Heute stelle ich euch eine Tour vor, die in manchen Abschnitten etwas anstrengender ist. Belohnt werdet Ihr immer wieder mit tollen Aussichten auf das Zugspitzmassiv. In meinem Führer war sie in entgegengesetzter Richtung ausgeschrieben, aber da ich zum Abschluss auf der St. Martinshütte einen dieser leckeren Blaubeerpfannkuchen essen wollte, hab ich die Tour in anderer Richtung gemacht. Je nachdem, ob Ihr lieber einen anstrengenden Aufstieg oder Abstieg haben wollt, könnt Ihr die Richtung wählen.

Ende Mai, es ist endlich einmal schönes Wetter, also beschließe ich zu meiner ersten Bergtour in diesem Jahr aufzubrechen. Ist ja schleißlich schon ein Weilchen her, und der Berg ruft.

Gasthof Almhütte, der Ausgangspunt für viele tolle Touren

Da ich schon sehr früh aufgewacht bin, habe ich es geschafft bereits um kurz nach 8 in Garmisch am Ausgangspunkt der Tour zu sein. Trotz der frühen Stunde ist hier am Parkplatz beim Gasthof Almhütte schon einiges los.

Heute will ich auf den Kramer, einen der Hausberge von Garmisch-Partenkirchen. Den größten Teil des Weges werde ich immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das Zugsptizmassiv haben. Das Wetter könnte nicht besser sein und die einzige Sorge, die ich habe, ist dass es in der Gipfelregion noch Schnee hat. Schließlich war es die ganze Zeit noch sehr regnerisch und kühl im Tal.

Der Kramerplateauweg

Die este Etappe führt zur Steppbergalm. Um dort hin zu kommen habe ich die Wahl zwischen zwei Wegen. Ich entscheide mich für die Tour durch das „Gelbe Gewänd“. Ist zwar etwas länger, aber hört sich interessanter an. Zunächst geht es noch ein gutes Stück fast eben über den Kramerplateauweg Richtung Grainau. Und schon kurz nachdem ich losgelaufen bin, habe ich den ersten Blick auf die Zugspitze.

An der ersten Abzwegung zur Steppbergalm gehe ich vorbei. Soweit ich weiß führt dieser Weg hauptsächlich durch Wald, aber ich will ja die Aussicht genießen und das gelbe Gewänd soll auch sehr schön sein. Am Wegesrand blühen wilde Rosen und Akelei.

Offensichtlich gibt es hier auch einen Übungsplatz der Bundeswehr. Immer wieder sehe ich Hinweisschilder, dass ich militärisches Sperrgebiet betrete. Die Sonne strahlt, und es ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen. Perfektes Wetter für meine Tour. Ich hole tief Luft und bin ganz weit weg vom Stress und der Hektik der Großstatdt.

Aufstieg durch das gelbe Gewänd

Nach ca. 30 Minuten komme ich zur Abzweigung, die mich durch das gelbe Gewänd zur Stepbergalm führt. Der Weg steigt steil an, ist aber gut zu gehen. Es geht nun über diesen Forstweg durch grünen Wald. Allerdings ist dieser Weg nicht besonders schattig. Zwischen den Bäumen gibt es immer wieder tolle Ausblicke auf die Zugspitze, die schräg gegenüber liegt.

Irgendwann zweigt dann ein Pfad ab, der mich ins gelbe Gewänd bringen soll. Nun ist es auch schattig und der Waldpfad ist sehr bequem zu gehen. Das frische grün der Blätter bildet einen fröhlichen Kontrast zu den dunklen Tannen. Es ist Sonntag und daher treffe ich hier des Öfteren auf andere Menschen. Ich wundere mich ja immer wieder, wenn mir frühmorgens beim Aufstieg schon die ersten entgegenkommen, die schon wieder im Abstieg sind. Haben die auf dem Berg übernachtet, oder waren die noch früher wie ich am Berg?

Und dann sehe ich wo der Name gelbes Gewänd herkommt. Ich erreiche eine kleine Schlucht und die Felsen gegenüber zeigen wirklich gelbe Flecken. Also gelbe Wände. Der Pfad ist immer noch gut zu gehen, aber er wird enger und bei Gegenverkehr muss man schon mal zur Seite treten.

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Vom Bergsattel her, plätschert ein kleiner Bach durch die Schlucht und bildet immer wieder kleine Becken und Wasserfälle. Sehr schön anzuschauen. Es geht aber zu Steil runter, sodass man sich nicht mal schnell im kalten Wasser erfrischen kann. Wenn Ihr die Schlucht am oberen Ende gequert habt, kommt Ihr kurz darauf zu einer Bank mit einem Wahnsinnsausblick. Siehe die zwei Bilder oben.

Aber auch auf der Seite des Kramers hat man gute Ausblicke auf bewaldete Berge und Felsen. Und immer noch dieses Traumwetter ohne Wölkchen am Himmel. Auch die Temperatur ist angenehm. Ich hatte eine Jacke mit für alle Fälle. Die stellte sich aber als unnötig heraus.

Die Stepbergalm

Ja und dann trete ich irgendwann aus dem Wald und blicke zum ersten Mal auf die Stepbergalm. Die liegt auf 1600m, somit habe ich also schon 850 Höhenmeter hinter mir. War gar nicht so schlimm. Ich habe noch genug Kraft für die noch ausstehenden 385 Höhenmeter zum Gipfel.

Aber einen ordentlichen Durst hab ich schon. Also setze ich mich an ein schattiges Plätzchen und gönne mir ein alkoholfreies Weißbier. Beim Wandern finde ich dieses Getränk sehr erfrischend und es gibt auch wieder Power. Auf den Almhütten trinke ich aber auch immer wieder sehr gerne ein Glas frische Buttermilch. Die ist so lecker. Und schmeckt ganz anders, als die aus dem Supermarkt. Ist halt doch immer wieder schön noch intakte Natur bewundern und genießen zu können.

Auf schmalem Grat zum Gipfel

Nach meiner Rast muss ich erstmal suchen wo es denn jetzt weitergeht. Ein Schild weist mich schließlich über die grüne Wiese oberhalb der Alm. Noch einmal geht es ein kurzes Stück steil nach oben.

Der Blick ins Tal der Stepbergalm lässt nicht vermuten, dass man hier im Hochgebirge ist. Saftig grün liegt es vor mir, und von hier oben habe ich dann auch einen Blick Richtung Norden ins Voralpenland. Das scheint Alles so weit weg zu sein. Die Zugspitze sieht man aber von hier auch noch.

Am Ende des Aufstiegs kommt man dann in einen Wald aus Latschenkiefern und hier beginnt wieder ein Pfad, der allerdings sehr felsig ist und nicht mehr ganz so einfach zu gehen. Es ist später vormittag und es wird mir schon wieder sehr warm. Schatten gibt es hier nicht wirklich.

Aber auch diese Anstrengung ist dann schon bald geschafft und es geht dann recht eben auf dem Grat weiter. Allerdings sollte man hier schwindelfrei sein. Rechts geht es sehr steil nach unten und auf der linken Seite geht es noch ein bisschen den Abhang hoch, bevor auch der sehr steil in die Tiefe stürzt.

Außer dem immer noch faszinierenden Ausblick auf die Zugspitze sehe ich nun ganz Garmisch-Partenkirchen vor mit liegen mit Karwendel- und Wettersteingebirge im Hintergrund. Kurz vor dem Gipfel wird es dann noch etwas schwieriger. Man muss ein bisschen klettern und der letzte Aufstieg ist mit Drahtseilen gesichert. Und dann ist es geschafft.

Es sind ganz schön viele Wanderer unterwegs heute und so wird es hier oben etwas eng. Aber nichtsdesttrotz ist das ein erhabenes Gefühl. Immer wieder. Vor allem auf einem Gipfel wie diesem, der so einen tollen Rundumblick bietet. Einfach nur genial. Ich finde dann doch noch ein Plätzchen, wo ich mich für eine Rast hinsetzen kann und lass meine Gedanken schweifen.

Der lange und beschwerliche Abstieg

Auf der Nordseite des Bergs hat es dann doch noch Schneefelder. War ja irgendwie zu erwarten. Das erste dieser Felder verdeckt den Weg zum Abstieg und so muss ich erst mal noch jemanden fragen, wo es denn jetzt weiter geht. Gott sei Dank war schon jemand vor mir auf dem Weg, und ich kann die Fussstapfen nutzen um durch den Schnee zu kommen.

Zunächst is der Weg noch gut zu gehen, abgesehen von den Schneefeldern, die zu ein paar Umwegen durch das Gelände zwingen. Als ich mich ein letztes Mal zum Gipfel umdrehe, sehe ich dahinter die Zugspitze hervorragen. Aber dann verschwindet sie für eine Weile aus meinem Blickfeld.

Dafür gibt es tolle Blicke auf die Stadt und die Berge des Wettersteins und Karwendel. Schon bald wird der Pfad aber sehr eng und besteht nur noch aus schwierigem Geröll, auf dem man leicht ins Rutschen kommt. Dieses gefühlt recht lange Stück ist der anstrengendste Teil meiner heutigen Wanderung. Plötzlich bemerke ich eine Bewegung am Boden. Als ich hinschaue liegt eine Schlange vor mir. Das muss dann wohl eine Kreuzotter sein, die aber eine sehr seltsame Zeichnung hat. Neongelbe Ringe um die Augen. Ich finde Schlangen ja echt eklig, und so bin ich froh, dass diese mehr Angst vor mir hat, als ich vor ihr und wie ein Blitz ins Gebüsch verschwindet. Solche Begegnungen braucht ja kein Mensch.

Der Weg fällt mal mehr mal weniger steil ins Tal ist aber immer noch sehr schwer zu gehen. Ich denke mir, wie gut, dass ich die Tour umgedreht habe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den im Anstieg geschafft hätte. Immer wieder drehe ich mich um und schaue zurück auf den Gipfel.

Aber auch Richtung Tal und Osten gibt es tolle Aussichten. So zum Beispiel auf den Wank und den Königsstand. Der Latschenwald geht irgendwann wieder in richtigen Wald über und so habe ich wenigstens etwas Schatten auf dem beschwerlichen Weg.

Und dann sehe ich endlich das Ziel meiner kulinarischen Träume, auf das ich mich schon den ganzen Tag freue, die Martinshütte. Den Blauberpfannkuchen habe ich mir aber wirklich verdient.

Ein paar Blumenbilder habe ich natürlich auch heute wieder zu bieten. Besonders schön blüht der Enzian an diesem Tag. Dieses Blau ist immer wieder faszinierend.

Irgendwann wird dann auch der Weg wieder angenehmer zu gehen. Hier habe ich vor einem Jahr ja mal eine junge Gemse gesehen. Heute zeigt sich aber leider keine. Ist wahrscheinlich zu viel los auf dem Weg.

Und nachdem ich diesen Holzsteg hinter mir gelassen habe, stehe ich auch bald auf der Terrasse der St. Martinshütte. Das ist eines der besten Gasthäuser, die ich bis jetzt in den Bergen entdeckt habe. Das Essen ist wirklich sehr gut, aber das beeindruckendste ist die Aussicht von der Terrasse. Was meint Ihr?

Und endlich steht er vor mir der Pfannkuchen. Ein Gedicht. Und der Grund warum ich die Tour in dieser Richtung gemacht habe.

Gut gesättigt mache ich mich auf den letzten Abstieg. Von der Hütte aus läuft man auf einem Schotterweg ziemlich gemütlich, wenn auch an manchen Stellen etwas steil, ins Tal.

Und so stehe ich bald wieder am Kramerplateauweg.

Beim Gasthof Almhütte, meinem Ausgangspunkt, gibt es einen Teich, auf dem später im Jahr die Seerosen blühen. Heute sind es die Schwertlilien, die mich begeistern. Gleich daneben gibt es noch eine Kneippanlage, in der ich jetzt erstmal Beine und Arme abkühle. Oh, tut das gut. Heute gab es mal wieder keine spektakulären Tierbeobachtungen, also daher als Tierbild mal wieder glückliche Kühe.

Ein letzter Blick auf den Kramer und ich mache mich auf den Heimweg.

Ein Tipp noch. Solltet Ihr, wie ich, an einem Sonntag diese Tour machen, und wollt wieder nach München zurück, seht zu, dass Ihr vor 16 Uhr oder dann ab 19 Uhr in Garmisch losfahrt. Dazwischen ist die Chance sehr hoch, dass Ihr bis auf die Autobahn im Stau steht. Garmisch-Partenkirchen ist halt nicht wirklich ein Geheimtipp. 🙂

Ich hoffe, mein Beitrag hat Euch wieder gefallen. Ihr dürft mir gerne Eure Kommentare dazu schicken.

Bis zum nächsten Mal.

 

2 Gedanken zu “Garmisch-Partenkirchen: Wanderung über den Kramer

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