Bei dieser Tour gibt es keinen Gipfel zu erklimmen, dafür werdet Ihr aber mit einer Hütte belohnt, die zu meinen Lieblingshütten zählt. Da Ihr meistens parallel zum Berg geht, sind die 1.100 Höhenmeter ohne große Anstrengung zu absolvieren. Auch diese Tour bietet Euch tolle Panoramaausblicke über den Milstätter See und die Berge der Umgebung.

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Tangern: Dorf mit Aussicht

Das kleine Dorf Tangern gehört zur Gemeinde Seeboden, liegt aber erhöht wie auf einem Balkon über dem See. Von hier habt Ihr schon wunderschöne Ausblicke auf das gegenüberliegende Goldeck und den See. Es ist der dritte Tag meines Aufenthalts und auch für heute habe ich mir wieder eine schöne Wanderung ausgesucht. Da sich meine Unterkunft in Tangern befindet, kann ich mein Auto heute stehen lassen und direkt mit der Wanderung beginnen.

Um auf den Weg zu kommen , der mich zum Ziel bringt, muss ich erst noch eine kurze Runde durch das Dorf drehen.

 

In der Ferne sehe ich das Goldeck, das ich 2 Tage zuvor erklommen habe und den Mirnock, den Gipfel vom Tag zuvor. Es ist etwas frischer als an den vorherigen Tagen, aber immer noch Kaiserwetter und kein Wölkchen am Himmel zu sehen. Ich freue mich schon sehr auf diese Tour, denn mit der Milstätter Hütte erwartet mich heute ein Highlight, das ich schon kenne und sehr mag. Der Weg zur Pichlhütte ist eine Forststraße und gemütlich zu gehen. Allerdings führt er durch den Wald und ist daher sehr schattig. Gleich hinter dem Dorf komme ich noch an Weiden vorbei, auf denen auch noch Kühe grasen.

 

Der Weg zur Pichlhütte

Entlang des Weges gibt es immer wieder freie Plätze, die einen Blick auf die Landschaft und das Bergpanorama um mich herum erlauben. Die Straße steigt gemächlich an und führt durch ein Tal bergaufwärts. Erst nach einem langen Stück, das gerade ausführt, beginnt der Weg sich in weiten Serpentinen nach oben zu schlängeln. Obwohl ich im kühlen Schatten laufe, ist mir heute wärmer als bei meinen zwei vorhergehenden Touren und das Gehen strengt mich heute an. Offensichtlich machen sich die beiden Tagestouren der 2 vorhergehenden Tage bemerkbar.

 

Nach einer Weile erreiche ich dann die Almwiese, die Ihr oben seht und der Weg geht nun ein gutes Stück fast eben weiter. Zu meiner Linken sehe ich in der Ferne eine Hütte. Sollte das die Pichlhütte sein? Nein. Das ist eine andere. Schade im Moment bräuchte ich ein Ziel vor Augen, um mich wieder etwas zu motivieren. Obwohl die Wanderung nun so gar nicht anstrengend ist, überlege ich kurz, ob ich wirklich die ganze Strecke gehen möchte, die ich mir für heute vorgenommen habe. Das ist aber mein letzter Tag hier und ich weiß nicht, wann ich die nächste Tour gehen kann.

 

Als ich dann an dem Wegweiser zur Pichlhütte vorbei komme steigt die Motivation wieder. Auch die Aussicht auf das Gmeineck spornt mich an weiter zu gehen. Es warten ja noch ganz tolle Ausblicke weiter oben am Berg. Also gehe ich weiter und hoffe zumindest bald die Pichlhütte zu erreichen.

 

Als ich den zweiten Wegweiser zur Hütte erreiche, steigt die Motivation dann auch wieder und ich fühle mich ein bisschen wie der Bierkrug auf dem Schild. Und auch das Panorama wird mit jedem Höhenmeter wieder spektakulärer. Und hier gibt es dann auch wieder diese tollen bunten Lärchen. Ab hier führt der Weg dann auch wieder durch die Sonne.

 

Die Pichlhütte, ein bei Einheimischen beliebtes Ausflugsziel

Schön ist es hier an der Hütte. Von meinen Freunden weiß ich, dass man auf der Pichlhütte auch sehr gut essen kann. Da es aber noch sehr früh am Morgen ist, beschließe ich erst mal nur eine kurze Rast zu machen und schon bald weiter zu gehen. Schließlich habe ich ja noch einen weiten Weg vor mir.

An der Pichlhütte folge ich zunächst dem Wegweiser zur Tangerner Alm. Der Weg führt  nun über einen angenehmen Waldpfad.

 

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Es folgt nun das steilste Stück des Aufstiegs. Über eine Wiese geht es nach oben und mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht spektakulärer. Im Süden sehe ich den See und dahinter die Julischen Alpen und Karawanken. Richtung Osten schaue ich auf das Gmeineck und dahinter taucht in der Ferne der schneebedeckte Gipfel des Reißecks auf. Und Direkt über mir trohnt zu meiner linken der Gipfel des Tschiernock über dem bunten Wald. Das ist übrigens eine gute Alternative zu dieser Tour. Wenn Ihr zur Hansbauerhütte fahrt, könnt ihr von dort auf einem Höhenweg über den Tschiernock, Hochpalfennock und das Milstätter Thörl zur Milstätter Hütte.

 

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An der Tangerner Alm

Bei dieser Aussicht muss ich erst mal eine kurze Pause einlegen. Das ist aber auch ein wunderschönes Fleckchen Erde. Die Schleierwolken im Süden bieten einen tollen Kontrast zu dem Blau des Himmels. Hier könnte ich es noch eine Weile aushalten. Wie schon bei meiner Mirnock Tour gestern sehe ich auch heute kaum Menschen unterwegs. Obwohl das Wetter heute wirklich ideal ist zum Wandern.

 

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Der Weg führt nun wieder etwas ebener über ein Wiese und durch ein kleines Waldstück. Die Wegweiser weisen immer wieder Richtung Tschiernock, aber denen solltet folge ich heute nicht. Auf einem der Schilder ist dann die Alexanderhütte angeschrieben. Ich weiß, dass das die richtige Richtung ist, denn diese Hütte liegt auf dem Weg. Heute ist die Sicht nicht ganz so gestochen scharf wie die beiden Tage zuvor, aber dieses milchige Herbstlicht sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre.

 

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Wieder einmal komme ich an einen abgeholzten Berghang und der Pfad verliert sich für kurze Zeit. Kurz darauf stehe ich wieder auf einem Forstweg, der mich dann an die Laubendorfer Alm bringt. Da ich mir trotz meiner Wanderkarte nicht ganz sicher bin, ob ich auf dem richtigen Weg bin, kommt mir der ältere Herr, der sich mit seinem Fahrrad den Berg hochquält, sehr gelegen. Den kann ich doch fragen, wo es weiter geht. Ich habe Glück und bin noch auf dem richtigen Weg.

 

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Ich folge dem Forstweg ein gutes Stück, bevor ein weiteres Schild mich wieder auf einen schmalen Waldpfad weist. Hier oben wachsen wieder sehr viele Lärchen, deren Nadeln sich  bunt verfärbt haben. Auch am dritten Tag finde ich diese Farben noch sehr beeindruckend. Ebenso wie das Bild, das sich am Wegesrand bietet. Eine kleine Lärche wächst aus dem Stumpf eines abgeholzten und entwurzelten Baumes. Schon toll, wie die Natur aus toten Dingen immer wieder neues Leben entstehen lässt.

 

Alexanderhütte,beeindruckendes Panorama

Und so erreiche ich dann schon bald die Alexanderhütte. Sie liegt wirklich sehr schön, wie auf einem Balkon hoch über dem See. Das Besondere an dieser Hütte ist, dass eine eigene Sennerei angeschlossen ist, die bekannt ist für richtig leckeren mit hochwertigsten Produkten hergestellten Käse. Da die Milstätter Hütte aber nicht mehr weit ist, gehe ich daran vorbei. Die Sennerei schaut auch geschlossen aus. Der Sommer ist vorbei und die Kühe sind wieder im Tal. Also gibt es auch keine frische Milch mehr für den Käse.

 

Rund um den See gibt es sogenannte Themenwanderwege. Hier an der Alexanderhütte beginnt der Sentiero dell´Amore, der Weg der Liebe. Entlang dieses Weges sind die Wanderer aufgefordert sich Gedanken zum Thema Liebe zu machen. Ich finde das ist eine sehr gute Idee. Das weckt auf alle Fälle Interesse. Diese Tour kann ich ja dann bei meinem nächsten Aufenthalt machen. Jetzt habe ich aber erst mal Hunger und Durst und freue mich auf die Hütte.

 

Die Milstätter Hütte, ein Juwel der Gastlichkeit

Auf dem Weg zur Milstätter Hütte komme ich noch an diesem wasserspeienden Drachen vorbei. Man hat sich hier wirklich Einiges einfallen lassen, um neben dem atemberaubenden Panorama noch weitere Attraktionen entlang der Wanderwege zu schaffen. Bräuchte es meiner Meinung nach nicht, aber schön anzuschauen ist das allemal. Durch eine Mulde führt der Weg mich schließlich an mein heutiges Ziel.

 

Eingebettet in die Mulde liegt die Millstätter Hütte kurz unterhalb des Millstätter Thörls. Was mir an dieser Hütte so gefällt, ist einerseits diese atemberaubende Aussicht, aber auch das wirklich leckere Essen und die herzlichen Menschen. Hier muss man sich einfach wohl fühlen. Nachdem ich heute noch kaum Menschen getroffen habe, ist hier richtig gut was los. Ich nehme aber an, dass die meisten Menschen hier vom Parkplatz an der Schwaigerhütte hochgelaufen sind. Die ist über eine Mautstraße zu erreichen und erspart den langen Aufstieg, sodass man von hier zu weiteren Touren aufbrechen kann.

Ich bestelle mir eine Jausenplatte und genieße die Aussicht.

 

Eigentlich ist das ja genug Essen für zwei, aber ich habe ja auch schon eine lange Tour hinter mir und während des Abstiegs werde ich ja auch wieder Kalorien verbrennen. 🙂

Also lasse ich mir die Leckereien ohne schlechtes Gewissen schmecken. Ein Traum!

 

Neben der Hütte gibt es noch ein Gehege mit diesen putzigen kleinen Ziegen. Die bieten dann auch Unterhaltung und jagen sich wie wild durch Ihren Auslauf. Ich könnte ja noch Stunden hier oben verbringen, aber der Rückweg ist ja noch ein gutes Stück. Als ich der Hüttenchefin erzähle, dass ich von Tangern hoch gelaufen bin, ernte ich einen respektvollen Blick.

Zunächst laufe ich auf dem gleichen Weg, den ich auch im Aufstieg gegangen bin.

 

Abstieg mit kleinen Hindernissen

So komme ich dann sehr bald wieder an die Alexanderhütte und genieße ein letztes Mal diese spektakuläre Aussicht. Schade, dass mein Urlaub morgen schon zu Ende geht. Ich hätte es hier schon noch eine Weile ausgehalten. Andererseits hatte ich ja so ein Glück  mit dem Wetter und konnte sehr viele tolle Eindrücke und Bilder sammeln. Das war bestimmt nicht mein letzter Kärntenurlaub.

 

An der Laubendorfer Alm entscheide ich mich dann für einen anderen Weg, der nicht über die Tangerner Alm zurückführt und wohl etwas kürzer ist. In Serpentinen führt die Forststraße den Berg hinab. Laut meiner Wanderkarte muss es da irgendwo eine Abzweigung geben, die mich zurück nach Tangern bringt.

 

Den Weg, den ich eigentlich suche, kann ich dann nicht finden. Da aber die grobe Richtung stimmt, folge ich einfach der Straße. So erreiche ich dann bald auch wieder den Nadelwald und gehe nun wieder des Öfteren im Schatten. Aber dazwischen sind immer wieder Plätze, von denen man noch mal die Aussicht genießen kann.

 

An dieser Hütte hätte es laut meiner Karte eine Querung zum Weg nach Tangern geben sollen. Ich konnte den Pfad aber nicht finden. Also bin ich weiter den Wegweisern zum Burgstallerhof gefolgt, von dem es dann einen anderen Weg zurück nach Tangern geben soll.

 

Hinter dem Burgstallerhof wird es dann noch mal etwas schwierig den Weg zu finden. Ich hätte doch den Schildern folgen sollen, die mich dann aber wieder zur Pichlhütte gebracht hätten. Nach längerer Suche finde ich dann zumindest eine Abzweigung nach Gössering und folge diesem. Laut meiner Wanderkarte gibt es da einen Weg durch den Wald zurück nach Tangern. Kurz oberhalb von Gössering komme ich dann wieder an einen Hang, der erst vor Kurzem abgeholzt wurde und so ist der Weg nach Tangern versperrt. Da ich inzwischen müde werde, beschließe ich nach Gössering hinab zu steigen und von dort die kurze Strecke entlang der Landstraße nach Tangern zu laufen.

 

Bei diesem Hof komme ich dann also in den Ort und vorbei an der Weide dieser Schafe. Da sind aber ganz schön viele schwarze darunter. Hoffen wir mal, dass die Farbe nicht im Bezug zum Besitzer steht und der auch als schwarzes Schaf angesehen wird. Neben der Landstraße ist ein breiter Grasstreifen, so kann ich ohne große Gefahr zurück nach Tangern gehen und noch einen letzten Blick auf das Gmeineck in der Ferne erhaschen. Das war am Ende dann doch eine recht lange, aber auch eine sehr schöne Tour.

143-Tangern vor bergpanorama

Blick auf Tangern und Gmeineck

Ich würde mich freuen, wenn Euch auch dieser Post wieder gefallen hat. Gerne könnt Ihr unten Eure Kommentare hinterlassen.

 

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