, die einen hohen Anteil hawaiianischen Blutes in sich trägt, hat mir versichert, dass sie diese Gesellen schon mal gesehen hat. Ich bin nicht wirklich erpicht darauf sie zu sehen.

 

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