Diese Tour ist auf weiten Strecken recht einfach zu gehen, aber der Aufstieg durch die Wolfsschlucht zum Schildenstein sollte nur dann gekraxelt werden, wenn Ihr über einigermaßen Kondition verfügt und schwindelfrei seid. Daher wird diese Tour in den Wanderführern auch als schwere Tour ausgezeichnet.

Das Ende der Schlucht und der Beginn des schwierigen Anstiegs

Wolfsschlucht

Dieses Jahr habe ich mich nicht so wirklich auf meinen Geburtstag gefreut. Eigentlich habe ich kein Problem mit meinem Alter, aber in meinem Kopf, wollte diese runde Zahl nicht mit dem gefühlten Alter zusammen passen. Also beschloss ich mir zu beweisen, dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre und diese Wanderung dazu zu nutzen, mich mit der 50 anzufreunden. Es hat funktioniert.

Wildbad Kreuth, ehemaliges Kurbad mitten im Wald

Es gäbe zwar die Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Wanderparkplatz in Wildbad Kreuth zu kommen, aber die Anreise und Heimfahrt nimmt dann zu viel Zeit in Anspruch, also bin ich mit dem Auto gefahren. Der Parkplatz ist nicht allzu groß und kostet auch Gebühren, was aber durchaus verständlich ist.

An der oben abgebildeten Wanderkarte orientiere ich mich erst mal. Da es ein heißer Tag werden soll, nehme ich mir auch noch die Zeit mich ordentlich einzucremen und dann kann es los gehen. Zunächst läuft man auf einem gut ausgebauten Wald- und Forstweg an der Weißach entlang in Richtung Fischzucht und Siebenhütten. Dieser Spaziergang ist gut zum Aufwärmen. Die Berge rund um das Tal sind nicht sonderlich hoch und daher bis ganz oben mit Wald bewachsen.

Das Tal der Weißach

Nach ca. 45 Minuten komme ich zur Siebenhüttenalm. Die schaut sehr nett aus und bei einer meiner nächsten Touren, werde ich hier mal einen Stopp einlegen. Aber heute ist es noch zu früh für eine Einkehr. Bin ja auch gerade erst los gelaufen, da kann ich nicht schon wieder essen und trinken. Gleich hinter der Alm kommt der erste Anstieg, der aber nicht sehr anstrengend und außerdem auch sehr schattig ist. Als ich dann wieder aus dem Wald trete, stehe ich dann vor der Weißachalm.

Durch die Wolfsschlucht

Ich habe mal wieder Bilderbuchwetter, aber es wird auch schon recht warm. Und ab hier ist es dann erst mal vorbei mit schattigem Weg. Der Rest der Tour führt hauptsächlich durch offenes Gelände und so gilt es die paar wenigen schattigen Stellen zu nutzen. Ab hier wird der Weg dann auch zum Pfad und führt Euch an der Felsweißach entlang. Warum der Name sehr passend ist, werdet Ihr dann später noch feststellen.

Nach einer Weile verliert sich der Pfad dann und Ihr müsst Euch einen Weg durch das fast trockene Flussbett suchen. Ich vermute, dass sich das Flussbett nach jedem größeren Regen und vor allem im Frühjahr während der Schneeschmelze immer wieder ändert, daher gibt es keinen festen Pfad und auch nur noch selten Markierungen.

Die kleine Wolfsschlucht

Nach einiger Zeit kommt Ihr zu einer Abzweigung, die in die kleine Wolfsschlucht führt. Das ist dann aber eine Sackgasse und Ihr müsst den Weg wieder zurück gehen um weiter zu kommen. Ich laufe ein kurzes Stück hinein, beschließe aber dann, dass ich doch lieber gleich meine eigentliche Tour fortsetzen möchte.

Kleine Wolfsschlucht

Also folge ich weiter dem breiten Bachbett und sehe bald dann auch die Wand vor mir, die es wohl noch zu erklimmen gilt. Das muss das schwere Stück sein, von dem in meinem Wanderführer geschrieben steht.

Die meisten Wanderer gehen nur bis zu diesem Wasserfall und drehen dann wieder um. Sehr erfrischend ist das ja schon. Wer sich in das kalte Wasser traut kann sich hier abkühlen. Eigentlich hätte ich hier meine Wasserflasche mit dem Quellwasser auffüllen sollen. Dass ich das nicht gemacht habe, werde ich später noch bereuen.

Ein kurze Rast gönne ich mir hier dann aber doch und genieße den Anblick. Es ist ja sehr schön hier.

Der schwierige Aufstieg

Nach ein paar Minuten muss ich dann aber doch weiter. Mir ist klar, dass jetzt der schwierigste Teil der Tour kommt. Laut meinem Reiseführer, haben an dieser Wand schon einige aufgegeben und sind umgedreht. Es ist sehr anstrengend, ja, aber diese Wand nach unten zu begehen, schien mir schlimmer zu sein, als mich weiter nach oben zu kämpfen.

Direkt neben dem Wasserfall geht der Pfad direkt sehr steil nach oben und schon bald kommt die erste mit Drahtseil gesicherte Stelle. Ich muss zugeben, dass ich ziemlich schnell ins Schwitzen gekommen bin und öfter mal stehen bleiben musste um nach Luft zu schnappen. Zwischen den Felsen sind immer wieder diese kleinen Glockenblumen zu sehen.

Der Aufstieg führt, da wo es möglich ist, in Serpentinen nach oben. Und so gibt es immer wieder mal flachere Stellen, an denen man sich kurz ausruhen kann. Die Enden der Serpentinen sind dann aber hart am Abgrund. Deswegen solltet Ihr unbedingt schwindelfrei sein.

Ein Blick zurück ins Tal

Bei den kurzen Pausen kann ich dann mit jedem Höhenmeter noch bessere Blicke zurück ins Tal der Schlucht werfen. Im Hintergrund sieht man den Wenigberg und dahinter erscheint dann nach und nach der Risserkogel.

In einem kleinen Wäldchen am Berg finde ich dann diese schönen Türkenbundblüten. Wie Ihr ja schon in meinen bisherigen Posts gemerkt habt, liebe ich Wildblumen. Schön, dass man die immer noch bewundern kann. Hoffentlich bleibt das auch noch lange so.

Schwierige, mit Drahtseil gesicherte Felsplatten wechseln sich mit kleinen grünen Wiesen und Wäldern ab. Ein sehr anstrengendes Kontrastprogramm. Aber bis jetzt halte ich noch ganz gut durch. Bin also vielleicht doch noch kein altes Eisen. 🙂

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Zwischendurch gibt es dann aber auch immer wieder tolle Ausblicke in die benachbarte kleine Wolfsschlucht. Es geht auf Mittag zu und wird immer wärmer, und mein Wasser wird immer weniger. Ja hätte ich mal aufgefüllt unten am Wasserfall. Wie weit geht das denn jetzt noch bis ich oben bin? Und immer wieder der Blick zurück ins Tal. Ist schon ein schönes Fleckchen hier.

Almrausch

Kurz bevor ich dann das obere Ende der Wand erreiche, wird das Gelände etwas ebener und ist überdeckt mit blühenden Almrausch. Eigentlich heißt die Pflanze ja Alpenrose und ist verwandt mit Azaleen und Rhododendren, aber der Anblick einer Wiese, die mit blühenden Pflanzen bedeckt ist, hat dann schon was berauschendes. Finde ich zumindest.

Und dann hab ich es tatsächlich geschafft. Ich stehe auf einem Bergrücken und der weitere Weg führt dann relativ eben über eine grüne Wiese. Aber vorher noch ein Blick zurück ins Tal.

Das Schlimmste ist geschafft

Eine kurze Rast hab ich mir jetzt aber schon verdient. Schön ist es hier. Der Himmel ist so richtig klischeehaft blau-weiß, muss ja in Bayern so sein. 🙂 Ok. Die Wolken sind schon auf Tiroler Gebiet.

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Von dem Grat hat man schon einen sehr guten Rundumblick. In der Ferne erkenne ich den Achensee. Und dann taucht da im Osten hinter den Bäumen diese beeindruckende Felswand auf. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber das müsste eigentlich der Halserspitz sein.

Eigentlich war ja der Plan noch auf den Gipfel des Schildensteins zu gehen. Das wären wohl auch nur noch ein paar Minuten, aber noch einmal ein Anstieg von schätzungsweise 100 Höhenmetern. Da es inzwischen doch sehr warm geworden ist, und ich mir eingestehen muss, dass der Aufstieg durch die Schlucht doch recht anstrengend war, beschließe ich, mir diesen Weg heute zu sparen.  Ich habe richtig Durst und freue mich auf die Hütte. Bis dahin ist es aber noch ein Stück zu laufen, aber wenigstens nur abwärts.

Die Königsalm, ein echtes Kleinod

Der Abstieg ist dann auch im weiteren Verlauf recht gemütlich. Saftige grüne Almwiesen wechseln sich mit kleineren Wäldchen. Seit ich den Einstieg in die Felswand gemacht habe, habe ich keine Menschenseele mehr getroffen. Tiere habe ich heute aber auch noch keine gesehen. Nicht mal Kühe. Um so mehr erschrecke ich, als dann plötzlich rechts von mir ein Kerl aus dem Wald auftaucht, der sein Mountainbike auf dem Rücken den Berg hoch trägt. Muss ich jetzt nicht verstehen, oder? Ich kann ja nachvollziehen, dass es Spaß macht mit dem Mountainbike den Berg runter zu sausen, aber ich käme nie auf die Idee, mein Radl den Berg hoch zu tragen.

Und dann sehe ich endlich die ersehnte Hütte unten im Tal.

Wenige Minuten später stehe ich dann auch schon am diesem Holzsteg. An dem klaren Bach, der darunter durchfließt fülle ich erst mal meine Wasserflasche auf. Und dann stehe ich vor der Königsalm. Das war früher eine Jagdhütte der bayrischen Könige, daher der Name. Irgendwo habe ich gelesen, dass Kaiserin Sissi hier hoch gewandert ist, während sich die russische Zarin wohl standesgemäß in einer Sänfte den Berg hochtragen ließ. Hoffentlich war die wenigstens offen und sie konnte die Landschaft genießen. Das erste alkoholfreie Bier ist quasi auf ex weg, für das zweite lasse ich mir ein bisschen mehr Zeit. Das tut gut.

Nach dieser Erfrischung mache ich mich dann auf den Weg ins Tal. Der ist so gar nicht mehr anstrengend. Und hier sehe ich sie dann doch noch die obligatorischen glücklichen Kühe. Und ein paar Wanderer habe ich an der Hütte auch getroffen. Bin also doch noch nicht ganz alleine auf der Welt.

Der Abstieg, ein Spaziergang

Nach einer Weile komme ich zur nächsten Almhütte. Die Geißalm ist aber nicht bewirtschaftet und wird wohl auch nicht als Alm für die Tiere genutzt. Dabei liegt die eigentlich recht idyllisch.

Bei meinem weiteren Abstieg stelle ich dann aber auch fest, dass man wohl nicht so leicht zu dieser Alm kommt. Zumindest nicht mit einem Fahrzeug irgendeiner Art. Somit ist es dann auch nicht so einfach etwas hier hoch zu transportieren oder anders herum etwas ins Tal zu bringen. Also gehe ich weiter. Bald verschwindet der Pfad dann auch im Wald. Da es doch recht heiß ist, freue ich mich über den Schatten.

Und so stehe ich dann bald wieder an der Weißach. Hier war ich heute morgen ja schon einmal. Ich komme wieder an der ehemals königlichen Fischzucht vorbei. Hier gibt es ein Restaurant. Die haben bestimmt leckeren Fisch auf der Karte, aber obwohl ich den ganzen Tag nicht viel gegessen habe, gehe ich weiter. Ich habe da nämlich eine Idee, wo ich noch einen kleinen Snack zu mir nehmen kann. Die Tanne, die mit ihren Wurzeln den Felsbrocken umschließt, ist mir heute morgen gar nicht aufgefallen. So stehe ich dann bald wieder auf dem Parkplatz, wo mein Auto steht.

Mein Fazit: Ich kann also doch noch etwas schwierigere Touren gehen. Und nach diesem Tag bin ich dann auch mit der so gefürchteten Zahl versöhnt.

Kloster Reutberg, ein Traum von einem Biergarten

Auf dem Heimweg mache ich dann noch eine kurze Rast im Klosterbräustüberl Reutberg.

Hier habe ich für den September einen Tisch für ein Familientreffen reserviert. Da ich bis jetzt nur die Website gekannt habe und es auf dem Heimweg liegt, bietet es sich an, hier zu halten und eine Kleinigkeit zu essen. Der Obatzda ist sehr lecker. Also eine gute Wahl. Vor allem die Aussicht ist der Hammer. Das wird meiner Familie gefallen. Hoffentlich haben wir dann auch gutes Wetter.

Ich hoffe Euch gefällt mein heutiger Post und Ihr habt jetzt wieder Lust bekommen auch mal wieder in die Berge zu fahren.

Bis zum nächsten Mal.

2 Gedanken zu “Durch die Wolfsschlucht

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