Heute möchte ich Euch von einer landschaftlich sehr reizvollen Tour erzählen, die -abgesehen vom Aufstieg- nicht sehr anstrengend ist. Das Kaisertal liegt zwischen dem Zahmen Kaiser im Norden und dem Wilden Kaiser im Süden. Wer nicht ganz so hoch hinaus will, kann den Aufstieg auf die Naunspitze auch weglassen.

Festung in Kufstein

Kufstein, die Perle Tirols

In Bayern sind wir ja sehr verwöhnt, was Feiertage angeht. Den Fronleichnamstag nutzte ich dann für eine besondere Wanderung. An Kufstein bin ich ja schon oft auf dem Weg in den Süden vorbeigefahren. Da ich heute mit dem Zug angereist bin, habe ich die Gelegenheit mir die Stadt einmal anzuschauen. Vom Bahnhof muss ich nämlich zunächst einaml quer durch die Stadt laufen, um an den Einstieg ins Kaisertal zu kommen. Der Treppenweg beginnt im Stadtteil Sparchen, direkt an der Grenze zur Gemeinde Ebbs. Wer mit dem Auto anreist findet hier auch Parkplätze. Da ich aber keine Lust auf Stau hatte, bin ich auf den Zug umgestiegen. Zunächst aber ein paar Eindrücke aus Kufstein.

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Vom Bahnhof geht es über den Inn in die Altstadt. Den Unteren Stadtplatz könnt Ihr nicht verfehlen und von dort geht es direkt zum Oberen Stadtplatz, an dem Ihr dann links in die Hans-Reisch-Straße abbiegt und dieser so lange folgt, bis Ihr am Wanderparkplatz und dem Ortsschild Ebbs ankommt. Die Straße ändert ein paar mal den Namen. Das letzte Stück ist die Sparchener Straße. Ihr müsst noch über den Bach und kommt dann zu dem Schild unten. Hier beginnt also der Treppenweg.

Der Treppenweg, gemütlicher Einstieg ins Kaisertal

Die Treppen steigen recht gemütlich am Berg entlang durch schattigen Wald. Das ist ein gutes Workout zum Aufwärmen, für das, was da noch vor Euch liegt. Immer wieder gibt es zwischen den Bäumen tolle Ausblicke auf Kufstein, das Inntal und die Berge auf der anderen Seite des Flusses.

Natürlich geht mir die ganze Zeit das Kufsteinlied durch den Kopf. Der Ohrwurm hat sich echt festgesetzt. 🙂

An einer Bank mache ich einen kurzen Stopp und creme mich erst mal ordentlich ein, denn die weitere Tour wird ziemlich sonnig und ich will ja keinen Sonnenbrand mit nach Hause nehmen. Und dann komme ich an ein Gatter, der Wald endet und ich habe den ersten Blick auf das Kaisertal.

Von hier aus kann man zwar nur erahnen, was da noch kommt, aber auf den ersten Blick schaut das ja schon mal ganz nett aus. Im Kaisertal wohnen ca. 30 Menschen dauerhaft und vor ein paar Jahren gab es eine Diskussion, ob man diesen nur einen Lastenaufzug baut, oder aber eine Zufahrtstrasse mit Tunnel baut. Der Tunnel hat sich durchgesetzt, aber wenigstens dürfen wirklich nur die Anwohner in das Tal fahren. Ich kann ja verstehen, dass die Menschen mit dem Auto zu Ihren Häusern wollen, aber andererseits einen Tunnel bauen für 30 Personen? In meinen Augen ist das dann doch Geldverschwendung.

Nur ein paar Minuten weiter kommt der Veitenhof, die erste Gaststätte im Tal. Am Weg sehe ich ein Schild, auf dem eine alte Sage erzählt wird. Danach war der Schafhirte Peter mit seinen Tieren unterhalb der Naunspitze, als ein Gewitter aufzog. Auf der Naunspitze saß die schwarze Hexe und rief: „Naun, naun, jetzt wirst nass.“ Gott sei Dank konnte der Peter aber einen Unterstand finden und überstand das Unwetter unbeschadet. Als es vorbei war, merkte er aber, dass seinen schwarzen Schafe die Wolle fehlte. Also schrie er die Hexe an und klagte, dass ihm das Geld für diese Wolle fehlen würde und er nicht einsah, dass das alte Weib einen neuen Rock brauchte. Als Strafe für diese anklagenden Worte, legte die Hexe einen Bannkreis um den Peter, der sich nun nicht mehr vom Fleck bewegen konnte. Am nächsten Tag kam ein Wilderer vorbei, der sich mit weißer Magie auskannte und befreite den Peter. So erhielten die beiden Gipfel Naunspitze und Petersköpfel ihre Namen.

Der steile Aufstieg zur Rietzau-alm

Hinter dem Veitenhof geht es weiter über eine befestigte Schotterstraße. Diesem Weg folgt Ihr ein gutes Stück bis Ihr zur Abzweigung zur Naunspitze und Vorderkaiserfeldenhütte kommt.

Ab hier geht es recht steil auf einem bequem gehbaren Pfad den Berg hinauf. Aber immerhin geht es durch schattigen Wald und so wird es nicht zu anstrengend. Im Tal wird es ein heißer Tag werden, aber hier am Berg ist die Luft angenehm und es weht ein kühlender Wind. Nach ca. 1 Stunde hört der Wald dann auf und vor mir liegt eine saftige grüne Almwiese. Nach weiteren 5 Minuten erreiche ich die Rietzau-alm.

Drei Häuser stehen hier und eines davon beherbergt eine Gaststätte. Ich setze mich und genieße den Ausblick über den Wilden Kaiser auf der einen Seite und das Inntal auf der anderen. Schön ist es hier und die Speisekarte ist sehr umfangreich. Ich beschließe aber erst auf der nächsten Hütte was zu essen. Davon gibt es ja einige auf dieser Tour. Also gönne ich mir nur ein alkoholfreies Weißbier und mache mich wieder auf den Weg. Vorher mache ich aber noch einen kleinen Rundgang durch die Alm.

Die Inschrift auf der Rückseite der kleinen Kapelle könnte ich glatt so unterschreiben. Auch wenn heute aufgrund des Feiertags viele Wanderer unterwegs sind. Aber es ist ja genug Platz für uns alle da. Der Weg steigt zunächst nur gemächlich an. Aber hier oben gibt es keinen schattigen Wald mehr und so komme ich schnell wieder ins Schwitzen. Das verbrennt wenigstens ordentlich Kalorien.

Letzte Anstrengung bis zum Gipfel

Der Weg ist gut ausgeschildert und so ist es kaum möglich die Abzweigung zur Vorderkaiserfeldenhütte zu verpassen. Hier wird der Weg wieder zum Pfad ist aber immer gut begehbar. Nach einem weiteren steilen Aufstieg komme ich dann aber zur Vorderkaiserfeldenhütte.

Almhütte mit Tannenwald und Berggipfel im Hintergrund

Vorderkaiserfeldenhütte

 

Bevor ich mich hier aber ausruhe, will ich noch auf den Gipfel der Naunspitze. Dann habe ich nämlich den anstrengendsten Teil der Tour hinter mir, und kann mir in Ruhe eine leckeres Essen gönnen und bis dahin steigt die Freude auf das zischende Weißbier.

Also gehe ich zunächst an der Hütte vorbei und mache mich an die letzten ca. 240 Höhenmeter. Der Pfad windet sich mal in Serpentinen, mal steil den Hang hoch, ist aber sehr gut zu laufen. Immer wieder hat man tolle Ausblicke auf die Rietzenau-alm und die dahinter liegenden Gipfel des Wilden Kaisers und das Inntal.

Auf dem Gipfel der Naunspitze

So erreiche ich also den Sattel zwischen Naunspitze und Petersköpfel. Ein Gipfel am Tag reicht mir aber. Also biege ich links ab zur Naunspitze. Und dann hört der Weg plötzlich auf und ich stehe vor dieser Felswand.

Gipfel der Naunspitze

Offensichtlich löst sich hier immer wieder Geröll und der Weg muss immer wieder geändert werden. Nun dann eben querfeldein über die Felsplatten. Vorsichtig hangele ich mich nach oben.  Aber es lohnt sich definitiv. Der Ausblick ist atemberaubend. Seht selbst.

Seit heute morgen ist der Blick ins Inntal Richtung Innsbruck immer trüber geworden. Als ob das ganze Tal im Nebel verschwinden würde. Wenn es sich so eintrübt, ist das oftmals ein Zeichen für ein nahendes Gewitter. Ich hoffe, dass mir das zumindest so lange erspart bleibt, bis ich wieder an einer Hütte bin. Aber ich habe Glück. Leider muss ich diesen schönen Ort wieder verlassen. Na ja, langsam wird es aber auch Zeit für ein Mittagessen.

Hütte mit Traumpanorama

Nach ca. 30 Minuten bin ich wieder an der Vorderkaiserfeldenhütte. Leider habe ich Pech und kann keinen Platz im Schatten ergattern. Hier ist ja richtig was los. Immerhin geht ein kühlender Wind. Die Speisekarte ist sehr übersichtlich. Es gibt verschiedene Knödel und Bratwurst. Alles mit Kraut. Immerhin werden die Knödel alternativ auch mit Salat angeboten. Sauerkraut ist mir bei den Temparaturen echt zu heftig. Also entscheide ich mich für die Kaspressknödel mit Salat. Die sind einfach sensationell. Aufgrund des auf der Hütte nicht vorhandenen Kühlschranks ist das alkoholfreie Bier etwas zu warm und zischt nicht wirklich. Bei der Aussicht stört das aber nicht so sehr.

Ich gönne mir noch ein zweites Bier, lasse meine Gedanken schweifen und genieße die Aussicht. Das Leben kann so perfekt sein…..

Der Abstieg, ein gemütlicher Spaziergang

Leider hat dann dieser perfekte Moment doch ein Ende und ich mache mich auf den Weg zurück ins Tal. Offensichtlich gehen die meisten Wanderer auf demselben Weg zurück, den sie hochgelaufen sind. Nachdem ich an der zweiten Abzweigung links abbiege bin ich eine ganze Weile völlig alleine unterwegs. Die Abzweigung ist nicht ganz einfach zu finden, da an der ersten Abzweigung genau die gleichen Ziele aufgeführt sind. Also nehmt das Schild, auf dem die 2h zum Anton-Karg-Haus stehen und nicht das, an dem der Weg mit 4h angegeben ist.

Der Pfad führt durch dichten Wald und ist sehr gut zu gehen. In meinem Wanderführer steht was von einer Felswand, an der ich vorbeikommen soll. Nun ja, ich würde die eher als großen Felsbrocken bezeichnen.

Angeblich soll ich irgendwann zu einer Forststraße kommen, die sehe ich auch von Zeit zu Zeit zwischen den Bäumen unter mir. Irgendwie kommt mir der Weg recht lang vor, und ich kriege Zweifel, ob ich wirklich richtig abgebogen bin. Einen Weg ins Tal gibt es aber immer.

Bis dahin genieße ich die tolle Natur und Ausblicke. Es ist aber auch wirklich sehr schön hier. Nach ca. 1 Stunde sehe ich wieder die Forststraße, und dieses mal scheint sie sehr viel näher zu sein. 10 weitere Minuten später stehe ich dann auf ebendieser. Sanft abfallend geht es nun Richtung Kufstein. Zunächst noch durch dichten Wald und einigermaßen schattig, aber bald über offenes Gelände in der prallen Sonne dafür mit genialer Aussicht auf den Wilden Kaiser.

Ich komme zu einer ersten Almhütte, die aber wohl nur als Ferienhaus genutzt wird. Mit so einem Ausblick aufwachen, das hätte was.

Nach weiteren 30 Minuten erreiche ich dann zunächst die Jausenstation Hinterkaiser. Schaut sehr einladend aus, aber ich muss ja meinen Zug erreichen. Also lass ich diese Hütte links liegen und komme direkt danach zur Antoniuskapelle.

Fast ohne Anstrengung habe ich inzwischen schon wieder 800 Höhenmeter hinter mir gelassen. Und der leichte Abstieg geht genauso gemütlich weiter. Kurz nach der Kapelle komme ich an dieser Quelle vorbei. Schade, dass die fast kein Wasser hat. So eine kleine Abkühlung käme jetzt gerade recht.

 

Bald erreiche ich dann den Alpengasthof Pfandlhof. Laut der Speisekarte das älteste Wirthaus im Tal. Da mir doch schon wieder recht warm ist, und ich kein Wasser mehr habe, beschließe ich doch noch ein letztes alkoholfreies Weißbier zu trinken. Auch von dieser Terrasse hat man noch einen tollen Ausblick. Nicht mehr ganz so spektakulär, wie auf den anderen Hütten, aber dennoch sehr reizvoll.

Kurz hinter dem Pfandlhof, komme ich dann wieder zu der Abzweigung, an der ich heute morgen den steilen Anstieg begonnen habe. Jetzt ist es dann bald geschafft. Am Veithof vorbei, erreiche ich wieder den Treppenweg. Noch einmal blicke ich über das Inntal nach Norden, also Bayern, und erreiche bald den Wanderparkplatz am Kaiserbach. Ein kurzer Spaziergang durch Kufstein bringt mich zurück zum Bahnhof, von dem die Züge nach München abfahren.

Und so geht wieder ein traumhafter Tag in den Bergen zu Ende. Mal schauen, was für eine Tour ich mir dann als nächstes aussuche.

Ich hoffe Euch hat auch diese Tourbeschreibung gefallen und Ihr habt Lust gekriegt, die auch mal zu gehen. Gerne dürft Ihr auch Eure Kommentare hinterlassen.

 

 

 

 

 

 

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