Bei der Vorbereitung dieser Reise habe ich mich zunächst für das Hotel Falkensteiner Hof in Vals entscheiden, weil es einen sehr großen Wellnessbereich besitzt, den ich dann auch ausgiebig genutzt habe. Im zweiten Schritt habe ich dann nach Wandermöglichkeiten gesucht. Das war etwas schwieriger. Offensichtlich ist diese Gegend nicht so angesagt wie andere Teile der Dolomiten. Das Wandergebiet Gitschberg/Jochtal liegt an der Grenze zwischen der Eisack-Region und dem Pustertal. In den Wanderführern, die ich durchgeblättert habe, gab es nur einen einzigen Tourenvorschlag in der Gegend zur Wilden Kreuzspitze. Vor Ort habe ich ein sehr abwechslungsreiches Wandergebiet erkundet, in dem es viele unterschiedliche Touren gibt. Mir hat es sehr gut gefallen und ich würde sofort wieder hinfahren.

Vals in Südtirol

Das kleine Dorf liegt auf 1.350 m Höhe im Valler Tal inmitten von saftig grünen Wiesen. Rund um das Tal erheben sich hohe Berge wie der Gurnatsch oder auch Gaisjoch mit 2.641, die Seefeldspitze (2.715 m) und als Krönung die Wilde Kreuzspitze mit 3.132 m. Die Berge sind Teil der Pfunderer Berge, die im Norden an Österreich grenzen und zu den Zillertaer Alpen gerechnet werden. Vom Dorf aus habt Ihr in Richtung Süden einen tollen Blick auf die Geislergruppe und andere Dolomitengipfel.

Im Dorf gibt es eine handvoll Hotels und drei Geschäfte. Ansonsten ist hier aber nichts los. Da die Hotels alle die sogenannte 3/4 Pension (Frühstück, Abendessen und nachmittags Kaffee und Kuchen oder Suppe) anbieten, hätte es eine Wirtschaft aber auch schwer. Ich habe mir extra für diese Reise eine neue Kamera gekauft, die mir aber leider bei meinem ersten Rundgang herunter gefallen ist und am Tag darauf komplett den Geist aufgegeben hat.

Vals ist ein Ortsteil von Mühlbach am Eingang des Pustertals. Von Mühlbach führt eine Straße durch den Wald den Berg hinauf ins Valler Tal und auch in den anderen Ortsteil Meransen, über den ich in einem anderen Post schreiben werde. Wer also Ruhe und Entspannung in einer spektakulären Umgebung sucht ist hier bestens aufgehoben.

Hotel Falkensteiner Hof

Anfang Oktober kann man ja nicht davon ausgehen, dass das Wetter immer top ist und so habe ich bei der Wahl meines Hotels darauf geachtet, dass es einen großen Wellnessbereich gibt, in dem man einen Regentag verbringen kann. Der Falkensteiner Hof bietet das. Auf über 1.000 m² findet Ihr hier 4 verschiedene Saunen, ein Dampfbad, einen Whirlpool und einen hellen Ruhebereich. Das ist Alles noch sehr neu und wirklich toll gestaltet. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob es sein muss, dass mir die inzwischen verstorbene Seniorchefin der Falkensteiner Hotels im Whirlpool auf meinen Körper schaut. Ein Stock über dem Wellnessbereich befindet sich ein Hallenbad und ein Spa. Dort habe ich mir eine Südtiroler Holzstabmassage gegönnt. Eine echte Wohltat, bei der man einmal so richtig durchgewalkt wird. Und mit €65,- für 50 Minuten nicht überteuert.

Die Zimmer wurden erst vor Kurzem renoviert und sind mit viel Holz und sehr gemütlich eingerichtet. Bei meiner Ankunft lag auch ein Bademantel bereit und an der Garderobe hing eine Tasche mit einem Saunatuch. Das ist sehr praktisch, wenn man sich etwas Wellness gönnen will. Ich hatte ein Einzelzimmer, das etwas kleiner war als die anderen Zimmer, mir aber vollauf genügte. Der Schrank bot genügend Staufläche.

Ich habe leider keine Bilder vom Inneren des Hotels. Dazu hätte ich irgendwann mitten in der Nacht durchs Haus gehen müssen. Während der Herbstferien und mit dem 03.10. an einem Mittwoch war das Hotel komplett ausgebucht.

Die Einrichtung ist eine Mischung aus moderner Eleganz und ein bisschen Südtirol. Für meinen  Geschmack hätte es gerne etwas rustikaler sein dürfen. So ist das zwar sehr schön, aber irgendwie auch austauschbar.

Zum Frühstück gab es ein sehr gut bestücktes Frühstücksbuffet mit Wurst, Käse, großer Brotauswahl, Marmeladen und einer Kochstation, an der Eierspeisen und Pfannkuchen frisch zubereitet wurden. Genau richtig um sich für eine große Tour zu stärken.

Abends gab es täglich wechselnde Themenmenüs. Mal Italienisch, mal Fisch, und an einem Abend auch Südtiroler Spezialitäten. Begonnen wurde immer mit einem abwechslungsreichen Vorspeisenbuffet, danach gab es mindestens eine zweite Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Bei der Menüwahl konnte man auch immer ein vegetarisches Gericht wählen. Die Portionen waren nicht zu groß, sodass man satt wurde ohne übervoll zu sein. Wer nicht satt wurde, konnte sich auch jeden Abend noch am Käsebuffet und am Obstbuffet bedienen. Das Essen war wirklich sehr gut.

Wanderung ins Jochtal

Für meine  ersten Tag war schlechtes Wetter angekündigt. Als ich aber morgens aufgestanden bin, war es noch sehr schön. Also habe ich nach dem Frühstück nochmal an der Rezeption nachgefragt, was die meinen. Im Hotel arbeitet ein Mann, der auch als Bergführer ausgebildet ist. Der müsste mir doch sagen können, wie er die Lage einschätzt. Seiner Meinung nach sollte sich das Wetter noch ein bisschen halten. Also bin ich zu meiner ersten Tour aufgebrochen.

Vom Hotel aus sind es nur ca. 10 Minuten zu Fuß bis zur Talstation der Jochtalbahn. Im Hotelpreis inkludiert ist die Almencard Plus. Die berechtigt Euch zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und sowohl der Jochtal- als auch der Gitschbergbahn. Das spart dann doch wieder einiges an Geld. Die öffentlichen Verkehrsmittel habe ich nicht genutzt, in der Nebensasion fahren die nicht so oft und vor allem fuhren die nie dahin, wo ich gerade hin wollte.

020-valler tal und seefeldspitze

Das Wetter ist optimal zum Wandern und so nehme ich an der Talstation nicht die Bahn, sondern folge den Wegweisern Richtung Jochtal. Zunächst geht es noch ein Stück über ein geteertes Sträßchen bergaufwärts. Die Sicht ins Valler Tal ist beeindruckend. Weiter hinten im Tal sehe ich den Gipfel der Seefeldspitze. Mir gefällt es ganz gut hier.

Nach kurzer Zeit kommt dann eine Abzweigung, an der ich auf einen schmalen Waldpfad verwiesen werde. Dieser steigt gemächlich in Serpentinen durch den Wald nach oben. Zwischen den Bäumen erhasche ich immer wieder Ausblicke auf das gegenüberliegende Gaisjoch und das Tal. Gemütlich wandere ich weiter bergaufwärts. Hier im Wald ist es recht frisch und so bin ich froh, dass ich heute eine Jacke mitgenommen habe. Blumen gibt es so spät im Jahr keine mehr, dafür entdecke ich erste Herbstfarben.

Eine halbe Stunde später endet der Pfad dann auf der Skipiste. Da es keine Schilder gibt, gehe ich davon aus, dass ich dieser folgen muss. Ich sollte laut meiner Karte bald zur Nockalmhütte kommen. Während ich über die Piste gehe, kommt plötzlich ein frischer Wind auf. Es geht nun  pfeilgerade den Berg hoch. Das ist dann aber auch schon der anstrengendste Teil dieser Wanderung.

Der Wind wird immer heftiger und die Sonne hat sich inzwischen hinter dicken Wolken versteckt. Plötzlich fliegt mir ein Hüpfball entgegen. Der kann ja nur von der Hütte kommen. Ich hebe ihn auf nehme ihn mit. Tatsächlich sehe ich dann kurz darauf auch die Nockalmhütte. Auch wenn ich erst eine Stunde unterwegs bin, beschließe ich eine kurze Rast einzulegen. Ich bin der einzige Gast in der Hütte und die Wirtin freut sich, dass ich ihr den Ball zurück gebracht habe.

Wir kommen ins Gespräch. Durch die 3/4 Pension, die die Hotels im Tal anbieten, kommen wohl immer weniger Gäste, die auch etwas essen wollen. Außerdem meint sie, dass es wegen der Bahn nur noch wenige gibt, die den Berg hoch wandern. Die Hütte ist sehr nett und offensichtlich erst vor Kurzem neu gemacht worden. Geöffnet ist von Mitte Mai bis Ende Oktober und dann wieder von Dezember bis Ostern. Im Winter ist wohl mehr los, weil die Hütte direkt an der Piste liegt. In der Hoffnung, dass das Wetter noch eine Weile hält, breche ich dann aber wieder auf. Mein Getränk bekomme ich geschenkt, weil ich ja den Ball zurück gebracht habe.

Beim Verlassen der Hütte sehe ich dann auch warum das Jochtal heißt. Bis jetzt bin ich ja nur einen Berg hoch gelaufen und habe nichts von einem Tal gesehen. Hier auf 1766 m beginnt dann aber ein Tal. Schön wie sich das Laub der Heidelbeersträucher hier verfärbt hat. In der Sonne würde das bestimmt richtig leuchten. Der Wind pfeift weiter durch das Tal und es ist inzwischen recht frisch geworden. Inzwischen bin ich aber näher an der Bergstation der Jochtalbahn, als an der Talstation und so beschließe ich zumindest bis zur Bergbahn zu gehen.

Der Pfad verläuft recht eben durch das Tal. Erst am Ende des Tals kommt ein kurzer Anstieg. Auch wenn das Wetter immer schlechter wird, genieße ich dennoch diese erste Tour. Ich habe ja noch die ganze Woche vor mir und werde noch die ein oder andere Tour machen können. Und die Wettervorhersage für den Rest der Woche ist eigentlich sehr gut.

So erreiche ich dann bald das Valler Jöchl auf 1937 m. Von hier gäbe es einen schönen Höhenweg, der über die Bergkuppen des Valler Tals führt. Das wären aber ein paar Stunden und so wie es ausschaut gibt es auf diesem Weg keine Hütte. Der Wind pfeift hier noch stärker und inzwischen fallen auch die ersten Tropfen, also gehe ich dann doch in Richtung Bergbahn und werde mir dort überlegen, ob ich noch weiter gehen möchte oder doch wieder ins Tal fahre.

Auf dem kurzen Stück vom Valler Jöchl bis zur Bergstation sind nur 70 Höhenmeter zu überwinden. Der Pfad führt nur langsam steigend am Berghang entlang. In der kurzen Zeit, die ich für die Strecke benötige, fängt es dann aber an heftiger zu regnen und der Wind jagt die Tropfen waagrecht über den Gipfel. Da ich ja wie gesagt noch ein paar Tage in der Gegend bin, beschließe ich mit der Bahn ins Tal zu fahren und mich in der Hotelsauna aufzuwärmen und einen entspannten Nachmittag zu verbringen. Bis ich von der Talstation zurück im Hotel bin, bin ich komplett durchnässt und freue mich so richtig auf die heiße Sauna.

048-mühlbach

Mühlbach in Südtirol

Am späten Nachmittag bin ich dann wieder aufgewärmt und fühle mich frisch und erholt. Auf meinem Zimmer habe ich einen Kühlschrank, aber der ist leer. Also beschließe ich vor dem Abendessen noch einen Abstecher nach Mühlbach zu machen und ein paar Getränke zu kaufen.

Mühlbach liegt am Eingang des Pustertals auf 750 m. Viel zu sehen gibt es hier eigentlich nicht. Das größte Gebäude ist der Ansitz Freyenthurn, eine Art Schloss, in dem sich die Klosterschule Herz-Jesu-Institut befindet.

Inzwischen hat es wieder aufgehört zu regnen, ist aber sehr kühl geworden. So mache ich noch einen kleinen Rundgang durch den Ort bevor ich meine Einkäufe erledige. Es ist sehr ruhig auf den Straßen, was wohl am Wetter liegt. Und die Sommersaison neigt sich ja auch dem Ende zu, daher sind auch keine Besucher unterwegs. Nach 30 Minuten habe ich genug gesehen und mache meine Einkäufe. So geht mein erster Tag in Südtirol zu Ende. Er war nicht ganz wie geplant, aber immerhin sehr erholsam. Und ich habe ja noch ein paar Tage um die eine oder andere Tour zu gehen. Da freue ich mich schon drauf.

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