Seen und Gipfel mit Blick auf die Zugspitze

Diese Tour gehört zu meinen persönlichen Top Ten. Verwunschene Bergseen, in denen sich die umliegenden Gipfel spiegeln, spektakuläre Aussichten und auch noch nicht allzu fordernd. Eine Traumtour, die nicht viel Kondition erfordert, aber wirklich abwechslungsreich ist. Sensationell auch die Lage der Coburger Hütte oberhalb des Drachensees. Und die meiste Zeit habt Ihr die Südseite der Zugspitze im Blick. Wenn Ihr die Bilder seht, werdet Ihr bestimmt gleich los wandern wollen. Also worauf wartet Ihr?

Ehrwald in Tirol

Dieser scheinbar nicht enden wollende Sommer beschert uns auch im September noch traumhafte Tage und so beschließe ich mal wieder zu einer Wanderung aufzubrechen. Noch sind Ferien und weil ich den Verkehr rund um Garmisch fürchte, nehme ich auch heute den Zug und fahre nach Ehrwald in Tirol.

Das Städtchen liegt am Fuß der Südseite der Zugspitze auf 994 m in einem ehemals sumpfigen Becken. Leermoos und Biberwier liegen in derselben Talsohle. Vom Ort fahren zwei Bergbahnen, die Euch auf die Berge bringen. Zum einen die Zugspitzbahn und dann noch die Ehrwalder Almbahn. Vom Bahnhof Ehrwald fährt ein Bus rund um das Tal. Bei der Ankunft seid Ihr so in ca. 10 Minuten an der Ehrwalder Almbahn. Bei der Rückfahrt müsst Ihr entweder die ganze Tour über Leermoos und Biberwier machen, oder aber Ihr steigt am Ehrwalder Kirchplatz aus und lauft noch ca. 10-15 Minuten zum Bahnhof. Ich habe auf der Rückfahrt die Runde gedreht. Die Fahrzeiten des Busses sind so getaktet, dass Ihr genau zur Abfahrt des Zuges am Bahnhof in Ehrwald seid. Wenn unterwegs aber Stau ist, kann das schon mal schief gehen.

Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten fahre ich heute mit der Bahn auf den Berg. Andernfalls kämen noch einmal ca. 500 Höhenmeter im Auf- und Abstieg hinzu und das könnte zeitlich eng werden mit der Bahnanbindung. Während der Auffahrt sehe ich zu meiner Rechten schon die Gipfel des Hohen Lehner und der Tajaköpfe. Dort werde ich heute unterwegs sein. Ich habe mal wieder Glück und das Wetter ist traumhaft.

Zum Seebener See

An der Alm geht es auch gleich los. Ein gut ausgebauter Forstweg führt mich unterhalb der Zugspitze mit leichter Steigung weiter ins Tal. Auf den Wiesen grasen schottische Highland Rinder. Die Landschaft ist beeindruckend. Vor allem das Massiv  des Wettersteingebirges mit der Zugspitze schaut auch von der Südseite überwältigend aus. Hinter dem Gasthof Alpenglühen macht der Weg eine breite Kehre und steigt langsam nach oben. Ich bin nun umgeben von dichtem Wald und es ist angenehm kühl. Es sind auch wieder ganz schön viele Menschen unterwegs. Auch viele Mountainbiker. Aber der breite Weg lässt Platz für jeden.

Nach einer Weile geht es dann noch einmal ein Stück bergab bis zur Abzweigung zum Igelsee. Den werde ich heute nicht sehen, aber dafür komme ich an drei anderen Seen vorbei, die traumhaft liegen. Über den Bäumen tauchen immer wieder die umliegenden Gipfel auf.  Ich werde auf dieser Tour keinen davon besteigen. Die Tajaköpfe würden zwar auf dem Weg liegen, aber ich fürchte, dass das zeitlich nicht zu schaffen ist. Außerdem kommt man nur über einen Klettersteig zum Vorderen Tajakopf.

Nach einer Weile wird der Wald wieder lichter und zu meiner Linken blicke ich auf die Seebenwände, eine riesige Felswand, die Lust auf Klettern macht. Zu meiner rechten taucht immer wieder das Massiv der Zugspitze auf. An der Ehrwalder Alm habe ich gesehen, dass es von dort einen Weg auf den Gipfel gibt, der in „nur“ 6 Stunden zu bewältigen ist. Der kommt auf die Bucket List. Runter kann man dann ja mit der Bahn fahren. Der Weg steigt nur sehr gemächlich an und so fühlt sich das bis jetzt noch eher wie ein Spaziergang an. Da ich aber insgesamt 885 m überwinden muss, wird es wohl noch steiler werden. Im Wald treffe ich immer wieder auf Schafe, die hier grasen. Da ich keine Zäune gesehen habe, frage ich mich, wie die Bauern die wieder einfangen im Herbst.

Es ist traumhaft schön hier. Lichter Wald wechselt sich mit grünen Almwiesen ab. An einer Abzweigung verlasse ich den Forstweg und gehe nun auf einem weichen Waldpfad. Ihr könnt auch auf dem Forstweg bleiben der bringt Euch auch zur Seebener Alm. Mir ist der Pfad lieber.

Schon bald erreiche ich die Seebener Alm. Wenn Ihr von der Talstation los geht, kommt Ihr hier auf den weiteren Weg. Hier gäbe es die erste Möglichkeit für eine Hüttenpause. Aber da die Alm noch im Schatten liegt und es hier recht kühl ist, gehe ich erst mal weiter. Außerdem wäre es nach ca. 1 Stunde noch zu früh schon eine längere Pause einzulegen. Und immer wieder der Blick auf die Zugspitze gegenüber. Aber auch Blicke ins Leermooser Becken mit dem Daniel im Hintergrund.

Hinter der Alm kommt dann der erste richtige Anstieg. Zwischen der Ehrwalder Alm und der Seebener Alm habe ich gerade mal ca. 70 Höhenmeter überwunden. Da muss es also irgendwann mal hoch gehen. Die Forststraße geht zuweilen steil, meistens aber in Kehren am Berg entlang. Nach etwa 20 Minuten stehe ich dann vor dem See. Vor mir erheben sich die Gipfel der Tajaköpfe, des Drachenkopfs und des Hohen Lehner über dem See und spiegeln sich im Wasser. Ein geniales Naturschauspiel. Und das mehr oder weniger direkt vor meiner Haustür.

Während ich am See entlang gehe, bin ich immer wieder überwältigt von diesen Spiegelungen. Sagt selbst, ist das nicht der Wahnsinn? Sowas habe ich noch nicht gesehen. Blauer Himmel, blaues Wasser und dazwischen grüne Wälder und beeindruckende Gipfel. Hier hätte man die Almhütte bauen sollen und nicht weiter unten.

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Seebensee

Als ich fast am Ende des Sees angelangt bin sehe ich dann wie die Zugspitze sich im Wasser spiegelt. Ein majestätischer Anblick. Den muss ich ein paar Minuten genießen.

Vom See geht es noch ein Stück ziemlich eben über eine Wiese zum Ende des Tals. Dort kommt dann der nächste Anstieg, der wieder etwas steiler wird. In Serpentinen windet sich der Pfad immer weiter nach oben. Langsam wird es auch wieder recht warm in der Sonne. Aber am Ende dieses Anstiegs wartet mit der Coburger Hütte ja eine Belohnung. Ich bin erstaunt wie viele Wanderer hier noch unterwegs sind. Andererseits ist das bis hierher ein relativ leichter Weg, den man auch mit weniger Kondition gut gehen kann.

Während des Anstiegs zur Hütte geht der Blick immer wieder zurück ins Tal zum See und zur Zugspitze. Hinter der Hütte erhebt sich eine Felswand in den blauen Himmel. Auf den Seiten wird der Weg flankiert von den Tajaköpfen. Immer wieder muss ich kurz anhalten um diese Schönheit zu bewundern. Und auch hier im Latschenwald treffe ich wieder auf Schafe. Auf der Wiese im Tal kämen die ja leichter an Futter.

Und dann ist es geschafft. Ich stehe an der Coburger Hütte. Und habe einen atemberaubenden Blick. Jetzt ist erstmal Zeit für eine etwas längere Rast. Die Speisekarte bietet typisch Tiroler Köstlichkeiten, aber auch Spaghetti Bolognese. Die ess ich dann wieder zu Hause. Hier gibt es erst mal Kasknödel mit Salat. Lecker. Hier könnte ich es länger aushalten. Ein Traum.

Gleich hinter der Hütte folgt das nächste Highlight. In einer tiefen Mulde liegt der kleine Drachensee. Auch hier wieder türkisblaues Wasser, in dem sich die umliegenden Gipfel spiegeln. Ist das nicht einfach traumhaft. Ihr seht, ich war wirklich überwältigt von der Landschaft während dieser Tour. Ich glaube ich habe die Worte fantastisch, überwältigend und traumhaft noch nie so oft verwendet wie in der Beschreibung dieser Tour. Also überlegt nicht lange und schaut Euch das selbst an. Und danach schickt mir Eure Attribute, die Ihr dieser Wanderung zuordnen würdet.

Nach meiner Rast muss ich zunächst einen kleinen Abstieg fast bis zum See machen. Dabei entdecke ich dann tatsächlich zwei Leute, die im See baden. Mir wäre das Wasser ja zu kalt. Aber eine kostenlose Erfrischung ist das auf alle Fälle. Vom See aus geht es dann wieder steil bergauf bis zu einer Mulde, auf der mal wieder Schafe grasen. Und einige Wanderer haben hier ihre künstliche Ader entdeckt und mit den Steinen kleine Kunstwerke im Gras geschaffen. Schaut witzig aus.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach der Diashow vom Drachensee mit seinen tollen Spiegelungen hier noch weitere Bilder vom Aufstieg zum Tajatörl.

Nach Durchquerung dieser Grasmulde wird es dann richtig steinig und Ihr braucht Trittsicherheit. Über Felsen und Geröll geht es steil nach oben. So nah an den Felswänden der Gipfel wirken diese noch dramatischer als aus der Ferne. Inzwischen tauchen auch wieder harmlose weiße Wolken am Himmel auf, die aber als Farbtupfer am Himmel willkommen sind. Der letzte Anstieg von der Hütte zum Tajatörl ist das anstrengendste Stück der heutigen Tour. Aber nicht so, dass man komplett aus der Puste kommt.

Und dann habe ich es geschafft. Ich stehe mitten im Geröll am Tajatörl auf 2259 m. Zum Gipfel der Tajaköpfe wären es von hier noch einmal etwa 150 – 200 Höhenmeter. Die Gehzeit ist mit ca. 30 Minuten pro Strecke angegeben. Aber heute habe ich keine Lust mehr noch höher hinauf zu steigen. Am Törl sitzen zwei Frauen, die auf ihre Männer warten, die nicht ohne den Gipfel zurück ins Tal wollten. Hier im Geröll wächst gar nichts mehr und man kriegt so ein bisschen das Gefühl in einer Wüste zu stehen. Und die Aussicht ist der Hammer.

Auf der Westseite sieht man zum Drachenkopf und auf den Weg, über den ich gerade aufgestiegen bin. Im Osten schweift der Blick über ein schier endloses Geröllfeld, durch das ich gleich absteigen werde und weit in die Mieminger Berge mit dem Igelskopf. Was da vor mir liegt nennt sich das Brendlkar, das wohl bei Skitourengehern sehr beliebt ist. Ich kann nicht über Schnee abfahren, sondern darf mich hier durch das Geröll quälen.

Teilweise ist in dem Geröll ein Pfad zu erkennen und ich komme auf diesen Strecken gut vorwärts. An manchen Stellen gibt es aber keinen erkennbaren Pfad. Das Geröll ist ja immer in Bewegung, sodass es keinen Sinn machen würde einen richtigen Pfad anzulegen. Mein Tipp für solche Felder: Haut Eure Hacken richtig in den Schotter. Das gibt Euch etwas mehr halt und Ihr rutscht nicht ganz so wild. Auf diese Weise kommt Ihr ganz gut durch dieses unwegsame Gebiet.

Die Strecke durch dieses Geröll zieht sich ein bisschen. Aber das schaut schlimmer aus, als es ist. Man kommt da ganz gut durch. Und während Ihr hier langsam absteigt, habt Ihr noch Zeit die faszinierende Bergwelt um Euch herum zu bewundern. Offensichtlich bin ich aber der Einzige, der diesen Weg geht. Die anderen Wanderer sind wohl zur Coburger Hütte zurück und haben denselben Weg genommen, über den sie aufgestiegen sind.

Irgendwann habe ich es dann geschafft und bin wieder auf festem Wiesenboden unterwegs. Nachdem ich die Zugspitze nun eine Weile nicht mehr im Blickfeld hatte, taucht Sie nach einer Kehre wieder am Horizont auf. Gemütlich schlendere ich nun Richtung Tal.

Nach einer Weile erreiche ich den dritten See während dieser Tour. Der ist recht klein und daher funktioniert das mit den Spiegelungen nicht so toll, wie an den anderen beiden. Am Wegesrand sehe ich dann auch wieder Almrosen, deren Laub sich schon herbstlich verfärbt hat. Schaut fast so schön aus, wie wenn sie blühen. Der Pfad führt nun wieder direkt auf die Zugspitze zu.

Irgendwann macht der Weg einen Schwenk nach links und führt an den Fuß einer Felswand. Hier kommt noch ein kurzes aber fieses Stück Geröll. Also Hacken rein und ein bisschen runter rutschen. Dann seid Ihr da schnell drüber. Dahinter kommt dann ein angenehmer Waldpfad.

In diesem Wald sehe ich noch ein paar Schafe und frage mich noch mal wie die Besitzer die wieder finden. Die Ausblicke auf die Zugspitze werden nun noch von schönen weißen Wolken gekrönt. Der Wald ist mal dicht, mal sehr locker und in der Nachmittagssonne ist es angenehm warm. Ich genieße die Ruhe. Mit der ist es dann allerdings vorbei, als ich wieder auf den Weg treffe, den ich heute Morgen zur Seebenalm gegangen bin.

Kurze Zeit später bin ich dann auch wieder an der Ehrwalder Alm und sehe noch ein paar ungewöhnliche Rinder. Die zwei Kälber ließen sich absolut nicht stören von den Menschen. Sind die nicht süß, wie sie da so zusammengerollt auf der Wiese liegen?

Bevor ich aber ins Tal fahre gönne ich mir noch eine Brotzeit auf der Alm und genieße noch einmal den Blick auf die umliegenden Berge. Was für ein perfekter Tag. An der Talstation stelle ich dann fest, dass der Bus die große Schleife durchs Tal fährt, bevor er zum Bahnhof kommt. Ein Check der Uhrzeit verrät mir aber, dass ich das zeitlich schaffen sollte und so nehme ich das noch mit. Quasi als Sightseeingtour.

Ich hoffe der Post hat Lust auf die Tour gemacht. Lasst mich wissen, wie es Euch gefallen hat. Auch nachdem Ihr die Tour selbst gegangen seid.

Aussichtsgipfel im Karwendel

Auch wenn Ihr bei dieser Tour 1.200 Höhenmeter bis zum Gipfel aufsteigen müsst, ist die Tour mit einigermaßen Kondition gut zu schaffen. Der Aufstieg ist zwar lang, aber nicht allzu steil und belohnt Euch immer wieder mit traumhaften Ausblicken auf das Karwendelgebirge. Durch die gute Anbindung mit dem Bergsteigerbus ab/bis Lenggries kann man das Auto zu Hause stehen lassen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Unterwegs erwartet Euch mit der Tölzer Hütte eine sehr gute Einkehrmöglichkeit. Auch am Ende der Tour wartet noch eine Hütte auf Euch.

Die Anreise

Der Sommer war lang und heiß und so kam ich nicht so oft zum Wandern, wie ich gehofft hatte. Als es dann endlich mal unter 30° haben sollte und auch keine Gewitter angekündigt waren, gab es kein Halten mehr. Mit dem Zug fahre ich am frühen Morgen von München zunächst nach Lenggries. Von dort geht es weiter mit dem Bergsteigerbus Richtung Engalm. Die Abfahrtszeit des Busses ist auf den Zug abgestimmt, sodass es hier keine Wartezeit gibt. Und so stehe ich schon bald mitten in der Natur an der Haltestelle Aufstieg zur Tölzer Hütte. Es ist 9 Uhr Morgens und hier auf 903 m noch angenehm frisch. Voller Energie und Vorfreude mache ich mich also auf den Weg.

Der Aufstieg

Zunächst führt der Weg über einen felsigen Waldpfad. Der ist aber gut zu gehen und steigt gemächlich nach oben. Ende August gibt es nicht mehr viele Blüten, aber dennoch gibt es am Wegesrand interessante Dinge zu sehen. So wie diesen löchrigen Baumstamm oben. Ich genieße endlich wieder diese frische und belebende Bergluft. Herrlich! Langsam finde ich auch meinen Rhythmus und merke, dass meine Muskeln in Betriebsmodus kommen. Durch die Bäume hindurch hat man dann auch immer wieder mal spektakuläre Blicke auf die bayrischen Berge des Karwendel. Die heutige Tour führt mich durch das deutsch-österreichische Grenzgebiet. Der Gipfel liegt genau auf der Grenze.

Nach kurzer Zeit sehe ich dann zum ersten Mal auf die Laliderwände. Erinnerungen an eine meiner schönsten Touren werden wach. Den Link zu dieser Tour findet Ihr hier. In langgezogenen Kehren windet sich der Pfad langsam nach oben. Hier im Wald ist es immer noch angenehm frisch. Die Sonne lacht vom tiefblauen Himmel und an den Stellen, die es ermöglichen, habe ich eine fantastische Sicht. Das steigert die Vorfreude auf den Gipfel. Von dort muss die Aussicht heute gigantisch sein.

Und dann finde ich doch ein paar Blumen am Wegesrand. Die sind nicht so außergewöhnlich wie die Blüten im Frühjahr und Frühsommer, aber ich finde sie dennoch sehr schön. Auch wenn der Weg nicht sehr steil ist, gewinne ich doch recht schnell an Höhe.

Auf einer Lichtung lacht mich dieser schöne Bayrischen Enzian an. Kurz danach entdecke ich am Stamm einer Fichte diesen Schwammpilz. Schaut aus wie ein Badezimmerschwamm. Auf Wikipedia habe ich gelesen, dass man ihn nicht essen kann, aber gut als Dekomaterial verwenden. Ich finde es gibt Schöneres für die Wohnung.

Nach gut 1,5 Stunden verlasse ich den Wald und erreiche offenes Gelände. Somit wird die Aussicht noch schöner. Ich kann nun die Gipfel um die Soiernspitze im bayrischen Teil des Naturparks Karwendel sehen. Traumhaft schön. Bei solchen Aussichten wird mir immer wieder bewusst, warum ich mir die Qualen des Aufstiegs antue. Solche Panoramen bekommt man eben nur, wenn man auf einen Berg steigt. Sagt selbst. Ist das nicht wunderschön?

Bald stehe ich an einer Gabelung. Hier gibt es zwei Möglichkeiten weiter zu gehen. Ich entscheide mich für den linken Pfad. Der führt durch den lichter werdenden Wald und schon bald sehe ich auch die Tölzer Hütte zum ersten Mal. Das ist für heute mein erstes Ziel. Denn was wären die Bergtouren ohne eine Einkehr auf einer Hütte. Zwei Jungs, die sich an der Gabelung für den rechten Weg entschieden haben kommen nur kurze Zeit nach mir zur Hütte. Ich kann es nicht sicher sagen, aber ich glaube, dass Ihr auf dem linken Pfad die bessere Aussucht habt. Für mich sah es so aus, als ob der rechte Pfad durch eine Art Hochtal nach oben führt.

Ich bin voller Bewunderung für die sagenhaft schöne Landschaft – das Karwendel zählt für mich zu einem der beeindruckendsten Gebirgsstöcken der Alpen – und genieße die Sonne und die frische Luft. An dieser Stelle noch ein paar Infos zum Karwendel. Der Name leitet sich ab vom altdeutschen Familiennamen Gerwentil und galt ursprünglich nur für das Karwendeltal bei Scharnitz. Im Westen ist die Grenze bei Seefeld und dem Isartal, im Norden der Isarwinkel und der Sylvensteinspeicher, im Osten der Achensee und im Süden reicht der Gebirgsstock bis nach Innsbruck. Charakteristisch sind die Felsengipfel aus Kalk, die sich auf bis zu 2.749 m erheben (Birkkarspitze ).

Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel, wie sich neben mir etwas bewegt. Ich muss zugeben, dass ich mich kurz erschrecke. Immerhin gibt es hier in den Bergen ja auch Kreuzottern. Aber heute ist es nur die Kröte, die Ihr oben seht. Ich wundere mich, dass es die hier am Berg gibt, wo doch weit und breit kein Wasser zu finden ist.

Je näher ich der Hütte komme, umso besser wird meine Sicht auf das gegenüberliegende Delpsjoch. Von der Westseite schaut es aus, als ob das ein mit Gras bewachsener Berg wäre, aber auf der Ostseite sieht man dann den dramatischen Abbruch am Gipfel. Dieser bildet zusammen mit dem gegenüberliegenden Grat des Schafreuters eine Mulde, in der Kühe grasen. Und dann bin ich endlich an der Tölzer Hütte.

Die Tölzer Hütte

Die Tölzer Hütte liegt auf 1.835 m und somit habe ich schon 830 Höhenmeter hinter mir, als ich dort ankomme. Klar, dass ich hier eine kurze Rast einlege. Zunächst gibt es erstmal ein alkoholfreies Weißbier. Das gibt wieder frische Energie, schließlich habe ich ja noch einen, wenn auch kurzen Anstieg von ca. 260 m vor mir. Hunger habe ich inzwischen auch und so muss ich mich entscheiden, ob ich lieber Speck-, Käse oder Spinatknödel haben möchte. Ich entscheide mich für die Käsevariation und die sind wirklich köstlich. Natürlich Alles hausgemacht mit Zutaten von lokalen Lieferanten. Sowas nennt man dann nachhaltig. Finde ich sehr gut. Mit meinem Geld unterstütze ich so nicht nur die Hüttenwirte, sondern auch die Landwirte der Gegend und trage so mit einem kleinen Teil zum Erhalt der Traditionen bei.

Bei dieser fantastischen Aussicht fällt es mir schwer mich wieder los zu reißen. Also gönne ich mir noch ein zweites alkoholfreies Weißbier und genieße das tolle Wetter. Irgendwann muss ich dann aber doch los. Ich will ja nicht hier übernachten. Wobei das vielleicht auch mal noch auf meiner Bucket List steht. Direkt hinter der Hütte geht es zunächst ein kurzes Stück über einen sehr felsigen Weg steil nach oben.

Der letzte Anstieg

Das schaut dramatischer aus, als es ist. Mit guten Schuhen ist das kein Problem. Vorausgesetzt es ist trocken. Aber darüber muss ich mir heute keine Sorgen machen. Es ist noch immer kein Wölkchen am Himmel zu sehen. Nur tiefes Blau.

Kurz unterhalb des Gipfels gibt es einen ganzen „Wald“ aus Steinmandln. Ich konnte leider nicht heraus finden, ob es damit eine besondere Bewandnis hat. Normalerweise werden sie als Wegweiser in unwegsamen Gebieten aufgeschichtet. Die Ansammlung, die Ihr hier findet ist wohl von kunstsinnigen Menschen errichtet worden.

Auf alle Fälle sehr interessant anzuschauen. Außerdem sind die Kunstwerke ein schönes Detail auf Fotos mit dem Panorama der Karwendelberge im Hintergrund. Oder nicht?

Nur wenige Minuten später stehe ich dann auf dem Gipfel und habe nun ein atemberaubendes 360° Panorama vor mir. Es duftet nach frischem Kuhdung und so ist es nicht verwunderlich, dass einer der Wanderer, der nach mir ankommt sagt, dass er jetzt weiß warum der Berg Schafreuter heißt.

Gipfelkreuz

Das Gipfelkreuz wurde 2016 von einem Gestörten mit einer Axt so stark beschädigt, dass es abgebaut werden musste. Der gleiche Typ hat mutmaßlich vorher schon 2 andere Gipfelkreuze auf die gleiche Weise beschädigt. Eine Woche später haben junge Burschen, die man einer rechtsextremen Vereinigung zuordnet, ein neues Kreuz aufgestellt. Dieses wurde dann durch ein Kreuz der Sektion Tölz ersetzt, welches aber nach einem Monat wieder komplett zerstört auf dem Gipfel gefunden wurde. Warum bitte macht man so was?

Der Blick auf dem Gipfel schweift über das gesamte Karwendel. Im Norden erblickt man tief im Tal den Sylvensteinspeichersee und das Voralpenland in der Ferne. Traumhaft dieser Wechsel von grünen Bergen und felsigen Gipfeln. Ich bin überwältigt von diesem Anblick. Trotz des nicht so prickelnden Geruchs, verweile ich ein paar Minuten auf dem Gipfel, bevor ich mich an den Abstieg mache.

Die Nordwestseite des Schfareuters ist mit Gras bewachsen und daher sehr einfach zu begehen. Wem also der Weg über den direkten Anstieg von der Tölzer Hütte zu schwierig scheint, der kann unterhalb des Gipfels queren und dann vom Kälbereck auf 1.757 von der Nordseite aufsteigen. Dieser Weg dürfte aber mindestens doppelt so lange brauchen, wie der direkte.

Der Abstieg

Am westlichen Ende des Gipfelgrats fällt mir in der Felswand ein großer goldener Fleck auf. Der leuchtet in der Sonne wirklich wie pures Edelmetall. Das wird es wohl aber nicht sein, sonst wäre da ja schon jemand dort gewesen und hätte das mitgenommen. Noch einmal schweift mein Blick rüber zu den Laliderwänden und dann geht es einmal querfeldein über die Wiese in Richtung Tal.

Als ich mich noch einmal umdrehe um zum Gipfel zu schauen, sehe ich da plötzlich diese weiße Wolke auftauchen. Die war vor 10 Minuten noch nicht zu sehen. Das Wetter in den Bergen kann sich ja recht schnell ändern und dass an einem strahlend blauen Himmel innerhalb von Minuten schwarze Gewitterwolken auftauchen, habe ich schon selbst erlebt. Es tauchen nun immer mehr Wolken am Himmel auf, aber immerhin sind es nur harmlose weiße Wolken, die mal wieder das typische bayrische blau-weiß Klischee fördern.

Der Pfad führt nun durch Latschenwald an einem Felsabsturz entlang. Das sollte aber auch von Leuten mit Höhenangst zu bewältigen sein. An manchen Stellen wird es ein bisschen felsig, aber auch das ist nicht dramatisch.

Nach ca. 45 Minuten erreiche ich die Moosenalm, die in einer kleinen Talmulde zwischen Wiesen und Felsen liegt. Die Alm ist privat, also nicht bewirtschaftet und somit keine Raststation. Schade. Die liegt in einer malerischen Umgebung. Andererseits komme ich ja am Ende meiner Tour zur Oswaldhütte. Dort gibt es dann nochmal was zu trinken.

Kurz hinter der Moosenalm kommt dann eine Abzweigung und der ausgeschilderte Pfad führt zunächst durch sumpfiges Gelände bevor er dann sehr steil und auch sehr schlecht gehbar ins Tal führt. Eigentlich bevorzuge ich solche Pfade, aber der hier wurde irgendwann so anstrengend, dass ich mir wünschte, ich wäre nicht abgebogen. Die ganze Tour war recht einfach zu gehen, aber dieses letzte Stück hat dann mehr Energie gekostet als der ganze Rest der Tour. Daher mein Tipp: Bleibt auf der Forststraße, die als Zufahrt für die Moosenalm genutzt wird. Das dauert vielleicht etwas länger, aber Ihr kommt nicht völlig ausgelaugt an der Oswaldhütte an.

Dann endlich habe ich den ersten Blick auf die Oswaldhütte und somit mein Ziel vor Augen. Kurz bevor ich die Hütte erreiche höre ich dann noch das Plätschern eines Baches. Das ist genau was meine Füße jetzt brauchen. Ein Bad im eiskalten Wasser. Also Schuhe ausziehen und die Wohltat genießen. Das hat sich noch nie so gut angefühlt. Trotz meiner längeren Pausen an der Tölzer Hütte und auf dem Gipfel, bin ich viel zu früh dran und muss noch fast 2 Stunden auf den Bus warten, der mich wieder nach Lenggries bringt. Aber an der Oswaldhütte macht das Warten sogar Spaß. Ich habe ein frisches alkoholfreies Weißbier vor mir stehen und einen genialen Ausblick auf die Berge. Was will man mehr? Und so geht wieder ein toller Tag in den Bergen zu Ende und ich freue mich schon auf meine nächste Tour.

Ich hoffe Euch hat auch dieser Post wieder gefallen und freue mich auf Eure Kommentare.

Höllentalklamm und Kreuzeck

Bei dieser abwechslungsreichen Tour entdeckt Ihr zunächst eine spektakuläre Schlucht, in der allerdings oft sehr viele Menschen unterwegs sind. Im weiteren Verlauf erwarten Euch dann spektakuläre Aussichten auf das Kramermassiv, die Zugspitze und gegen Ende das Estergebirge und das Karwendel. Solltet Ihr unter Höhenangst leiden, ist vielleicht die Variante, die später beschreibe eher etwas für Euch. Zwischen Höllental und Kreuzeck sind einige Stellen mit Seilen gesichert. Unterwegs kommt Ihr an einigen Hütten vorbei, an denen Ihr rasten könnt. Hört sich interessant an? Dann lest hier weiter. Viel Spaß!

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Kuhflucht Wasserfälle und Hoher Fricken

Wenn Ihr einen spektakulären Wasserfall sehen möchtet, seid Ihr bei dieser Tour richtig. Die Kuhfluchtwasserfälle gehören zu den höchsten Deutschlands und gerade im Frühjahr, wenn es kurz vorher viel geregnet hat sind sie spektakulär. Bis zu den Wasserfällen ist die Tour relativ einfach zu gehen, danach führt der Weg recht steil zum Gipfel des Hohen Fricken. Unterwegs genießt Ihr atemberaubende Ausblicke auf das Kloster Ettal, das Kramer- und das Wettersteinmassiv. Ich hatte geplant über den Hohen Fricken zum Esterberg zu wandern, musste die Tour dann aber wegen schlechtem Wetter 300 m unter dem Gipfel abbrechen.

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Laber und Ettaler Mandl

Wunderbares Bergpanorama mit Blick auf die Zugspitze erwartet Euch auf dieser Tour. Natürlich gibt es eine Straße im Tal, die Oberammergau und Ettal verbindet, aber dann verpasst man die tolle Aussicht auf die umliegenden Berge. Um auf den Gipfel des Ettaler Mandls zu kommen müsst Ihr das letzte Stück durch eine Felswand klettern. Die ist aber mit Seilen gesichert und auch für Anfänger geeignet. Mir hat das so richtig Spaß gemacht. An der Bergstation der Laberbergbahn gibt es ein Restaurant, in dem man sehr gut essen kann und ganz nebenbei die traumhafte Aussicht genießen. Die Tour ist nicht allzu anstrengend, da der Anstieg nicht besonders steil ist. Worauf wartet Ihr also noch?

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Höhenunterschied: 960 m im Aufstieg, 920 im Abstieg

Gehzeit: 5.50 Stunden

Nachdem der Winter lange Zeit recht mild war, hat er ja im März nochmal richtig Gas gegeben. Vor allem zu Ostern gab es in den Bergen noch eine ordentliche Packung Schnee und so musste ich bis Ende April warten, bis ich meine erste Tour machen konnte. Zur Eröffnung der Saison habe ich mir eine Tour ausgesucht, die nicht zu anstrengend ist, aber dennoch genussvolle Panoramen bietet.

Also stehe ich morgens um 07:30 am Hauptbahnhof in München und will mit dem Zug nach Oberammergau fahren. Leider ist die Bahnstrecke mal wieder gesperrt und man schickt mich mit der S-Bahn nach Pasing. Von dort soll es einen Schienenersatzverkehr nach Tutzing geben. In Pasing angekommen suche ich nach dem Bus, kann ihn aber nicht finden. Vielleicht wissen die ja bei der Information was. Die hat so früh am Morgen schon geöffnet. Ich habe Glück und die Streckensperrung wurde inzwischen wieder aufgehoben und ich kann meine Anreise wie geplant fortsetzen. So stehe ich dann 2 Stunden später endlich in Oberammergau.

 

Als Kind war ich einmal in diesem Dorf. Jeder hat schon einmal von den Passionsspielen, die alle 10 Jahre stattfinden, gehört. Zum ersten Mal gab es die 1634 und seit 1680 gibt es den 10-Jahres-Rhythmus. Der Grund für die Spiele ist die Einlösung eines Versprechens nachdem die Pest überwunden war. Die Schauspieler sind die Einwohner des Dorfes. Oberammergau ist aber auch bekannt für seine Holzschnitzer und für die Lüftmalereien an den Häusern. Die gibt es zwar in der ganzen Region, aber nirgends so konzentriert. Mit einem kleinen Umweg könnt Ihr Euch diese Kunsterwerke anschauen. Oder aber Ihr genießt die kleine Dia-Show hier. Einige Bilder stammen von einem zweiten Besuch, daher die Wolken.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das ist schon sehr schön anzuschauen, aber ich bin mir nicht sicher, ob es sich wirklich lohnt extra hierher zu fahren. Also wenn Ihr gerade in der Gegend seid, schaut Euch das mal an.

Nun aber auf in Richtung Berg. Zunächst führt der Weg noch ein gutes Stück durch das Dorf. Durch die St.Lukas-Straße geht es Richtung Erlebnisbad WellenBerg, ein sehr schönes Freibad, zur Talstation der Laberbergbahn. Vom Bahnhof zur Talstation sind es gut 2,5 km. Eine gute Strecke um sich warm zu laufen.

Nach einer Weile mündet die Straße in einen Pfad, der am Ufer der Ammer entlang führt. Ihr seid zwar immer noch im Dorf, aber den Trubel habt Ihr hier hinter Euch gelassen.

 

Vor 3 Wochen war das hier noch tief verschneit. Doch jetzt nach ein paar schönen, warmen Frühlingstagen ist Alles grün und überall blüht es. Das liebe ich so am Frühling, wenn die Natur wieder zum Leben erwacht und sich von ihrer schönsten Seite zeigt.

Unter schattigen Bäumen führt der Weg weiter entlang des Bachs und nun sieht man immer wieder diese tollen Wiesen, die heute gelb leuchten.

 

Bald erreiche ich dann das Erlebnisbad WellenBerg. Durch den Zaun sehe ich die Liegefläche und die leeren Becken. Schaut wirklich sehr gepflegt aus. Das wäre noch eine Idee hier mal einen Badetag zu verbringen.

Weiter geht es aber zur Talstation, die nur noch wenige Schritte entfernt ist. Ein kleiner Wasserfall und eine im Wald versteckte Kapelle liegen noch dazwischen.

 

An der Talstation angekommen überquere ich den Parkplatz und suche nach dem Wegweiser zum Laber. Der ist schnell gefunden und so kann nun also der Anstieg beginnen. Schnell noch ein paar Fotos von den schneebedeckten Gipfel rund herum machen.

 

Über eine Wiese führt der Pfad nun bergaufwärts. Schnell hat man einen wunderbaren Blick auf das Bergpanorama und das Dorf. Im Moment sind sehr wenige Menschen unterwegs. Das ändert sich später noch. Vor allem am Gipfel werde ich dann wieder auf andere Wanderer und Ausflügler treffen.

 

Am Waldrand und auf der Wiese blühen die ersten Frühlingsblumen. Die gelben Schlüsselblumen sind ja die „Vorfahren“ der Primeln, die Ihr im Frühjahr in vielen Gärten seht. In meiner Kindheit haben wir immer große Sträuße nach Hause geholt. Die Blüten duften wunderbar. Pflücken ist erlaubt, aber Wurzeln ausgraben nicht.

Schon bald erreiche ich einen Forstweg. Hier muss ich mich entscheiden, ob ich den Weg vorbei am Soilasee nehmen will, oder aber Weg über die Schartenköpfe. Der Wegweiser zu den Schartenköpfen hat den Hinweis, dass nur geübte ihn nehmen sollen. Den könnt Ihr ignorieren, wenn Ihr schwindelfrei und trittsicher seid. Eine normale Kondition reicht für diesen Weg. Auf dieser Strecke habt Ihr aber die schöneren Aussichten.

 

An dem Weg, den Ihr oben seht, kommt ihr zunächst an einer Tränke vorbei und seht dann einen Felsbrocken in der Wiese liegen. Ich habe erst beim zweiten Hinsehen bemerkt, dass ich an diesem Brocken links abbiegen muss und der Pfad hier wieder im Wald verschwindet. An manchen Stellen seht Ihr die Gondeln der Bergbahn über Euren Köpfen vorbei ziehen, sonst hört Ihr sie eher.

 

Sehr bald führt der Pfad über eine Schneise nach oben und mit jedem Meter, den Ihr an Höhe gewinnt, wird der Blick über Oberammergau und das Ammertal noch überwältigender. Auf dieser Strecke sind nur sehr wenige Menschen unterwegs. Haben die sich doch von dem Hinweis „nur für Geübte“ abschrecken lassen? Ich genieße die frische Frühlingsluft und steige gemütlich bergaufwärts.

 

An der Laberalm komme ich wieder an eine Abzweigung. Hier kann ich entweder wieder hinabsteigen zum Soilasee, oder aber meinen Anstieg fortsetzen. Am Hang vor mir liegen noch einige Schilder, die den Winter über als Wegweiser für die Skifahrer gedient haben. Und ich stehe auch vor dem ersten von vielen Schneefeldern, die ich im weiteren Anstieg kreuzen werde.

 

An manchen Stellen sind im Schnee Löcher zu sehen, an denen Wanderer vor mir noch knietief eingesunken sind. Ich habe Glück und kann anhand der Spuren meiner Vorgänger trockenen Fußes über die meisten der Felder laufen. Es ist aber wirklich noch sehr viel Schnee, der hier liegt und an manchen Stellen wird es schwierig den weiteren Verlauf des Wanderpfades zu erkennen.

Je näher ich dem Gipfel des Schartenkopfes komme, umso felsiger wird der Berg über mir. Aber keine Angst hier müsst Ihr noch nicht klettern.

 

Kurz vor dem Gipfel öffnet sich dann das Panorama Richtung Südwesten und plötzlich habe ich einen ganz tollen Blick auf die Zugspitze. Soweit ist sie ja nicht weg von hier und als höchster Berg Deutschlands muss man die anderen ja überragen.

So erreiche ich dann den Gipfel des Schartenkpopfes. Ab hier braucht Ihr dann wirklich Trittsicherheit und dürft keine Höhenangst haben. Der Name passt sehr gut, denn es geht zu fast allen Seiten über steile Felswände nach unten. Dafür ist das Panorama gigantisch.

 

Richtung Norden blickt man ins Ammertal und das Voralpenland. Richtung Süden liegt einem das Kloster Ettal zu Füßen. Dahinter erhebt sich in der Ferne das Wettersteingebirge mit der Zugspitze am westlichen Ende. Das sind die Momente, in denen mir klar wird, warum ich so verrückt bin mir die Qualen eines Anstiegs anzutun. Immer wieder ein erhebendes Gefühl auf so einem Gipfel. Ich nehme mir ein paar Minuten Zeit um das zu genießen.

Der Weg zur Bergstation der Laberbergbahn führt über einen schmalen Grat ist aber gut zu gehen. Teilweise geht es durch Latschenwald, teilweise Säumen aber auch Fichten Euren Weg. So habt Ihr immer wieder einen Blick auf das tolle Panorama.

 

Und Plötzlich tauchen dann auch die zwei Finger des Gipfels des Ettaler Mandls auf. Auch wenn Ihr an der Bergstation des Labers mit 1686 m die höchste Stelle der Tour erreicht habt, so werdet Ihr vergeblich nach einem Gipfelkreuz suchen. Es ist einfach die höchste Erhebung des Grats, den ich gerade überschritten habe.

Und dann kommt endlich der zweitschönste Teil einer Bergtour. Ich stehe auf der Terrasse des Berggasthauses der Laberbergbahn mit einer Wahnsinns-Aussicht. Im Hintergrund sieht man das Wettersteingebirge und davor den Grat des Kramers. Dazwischen liegt irgendwo im Tal Garmisch-Partenkirchen.

064-blick vom gasthof laber

Jetzt habe ich mir aber eine herzhafte Brotzeit verdient. Das erste alkoholfreie Weißbier zischt richtig und der Wurstsalat, den ich bestellt habe, steht in kürzester Zeit vor mir auf dem Tisch. Das Essen ist sehr schön angerichtet (das Auge isst ja bekanntlich mit) und die Portion würde eigentlich für zwei Mahlzeiten reichen. Ich hab ja noch einen langen Abstieg vor mir. Da verbrenne ich ja die Kalorien wieder.

So schön es hier auch ist, ich muss dann doch wieder weiter. Es wartet ja noch ein Gipfel auf mich.

 

Neben dem Gasthaus mache ich schnell noch ein Foto der Aussicht nach Norden ins Voralpenland. Und dann geht es an den Abstieg. Das Ettaler Mandl liegt nämlich tiefer als die Bergstation. Nach wenigen Schritten habe ich dann den ersten Blick auf den Soilasee, an dem der andere Aufstiegsweg vorbeiführt.

 

Auch auf dieser Seite des Berges führt der Weg unterhalb des Gipfels an einigen Felswänden vorbei durch den Wald. Nachdem ich nun auf der Südseite des Bergs unterwegs bin, ist aber der Schnee kein Thema mehr. Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass das Mandl noch zu nass und rutschig ist um ganz hoch zu steigen, aber die war unbegründet.

Neben dem Weg entdecke ich dann noch ein paar Frühlingsblumen. Wie diesen Seidelbast. Den solltet Ihr aber nicht berühren. Der ist hochgiftig.

 

Auf dem Weg zum Gipfel des Ettaler Mandl sind dann recht viele Wanderer unterwegs. Ich bin ja gespannt was mich dort erwartet. Und dann stehe ich am Fuß dieser Felswand. Zusammen mit ca. 15 anderen. Darunter ein Vater mit seinem kleinen Sohn, die gerade ihre Kletterausrüstung angelegt haben. Bei dem kleinen Jungen verstehe ich das ja. Aber die anderen, die vor mir warten verstricken sich in Diskussionen, was denn nun die richtige Ausrüstung für diese Wand ist. Das dauert mir zu lange und ich beschließe – zugegebenermaßen etwas unhöflich – mich über einen Quereinstieg vorzudrängeln.

 

Das schaut schlimmer aus als es ist. Ich habe nun wirklich keine große Erfahrung im Klettern, aber da der Aufstieg gut mit Drahtseilen abgesichert ist, kann auch ich die Strecke gut bewältigen. Ganz ohne Karabinerhaken und Schlaufen um meine Beine. Der Aufstieg macht sogar richtig Spaß. Vielleicht sollte ich doch noch mit dem Klettern anfangen?

Und so stehe ich dann schon bald auf dem Gipfel.

079-gipfelkreuz ettaler mandl

Der Ausblick ist fantastisch. Im Süden die schneebedeckten Gipfel des Wettersteingebirges, im Osten blicke ich über das Loisachtal hinüber zum Hohen Fricken und Wank. Und nach Norden hin geht der Blick ins Voralpenland und zum Staffelsee.

 

Da ja schon bald recht viele Kletterer nach kommen, kann ich die Aussicht leider nicht ganz so lange genießen, wie ich eigentlich wollen würde und mache ich mich bald wieder an den Abstieg. Da es nur eine Kletterroute gibt, muss ich immer wieder Pausen einlegen um den „Gegenverkehr“ durch zu lassen.

Am Fuß des Felsens angekommen, folge ich also dem Pfad Richtung Kloster Ettal.

 

Der Weg führt durch mal lockeren, mal dichteren Wald. Immer wieder entdecke ich am Wegesrand bunte Frühlingsblumen. An einer Stelle hat sich der Pfad richtig tief ins Erdeich gegraben. Ich muss mal wieder an die berühmte hohle Gasse denken.

An manchen Stellen habe ich dann sogar Blick ins Tal und kann Kloster Ettal zwischen den Zweigen erkennen.

 

Nach etwa 1,5 Stunden bequemen Abstiegs erreiche ich dann das Tal und das Kloster Ettal, Bevor ich mir das Kloster genauer ansehe, will ich aber erst mal prüfen, wann der nächste Bus nach Oberau zum Bahnhof fährt.

 

Die Bushaltestelle habe ich schnell gefunden. Laut Fahrplan fährt der nächste Bus in 10 Minuten und dann noch einer in 45 Minuten. Also beschließe ich zu warten und erst mal was zu trinken. Das tut gut. Ich habe ja nun noch etwas Zeit mir das Kloster etwas anzuschauen und laufe also noch etwas über das Gelände.

 

Diese barocke Klosteranlage mitten in den Bergen ist wirklich wunderschön. Ist schon faszinierend, was man früher für prachtvolle Bauten geschaffen hat. Ich bin wirklich beeindruckt und beschließe mal wieder herzu kommen, um mir das noch genauer anzuschauen. Aber jetzt muss ich dann doch zum Bus.

Wieder an der Bushaltestelle angekommen muss ich dann allerdings feststellen, dass ich den Busfahrplan falsch gelesen habe, und mich an den Abfahrtszeiten unter der Woche orientiert habe. Samstags fährt der Bus leider erst weitere 45 Minuten später. So ein  Mist. Und Internet habe ich hier mangels Netz leider auch nicht. Inzwischen bin ich aber doch recht müde und habe keine Lust mehr noch weiter rum zu laufen. Also setze ich mich auf die Parkbank und warte.

Als ich endlich in Oberau am Bahnhof ankomme, muss ich leider feststellen, dass ich auch hier fast eine Stunde warten muss, bis der nächste Zug fährt. Also laufe ich noch etwas durch den Ort und suche nach einem Supermarkt oder einer Tankstelle, wo ich was zu trinken kaufen könnte. Leider Fehlanzeige. Hier gibt es nichts.

106-oberau

So endet diese wunderschöne Tour leider nicht ganz so wie erwartet und als ich endlich in den Zug nach München steige, ist die Stimmung ein klein wenig getrübt. Aber nicht sehr lange, denn die tollen Erlebnisse in dieser traumhaft schönen Natur besänftigen mich recht schnell wieder.

Ich hoffe Euch hat auch dieser Post gefallen und würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Kommentare hinterlasst.

 

 

 

 

 

 

 

Hike to the Milstätter Hütte

During this tour you won’t climb any summits but you will visit a cabin that belongs to my all time favorites offering great food and spectacular views. Since you will mostly walk parallel to the mountain you can make the 3600 feet in elevation without too much strain. This tour will reward you again with great panoramic views over the Millstätter See and the mountains surrounding it. Weiterlesen

Zur Milstätter Hütte

Bei dieser Tour gibt es keinen Gipfel zu erklimmen, dafür werdet Ihr aber mit einer Hütte belohnt, die zu meinen Lieblingshütten zählt. Da Ihr meistens parallel zum Berg geht, sind die 1.100 Höhenmeter ohne große Anstrengung zu absolvieren. Auch diese Tour bietet Euch tolle Panoramaausblicke über den Milstätter See und die Berge der Umgebung.

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Wanderung auf den Mirnock

Dieser Berg trägt den Namen Weltenberg. Ihr findet an diesem Berg besondere Kraftfelder, die schon die Kelten nutzten. Ansonsten erwartet Euch eine traumhafte, wenn auch etwas anstrengende Tour, auf der Ihr immer wieder mit genialen Panoramaausblicken unter anderem über den ganzen Milstätter See belohnt werdet. Auf dieser Wanderung gibt es keine Hütten zum Einkehren, Ihr müsst Euch also genügend Proviant mitbringen.

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Staff und Goldeck ; two panoramic summits

During this hike you will enjoy breathtaking panoramic views of the Karavanke and Julian Alps as well as the „Hohe Tauern“ all the way to the „Großglockner“. Since this tour starts at around 6.200 ft. you won’t have to climb too much difference in altitude.

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Staff und Goldeck – zwei Panoramagipfel

Bei dieser Tour erwarten Euch atemberaubende Panoramaausblicke in die Karawanken, die Julischen Alpen, aber auch in die Hohen Tauern bis hin zum Großglockner. Da Ihr auf fast 1.900 Metern startet, sind auch nicht so viele Höhenmeter zu bewältigen.

Die Goldeck Panoramastraße

Mein erster Urlaubstag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und ich freue mich schon auf meine Wanderung. Im Internet hatte ich eine Tour gefunden, die über 4 Gipfel führen sollte. Als ich aber meinen Freunden davon erzählt habe, meinten Sie, dass ich mich erst mal mit zwei begnügen sollte. Alle 4 Gipfel zu laufen, wäre dann doch etwas zu viel. Im Nachhinein muss ich sagen, dass man die 4 Gipfel bei guter Kondition und mit viel Zeit wohl schaffen kann. Die zwei, die ich gemacht habe, waren schon ausreichend.

Zunächst muss ich noch zu meinem Startpunkt fahren. In Zlan beginnt die Goldeck Panoramastraße, die das erste Highlight des Tages wird. Um die Straße nutzen zu dürfen, müsst Ihr eine Maut zahlen. Aber die 14,00 € sind es wirklich wert. Wenn Ihr länger in Kärnten seid, solltet Ihr darüber nachdenken Euch die Kärnten Card zu kaufen. Mit der habt Ihr freien Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten und spart Euch auch die Mautgebühren. Es gibt hier in der Region einige Mautstraßen, die es sich wirklich zu erkunden lohnt. Da habt Ihr das Geld für die Karte schnell wieder reingeholt.

Ihr könnt allerdings auch von Spittal aus mit der Bahn auf’s Goldeck fahren und von der Bergstation aus los wandern.

Die Straße endet am Parkplatz Seetal auf 1.883 m knapp unter dem Gipfel des Goldecks. Warum der Seetal heißt erschließt sich mir nicht, da weit und breit kein See in Sicht ist. Dafür aber ein traumhafter Panoramablick in die Karawanken und Julischen Alpen.

Und an diesem Tag gibt es ein Feuerwerk an Orange- und Gelbtönen von den herbstlich verfärbten Lärchenwäldern dazu. Allein dieses Leuchten macht die Tour zu einem ganz besonderen Erlebnis. So intensiv habe ich das noch nie gesehen.

Der Aufstieg zum Staff

Am Parkplatz (1.883 m) gibt es ein Gasthaus, das aber derzeit geschlossen ist. Der Bau ist auch eher  ein Schandfleck hier inmitten dieser atemberaubenden Natur. Typisch 1980-er Jahre. Groß und nicht wirklich schön. Gegenüber wurde gerade eine neue Hütte gebaut, die wohl ab nächstes Jahr in Betrieb sein wird. Wie Ihr oben seht, hat man bei der Planung dieser Hütte dran gedacht, dass sie sich gut in die Natur einfügen soll.

Nach kurzer Suche finde ich dann auch den ersten Wegweiser zu meinem ersten Gipfel, dem Staff (2.217 m). Auf dem Schild steht, dass die Tour 4 Stunden dauern soll. Hab ich mir da doch etwas zu großes vorgenommen? Ich kann Euch beruhigen, denn ich habe dann nur 2,5 Stunden bis zum Gipfel gebraucht.

Also marschiere ich los. Zunächst geht es fast eben zur Kapelleralm. Am Eingang zum Weidegebiet finde ich das Schild oben. Da wird mal auf witzige Wiese erklärt, was Hunde doch für Schaden anrichten können. Der Weg führt über eine Forststraße, die auch als Zufahrt zu den Almhütten genutzt wird. Das Vieh ist aber Mitte Oktober schon wieder im Tal. Wie ich feststellte, hatte ich sowieso Glück. Das war der letzte Tag, an dem die Bergbahn gefahren ist, und auch die Hütten machen dann erst mal zu.

So früh am Morgen ist es noch ruhig an der Kapelleralm. Ich werde den ganzen Tag über nicht viele Menschen treffen. Aber ganz alleine habe ich den Berg natürlich nicht für mich an einem so wunderschönen Sonntag. Es sind hauptsächlich die Einheimischen, die das gute Wetter nutzen und auf den Berg gehen.

Der Gipfel des Staff

Und dann habe ich den ersten Blick auf den kompletten Gipfel des Staff. Ganz schön beeidruckend. Und diese Farben des Herbstwaldes. Das ist schon spektakulär. Ich kann mich gar nicht satt sehen daran.

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Der Weg führt mich weiter zur Gusenalm, die auf 1.740 m liegt. Das heißt also 140 Höhenmeter runter, bevor es dann wieder bergauf geht. Aber es sind dann ja nur 470 m bis zum Gipfel des Staff. Da hab ich schon Schlimmeres überstanden. Auch an der Gusenalm ist es am Morgen noch ruhig. Wobei ich von Weitem sehe, wie jemand Alles für den Betrieb herrichtet. Ich komme ja später wieder hier vorbei, dann mache ich auch eine Rast. Die Hütte gefällt mir nämlich. Schaut so schön urig aus.

An der Gusenalm geht es noch ein Stück weiter bergab und in einen kühlen Wald. Aber es gibt auch immer wieder Lichtungen, die tolle Ausblicke bieten. Plötzlich hört der Weg auf und ich kann keinen Wegweiser finden. Habe ich mich etwa verlaufen und die Abzweigung zum Gipfel verpasst? Meine Freunde haben mir eine Wanderkarte mitgegeben und eigentlich bin ich bis hierher richtig gelaufen. Also gehe ich wieder ein Stück zurück und suche nach der Abzweigung. Und tatsächlich bin ich, abgelenkt von der tollen Umgebung, dran vorbei gelaufen.

Ich verlasse den Forstweg und gehe nun auf einem weichen Waldpfad weiter. Dieser steigt gemächlich an der Nordflanke des Berges an. So wird der Anstieg ein Spaziergang und strengt nicht wirklich an. Da ich auch die meiste Zeit im Schatten laufe, komme ich nicht mal ins Schwitzen. Ich muss trotzdem ständig stehen bleiben und diese bunten Bäume bewundern.

Langsam gewinne ich an Höhe und die Aussicht wird wieder spektakulärer. Nun kann ich über das Goldeck hinaus bis zum Reißeck sehen. Die Eckwand wäre übrigens einer der 4 Gipfel gewesen, die in der Tour, die ich machen wollte beschrieben war. Vom Staff aus gibt es einen Höhenweg, den man zur Eckwand und zum Latschur laufen kann. Dann kommt man über die Siflitzhütte wieder zurück zur Gusenalm. Beim nächsten Mal dann.

Der Wald wird bald lichter und ich stehe am Fuß der Nordwand des Staff. Faszinierend wie die Lärchen sich an die Felswand klammern und wirklich jede Nische nutzen. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich an diesen herbstlich gefärbten Bäumen nicht satt sehen konnte? 🙂

Besonders faszinierend fand ich dann diese Bäume, die von der hinter dem Berg aufsteigenden Sonne so angestrahlt wurden. Das hat so was filigranes. Der Weg wurde dann etwas steiler, aber immer noch nicht wirklich anstrengend. Und so erreiche ich schon bald eine Mulde zwischen dem Staff und der Eckwand.

Nun ist es nicht mehr sehr weit bis zum Gipfel. Der Blick nach Norden in die Tauern und Nockberge wird auch immer grandioser. Gemütlich gehe ich weiter. Es ist wirklich sehr schön hier oben. Nur selten höre oder sehe ich Menschen. Etwas weiter unten im Wald hörte ich in der Ferne einen Hund bellen. Den werde ich später mitsamt seinem Herrchen noch treffen. Am Ende der Mulde zeigt ein Wegweiser auf ein kurzes Stück Felswand, das ein bisschen schwieriger zu gehen, oder besser gesagt zu kraxeln ist.

Die Markierungen führen durch diese Felswand, die nicht gesichert ist. Aber keine Angst, es gibt immer Stellen, an denen man Halt findet und so hoch ist es nicht. Ich brauche nur ein paar Minuten bis ich durch bin. Wem das nicht behagt, der kann einen kleinen Umweg gehen und über eine Wiese zum Eckwandsattel laufen, von wo es dann auf dem Grat weitergeht.

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Und dann stehe ich auf dem Sattel. Links geht es weiter zum Gipfel des Staff und rechts würde der Weg zur 4-Gipfel Tour abgehen. Auf dem Blick in die Hohen Tauern seht Ihr einen kleinen weißen Punkt. Das ist der Großglockner. Diese Sicht ist echt atemberaubend. Wie weit man hier sieht! Aber ich bin ja noch nicht ganz auf dem Gipfel. Ab hier solltet Ihr schwindelfrei sein und trittsicher. Denn das letzte Stück zum Gipfel führt über einen schmalen Grat.

Kurz vor dem Gipfel sehe ich durch diese Felsspalte auf die Gusenalm. Und dann ist es geschafft. Ich habe den Staff bezwungen und stehe nun auf 2.217 m mit einer atemberaubenden Aussicht und einem tiefblauen Himmel. Das ist immer wieder ein erhebendes Gefühl. Und bei diesem Panorama rund herum, noch viel mehr. Und von wegen man braucht 4 Stunden bis hierauf! Ich war nach 2,5 Stunden schon auf dem Gipfel.

Über den Eckwandsattel zur Gusenalm

So lange ich noch am Gipfel bin, nehme ich mir die Zeit für ein kleine Jause.  Dabei kann ich das Panorama noch ein bisschen genießen. Irgendwann muss ich dann doch wieder aufbrechen. Ich habe ja noch ein Stück zu gehen und will ja noch einen zweiten Gipfel erklimmen. Vom Gipfel abwärts folge ich zunächst dem Weg, auf dem ich gekommen bin. Bis ich zu dem Wegweiser Richtung Eckwandsattel komme.

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Ich folge also dem Weg über den Grat, der zur Eckwand führt. Das muss nun der 4-Gipfelweg sein. Und voller Erstaunen entdecke ich dann noch diesen Enzian. Das hätte ich zu dieser Jahreszeit nicht mehr erwartet. Laut meinen Freunden war das aber keine verspätete Blüte, sondern eine verfrühte.

Beim nächsten Wegweiser überlege ich kurz, ob ich vielleicht doch den etwas längeren Weg gehen soll. Aber erstens fühle ich mich doch schon etwas erschöpft, zweitens habe ich ja mit dem Goldeck noch einen Gipfel vor mir (den könnte man natürlich auch weglassen) und drittens will ich ja an den nächsten beiden Tagen noch andere Touren gehen. Ich denke mal, dass das nicht mein letzter Besuch in Kärnten sein wird.

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Also gehe ich zurück zu der Mulde, aus der ich vorhin zum Staff hochgeklettert bin. Das wäre dann der Weg, den Ihr gehen müsst, wenn Ihr nicht durch den Felsen kraxeln wollt. Der Pfad führt zwar mehr oder weniger gerade über die Wiese hinab, ist aber wirklich gut zu gehen und der Untergrund ist schön weich. So wirklich steil ist der Abstieg über diesen Weg auch nicht.

Und wieder erreiche ich diesen bunten, herbstlichen Lärchenwald und habe das Gefühl, dass die Farben in der Nachmittagssonne noch intensiver leuchten. Und ich mochte bis dato den Herbst nicht so sehr, weil danach der Winter kommt, und weil er oft so regnerisch und kühl ist. Aber bei dem Wetter? Einfach nur genial!

Bald darauf stehe ich also wieder an der Gusenalm. Hier ist jetzt auch richtig was los. Der Wirt ist super nett, und schnell fühlt man sich hier wie unter Freunden. Wer ankommt grüßt die ganze Mannschaft und wer geht verabschiedet sich von allen. Das ist eines der Dinge, die mir beim Bergwandern so gefallen. Am Berg duzt man sich, hier sind Beruf und Stand völlig egal. Plötzlich unterhält man sich angeregt mit Leuten, die man im Tal niemals treffen würde. Wär ja irgendwie eine gute Idee, wenn man dieses Feeling mit ins Tal nehmen könnte. Aber da muss ich mich an die eigene Nase fassen und gestehen, dass ich das auch nicht mache.

Etwas wehmütig blicke ich also zurück auf den Gipfel des Staff und genieße mein alkoholfreies Weißbier. Als ich nach einem zweiten frage, werde ich enttäuscht. Auch diese Hütte hat heute den letzten Tag geöffnet. Aber es gibt noch ein alkoholfreies Helles. Geht auch. Auch hier auf der Hütte könnte ich gerne noch lange sitzen bleiben, aber ich habe ja noch einen letzten Anstieg zu bewältigen.

Theoretisch könnte ich ja auf dem Weg, den ich heute morgen gekommen bin, zurück zum Auto wandern. Ich entscheide mich aber für den Waldpfad, der oberhalb der Forststraße verläuft. Und entdecke hier noch ein paar Kuriositäten, wie die bizarr geformte Baumwurzel oben. Schaut irgendwie aus, wie ein Vogel aus der Dino-Zeit.  Der Pfad führt dann aber nicht direkt auf das Goldeck, sondern zunächst wieder zur Kapelleralm. Auch hier ist jetzt am Nachmittag sehr viel los.

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Von der Kapelleralm geht es dann aber recht steil und gerade noch einmal 300 m nach oben zum Seetalnock. Das fühlt sich dann irgendwie als anstrengendster Teil der ganzen Tour an. Aber das Panorama entschädigt definitiv dafür. Auch wenn ich den ganzen Tag schon solch spektakuläre Ausblicke genießen konnte.

Zum Goldeck gibt es eine schöne Sage. Alle zehn Jahre errichten weiße Frauen, die Saligen, ein Schloss irgendwo am Goldeck. Der Berg hat seinen Namen, weil in seinem inneren armdicke Goldadern verlaufen. Aber nur die Saligen wissen, wo diese verlaufen. Und wer ihr Schloss findet, darf sich soviel Gold mitnehmen wie er tragen kann. Eines Tages findet ein Hirte zum Schloss und eine alte Frau verspricht ihm eben so viel Gold, wie er tragen kann. Der Hirte ist aber etwas zu pflichtbewusst und will erst seine Herde einpferchen. Als er wieder zu der Stelle kommt, an der er das Schloss gesehen hatte, war es verschwunden. Pflichtbewusstsein zahlt sich leider nicht immer aus.

So erreiche ich also die Nordseite des Goldecks. Von hier habe ich einen Blick über das Drautal und die gegenüberliegenden Nockberge bis zum über 2.600 m hohen, schneebedeckten Reißeck. Inzwischen ist es später Nachmittag geworden und als ich zur Bergstation der Goldeckbahn komme, ist die letzte Gondel schon im Tal. Im Winter könnt Ihr hier am Goldeck auch Ski fahren.  Er wird auch der Sportberg genannt und Ihr habt hier noch viele weitere Möglichkeiten Euch aktiv zu betätigen. Besonders reizen würde mich ja die Sonnenaufgangsfahrt, die die Bergbahn anbietet. Ein Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Das muss ja nun wirklich die Krönung sein.

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Ich muss zugeben, dass ich dann die letzten Meter zum Gipfel doch nicht mehr hochgegangen bin. Die Tour in der dünnen Bergluft hat mich dann doch ein kleines bisschen mehr angestrengt, als ich mir selbst eingestehen wollte. Über eine gut befestigte Schotterstraße gehe ich also zurück zum Parkplatz, der inzwischen wieder fast leer ist. Was war das für ein tolle Tour, aber jetzt freue ich mich auf ein Stück vom weltbesten Apfelstrudel bei meinen Freunden.

Ich hoffe Euch hat mein Post auch dieses Mal wieder gefallen und Lust auf die Berge gemacht. Wie immer würde ich mich über Kommentare von Euch freuen.